Schloss Benkhausen nach Umbau in Schulungszentrum offiziell eingeweiht

Perfekte Symbiose von Geschichte und Zukunft

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Paul Gauselmann (3.v.r.) durchtrennte das Band und weihte das Schulungszentrum damit offiziell ein. Zur Seite standen ihn dabei (v.l.) Landtagsabgeordneter Friedhelm Ortgies, Bürgermeister Heinrich Vieker, Karin Gauselmann, Landrat Dr. Ralf Niermann und Landtagsmitglied Ernst Wilhelm Rahe.

Espelkamp - Im Beisein von rund 200 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft wurde jetzt Schloss Benkhausen einschließlich Parkanlage und aller Nebengebäude offiziell eingeweiht. Gewürdigt wurde dabei vor allem auch die Arbeit der am Bau beteiligten Unternehmen und Betriebe – 48 insgesamt, davon 39 aus der Region. Mehr als 250000 Handwerkerstunden seien während der rund vierjährigen Bauzeit auf dem Anwesen geleistet worden, hieß es.

Entstanden ist daraus ein modernes Schulungszentrum mit elf Tagungsräumen sowie Übernachtungsmöglichkeiten für bis zu 50 Personen und einem Schloss-Café. In unmittelbare Nähe befinden sich laut einer Pressemitteilung unter anderem die Parkanlage, der Rundwanderweg und das deutsche Automatenmuseum.

Espelkamps Bürgermeister Heinrich Vieker beschrieb in seiner Laudatio Schloss Benkhausen als „Keimzelle Espelkamps“. Die gesamte Stadtfläche Espelkamp-Mittwald gehörte ihm zufolge der Familie von dem Bussche-Münch und wurde von den Nationalsozialisten enteignet. Nach dem Krieg habe im Schloss unter anderem General Bishop residiert und womöglich deshalb entschieden, die Muna doch nicht in die Luft zu sprengen, sondern zu Notwohnungen umzubauen. Das Schulungszentrum stelle nun die perfekte Symbiose aus moderner Architektur mit einem historischen Bauwerk dar.

„Es freut mich besonders“, so Heinrich Vieker, „dass Benkhausen weiterhin ein Ort der Begegnung bleibt“. Mit seinem Park, dem Museum, dem Trauzimmer und den zahlreichen Veranstaltungen habe das Schloss überdies eine „Magnetwirkung“ auf die Menschen der Region.

Landrat Dr. Ralf Niermann beschrieb den Erwerb von Schloss Benkhausen durch Paul Gauselmann als „Glücksfall für die Region“ und hob hervor, dass der Erhalt des historischen Bauwerkes und seine heutige Nutzung ein echtes Vorbild für die übrigen 20 Schlösser und Herrenhäuser im Kreis Minden-Lübbecke sei.

Abschließend erzählte Paul Gauselmann von der folgenreichen Einladung des Geschichtsvereins zu einem gemütlichen Frühstück anlässlich des Winterlichen Schlossvergnügens am vierten Advent im Jahr 2009. So ganz nebenbei habe man ihm das damals leer stehende, nicht mehr bewohnbare 500 Jahre alte Schloss gezeigt und machte sich Sorgen um dieses Kleinod.

Recht bald habe er die Idee entwickelt, aus dem denkmalgeschützten Bauwerk ein eigenes Schulungszentrum entstehen zu lassen. Nach und nach sei es ihm gelungen, auch die übrigen Familienmitglieder für diese Idee zu begeistern.

„Als ich 2010 gemeinsam mit meiner Familie beschloss, das denkmalgeschützte 500 Jahre alte Anwesen Schloss Benkhausen als neuen Standort für unser Schulungszentrum zu erwerben, ahnten wir nicht, vor welche Herausforderungen uns dies stellen würde“, so Gauselmann. „Wir wussten von Baumängeln, die es dem Wittekindshof zuletzt unmöglich gemacht hatten, die Gebäude weiter zu nutzen. Das wirkliche Ausmaß war uns jedoch nicht bekannt. Vom Kellerfundament bis zum Dachfirst, vom Herrenhaus bis zur Scheune musste von Grund auf alles saniert werden.“

Neben dem Architektenbüro Joachim Theißen und dem Landschaftsarchitekten Christhard Ehrig bedankte sich Paul Gauselmann bei allen beteiligten Handwerkern.

Nach der offiziellen Banddurchschneidung nutzten viele der Gäste die Möglichkeit, die einzelnen Bauphasen in einer bebilderten Dokumentation zu betrachten und sich von dem fertigen Ergebnis einen persönlichen Eindruck zu verschaffen. Im neuen Schloss-Café „Die Rentei“, das am 1. Mai eröffnet worden war, fand die Einweihungsfeier einen gemütlichen Abschluss.

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