Milchleistung: Kreis Minden-Lübbecke verteidigt Spitzenplatz in NRW

„Rita“ und „Celina“ mit bester Leistung

+
Experten unter sich: Oliver Claushues (LKV), Robert Strumpen (LKV), Cord Lilie (Vorsitzender LKV Kreisverband), Dr. Albert Hortmann-Scholten, Karl-Heinz Treseler (Vorsitzender der Vereinigung der Rinderzüchter), Helmut Schütte (2. Vorsitzender der Vereinigung der Rinderzüchter) und Konrad Kanning (Geschäftsführer der Vereinigung der Rinderzüchter).

Frotheim - Die Kühe aus dem Mühlenkreis sind Spitze in Nordrhein-Westfalen. Mit einer Durchschnittsleistung von 9541 Kilogramm Milch haben sie auch im Jahr 2015 ihren Spitzenplatz verteidigt und liegen damit deutlich über der durchschnittlichen Milchleistung in Westfalen/Lippe von knapp 9000 Kilogramm. Oliver Claushues vom Landeskontrollverband NRW legte bei der Versammlung des Kreiskontrollbezirks Minden-Lübbecke im Gasthaus Albersmeyer die neuesten Zahlen für den Mühlenkreis vor.

Insgesamt kamen 51 Betriebe auf eine Durchschnittsleistung von mehr als 10000 Kilogramm Milch. 14 davon erreichten mehr als 11000 Kilogramm. Das beste Ergebnis bei Herden bis 20 Tiere erzielte Martin Buck (Oppenwehe) mit 11125 Kilogramm Milch und 889 Kilogramm Fett und Eiweiß – zugleich auch die beste Leistung nach Fett und Eiweiß im Kreis Minden-Lübbecke.

Bei den Betrieben bis 40 Kühe hat die Herde von Achim Grötemeier (Stemwede) die Spitzenposition mit 11750 Kilogramm Milch und 865 Kilogramm Fett und Eiweiß erreicht. Der Betrieb Wilhelm Wulfmeyer (Petershagen) führt in der Gruppe 40 bis 60 Kühe mit 11637 Kilogramm Milch und 847 Kilogramm Fett und Eiweiß. An erster Stelle der Gruppe bis 80 Kühe findet sich der Betrieb Schmidt GbR (Todtenhausen-Heisterholz) mit 10825 Kilogramm Milch und 808 Kilogramm Fett und Eiweiß. Die Gruppe der Betriebe bis zu 100 Kühen führt Athena Gundlach aus Hille mit 12513 Kilogramm Milch und 847 Kilogramm Fett und Eiweiß an. In der Gruppe über 100 Kühe liegt die Herde von Heinrich Nunnenkamp (Pr. Oldendorf) mit einer Herdenleistung von 12418 Kilogramm Milch und 876 Kilogramm Fett und Eiweiß vorn.

Dem Strukturwandel – „die Zahl der Betriebe mit über 100 Kühen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen“, so Claushues – sei es geschuldet, dass für diese Betriebe extra eine neue Klasse eingeführt wurde.

Der Fachberater für Milchleistungsprüfung und Milcherzeugerberatungsdienst ging auch kurz und knapp auf die Leistung einzelner Tiere ein. So haben 43 Kühe im Kreis eine Lebensleistung von über 100000 Kilogramm Milch erreicht. Die Liste wird wie im vergangenen Jahr angeführt von der Kuh „Rita“ aus dem Betrieb Jürgen Gerdsmeier (Hille). Sie kommt nunmehr auf eine Lebensleistung von 166761 Kilogramm Milch und 13089 Kilogramm Fett und Eiweiß. Auf den weiteren Plätzen folgen „Celina“ von Cord Steinkamp (Varl) mit 155791 Kilogramm Milch und eine Kuh aus dem Betrieb Hermann Buhrmester (Hille) mit 154140 Kilogramm Milch. Diese Tiere belegen auch im NRW-Vergleich die ersten Plätze.

Die beste Laktationsleistung im Kreis brachte in diesem Jahr wieder die Kuh „Samara“ aus dem Betrieb Achim Grötemeier (Stemwede) mit 18244 Kilogramm Milch und 1511 Kilogramm Fett und Eiweiß. Auf dem zweiten Platz liegt „Ingrid“ mit 18319 Kilogramm Milch sowie 1145 Kilogramm Fett und Eiweß aus dem Betrieb Heinrich Nunnenkamp (Pr. Oldendorf), gefolgt von „Adola“, ebenfalls aus dem Betrieb Nunnenkamp, mit 15538 Kilogramm Milch sowie 1110 Kilogramm Fett und Eiweiß.

Zuvor hatte die Vereinigung der Rinderzüchter Minden-Lübbecke ihre Mitgliederversammlung abgehalten. Der Vorsitzende Karl-Heinz Treseler sprach von einem „nicht so guten Jahr 2015“. Zu schaffen machen den Landwirten der Wegfall der Quote und das Russland-Embargo. Auch der Weltmarkt funktioniere nicht so wie vorhergesagt.

Geschäftsführer Konrad Kanning gab anschließend in seinem Bericht einen kurzen Blick auf das Schaugeschehen. „Anders als in früheren Jahren lagen diesmal die Platzierungen eher im Mittelfeld“, bedauerte er. Bei den Osnabrücker Schwarzbunttagen erreichte Walter Bunge mit einem Id-Preis die beste Platzierung. Auf der RUW-Verbandsschau in Hamm konnte Ernst-Heinrich Meiering aus Lübbecke immerhin einen Ib-Preis und einen Id-Preis erringen. Beim RUW-Jungzüchterwettbewerb ragte Lara-Sophie Röhling (Varl) mit einem Ia-Preis heraus. Im Tierbeurteilungswettbewerb zeichneten sich Franziska Fuchs (Hille) und Lara-Sophie Röhling ebenfalls aus.

Mit Dr. Albert Hortmann-Scholten hatten sich die Milchbauern einen ausgewiesenen Fachmann und erfahrenen Beobachter der Märkte eingeladen. Der Leiter des Fachbereichs Betriebswirtschaft und Markt der Landwirtschaftskammer Niedersachsen referierte zum Thema „Welche Perspektiven bietet der Milchmarkt – und wie kann ich als Milchviehhhalter noch über die Runden kommen?“

Die Stimmung auf den Höfen ist angesichts der niedrigen Preise für Milch und andere landwirtschaftlicher Erzeugnisse schlecht. Kurzfristig werde der Milchpreis wohl noch weiter sinken, von derzeit 26 bis 28 auf 24, 25 Cent pro Liter, befürchtet der Experte. Doch er sieht auch einen kleinen Lichtstreif am Horizont. Er hofft auf eine baldige Öffnung des russischen Marktes. Das Russland-Embargo mache der deutschen Landwirtschaft doch arg zu schaffen. Zudem setzt er auf den baldigen Abschluss des transatlantische Handelsabkommens TTIP. Die deutsche Milchwirtschaft werde davon profitieren.

kf

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Wie werde ich Verkehrsingenieur/in?

Wie werde ich Verkehrsingenieur/in?

Tageslicht und Ausblick – Welches Dachfenster sich eignet

Tageslicht und Ausblick – Welches Dachfenster sich eignet

Chris Froome gewinnt zum vierten Mal die Tour de France

Chris Froome gewinnt zum vierten Mal die Tour de France

US-Golfstar Jordan Spieth gewinnt 146. British Open

US-Golfstar Jordan Spieth gewinnt 146. British Open

Kommentare