Mehr als nur Theater: Hits von Diana Ross bis Marvin Gaye

Motown-Sound erobert die Bühne und die Zuschauer

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Starke Stimmen und gute Choreographie: So viel Schwung mit perfekt abgemischtem Klang wurde in Espelkamp schon lange nicht mehr geboten.

Espelkamp - Von Volker Knickmeyer. Für viele in der Ü50-Generation ist es die Tanz- und Gute-Laune-Musik schlechthin: Der Motown-Sound, geboren in der Autostadt Detroit. Die Geschichte von Motown-Records und ihrem legendären Gründer Berry Gordy stand im Vordergrund der Show „Motown – Die Legende“ am Sonnabend im Theater Espelkamp. Dass das Volksbildungswerk mit dem Engagement der internationalen Truppe auf die richtige Taste gedrückt hatte, wurde durch einen brechend vollen Theatersaal bewiesen.

Theaterproduzent Landgraf, jährlich „Stammgast“ in der Trakehner Straße, hat ein hochkarätiges Ensemble (Theater im Rathaus, Essen) unter Vertrag genommen, das richtig gute Musik – stimmlich und auch instrumental – machen konnte. Es brauchte zwar bis in den zweiten Teil, um das gemischte Publikum so richtig abgehen zu lassen, aber wenn Tische und Bänke da gestanden hätten, wäre sicherlich der eine oder andere darüber gegangen.

Eingebettet waren die Klassiker von Stevie Wonder, den Supremes, Marvin Gaye und nicht zuletzt den Jackson Five in eine kleine Rahmenhandlung, in der es um die Vorbereitung eines Erinnerungskonzertes ging, wie auch bei Berry Gordy in einer abbruchreifen Garage. Mit nur 800 Dollar Startkapital im Jahr 1959 gelang es Gordy aus ärmlichen Verhältnissen mit Motown und Tamla Motown eine Hitfabrik sondergleichen zu machen.

Beeindruckende Musicalstimmen waren auf der Espelkamper Bühne zu hören, die Referenzliste der Akteure liest sich wie das „Who is who“ der Musicalszene: König der Löwen, Starlight-Express und Buddy Holly Story. Als Sängerinnen überzeugten Meimouna Coffi (Linda) und Marion Campbell (Judy), deren äußerst kraftvolle Stimme etwas an Mahalia Jackson erinnerte. Die männlichen Parts spielten und sangen Koffi Missah (Zack), David-Michael Johnson (Syd) und Wilson D. Michaels (Lance).

Eingängige Soli zum Beispiel beim Gassenhauer „Stop! In the name of love“ von Marion Campbell oder „Let´s stay together“ interpretiert von Wilson D. Michaels zeigten, dass neben der phantastischen Gemeinschaftsleistung der Einzelne durchaus überzeugen kann. Profis eben. Eingängige Sounds produzierte die Band aus Joscha Glass (Bass), James Mironchik (Keyboard), Martin Werner (Gitarre), Richy Denis (Schlagzeug) und dem Saxofonisten Michael Hennig. Auch die Tanzszenen waren gut choreografiert – so viel Schwung mit perfekt abgemischtem Klang wurde in Espelkamp schon lange nicht mehr geboten.

Und was macht den Motown-Sound aus, der zwischen 1961 und 1971 537 Singles produzierte, von denen 357 in die US-Charts kamen und 28 sogar Nummer-eins-Hits wurden? Motown-Gründer Gordy sagte einmal: „Die Motown-Musik war eine Kombination aus allem, was ich wusste und kannte. Und wenn mich die Leute bitten, ‚definieren Sie Motown‘, dann sage ich immer ‚Ratten, Schaben, Seele (Soul), Mumm und Liebe‘.“ Die Zugabe „Never can say goodbye“ in der Originalversion von Gloria Gaynor beschloss das musikalische Highlight. So etwas bitte öfter!

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