Nach einem Brand an Flüchtlingsunterkunft

Polizei und Politik sind gefragt

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Mediengruppe Kreiszeitung

Espelkamp - Der Staatsschutz des Bielefelder Polizeipräsidiums ermittelt nach einem Feuer, das am Wochenende an einem Container für Flüchtlinge in Espelkamp gelegt wurde. Der Vorfall hatte sich bereits am Sonnabend am Hindenburgring ereignet, berichtet die Polizei. Laut Polizeisprecher Ralf Steinmeyer hatte ein Mitarbeiter der Container-Firma den Brand bemerkt und die Polizei alarmiert. Diese rückte zu dem Container aus, der derzeit für die Flüchtlinge vorbereitet wurde. Vor Ort entdeckten die Einsatzkräfte, dass das Feuer unterhalb eines Fensters von außen gelegt worden war. Der Container sollte in zwei Wochen von Asylbewerbern bezogen werden. Daher ist der entstandene Schaden Angaben der Ermittler zufolge relativ gering einzuschätzen. Der Staatsschutz müsse nun klären, ob es Hinweise auf Fremdenfeindlichkeit gebe.

Zu dem Brand erklärt der Vorsitzende der Jusos in der SPD Minden-Lübbecke, Jannes Tilicke: „Wir fordern die Polizei dazu auf, den Fall konsequent bis zum Ende aufzuklären. Es darf nicht sein, dass wie bei den Anschlägen auf die Flüchtlingsunterkunft in Porta Westfalica die Ermittlungen einfach eingestellt werden. Wenn es tatsächlich Brandstiftung war – und davon müssen wir leider ausgehen, dann muss der oder die Täter dafür bestraft werden.“ Darüber hinaus stellen der Meinung der jungen Sozialdemokraten nach „Wohncontainer keine menschenwürdige Unterkunft“ dar. „Wer Flüchtlinge vom gesellschaftlichen Leben trennt, der baut Vorurteile auf“, kritisiert Tilicke in dem Schreiben.

Eine gelungene Flüchtlingspolitik könne nur gelingen, wenn Flüchtlinge nicht als Pflichtaufgabe gesehen werden und die Politik ein offenes Miteinander gestalte. „Wir fordern die Politik dazu auf, ihre bisherige Flüchtlingspolitik zu überdenken und neu zu strukturieren. Trotz der anhaltenden Fremdenfeindlichkeit in den sozialen Netzwerken und trotz verschiedener Zwischenfälle sind wir zuversichtlich“, unterstreichen die Jusos.

Die vergangenen Monate hätten auf der anderen Seite nämlich gezeigt, dass die Mehrheit der Bevölkerung im Mühlenkreis eine große Hilfsbereitschaft gegenüber den Flüchtlingen zeige, so die Jusos.

Bundestagsmitglied Achim Post (SPD) machte sich gestern selbst einen Eindruck vom Tatort in Espelkamp und schreibt auf seiner Seite in einem sozialen Netzwerk: „Hier ist der Bund gefordert: Dieser muss alles dafür tun, dass die Menschen Sicherheit finden und alles dafür getan wird, um solche Taten zu verhindern und strafrechtlich zu verfolgen.“ Laut Post müssten Polizei und Justiz gestärkt werden.

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