Mehr als 300 Mitglieder und Gäste treffen sich zum Neujahrsempfang

Landfrauen setzen sich für blühenden Mühlenkreis ein

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Zahlreiche Landfrauen und Ehrengäste kamen zum Neujahrempfang ins Espelkamper Bürgerhaus.

Espelkamp - Der große Saal reichte gerade so aus. Mehr als 300 Landfrauen aus dem Mühlenkreis und viele Ehrengäste kamen am Samstagvormittag zum traditionellen Neujahrsempfang des Kreisverbandes in das Espelkamper Bürgerhaus.

Die gute Stube der Stadt war mit viel Liebe geschmückt und so dankte die Kreisvorsitzende Marlis Klocke in ihren Begrüßungsworten den Rahdener Landfrauen für die gelungene Dekoration und den Stemweder Landfrauen für ihren Dienst an der Kasse sowie Annegret Flömer und Doris Speckmeier vom Kreisvorstand für die gute Organisation.

Unter dem Motto „Wir mischen uns ein“ und in ihrer Verantwortung für die Natur wollen sich die Landfrauen für einen blühenden Mühlenkreis einsetzen, kündigte Marlis Klocke an. Immerhin habe, laut BUND, der Bestand an fliegenden Insekten in den vergangenen 25 Jahren um 80 Prozent abgenommen.

Dr. Inge Uetrecht, als Stemweder Kräuterfrau bekannt und Mitglied des Kreisvorstandes, hielt einen inspirierenden Vortrag mit einem flammenden Plädoyer für Blumen- und Blütenvielfalt auf Ackerflächen und Dauergrünland sowie auf öffentlichem Grün. Sie sprach sich für eine naturnahe Gestaltung von privaten Gärten bis hin zu Blumenkübeln aus.

Leider werde oft noch grüne Monotonie dem wilden Bunt vorgezogen, bedauerte sie. Doch wer sorge dafür, dass die Bäume Früchte tragen? Die Honigbienen seien die fleißigsten Bestäuber, aber auch die Hummeln, von denen es 40 verschiedene Arten gebe, seien sehr eifrig, ebenso die Schmetterlinge, antwortete die Fachfrau. Eine wilde Blume biete etwas zehn Tieren, darunter vielen Nützlingen, Nahrung und Lebensraum. Es gebe auch finanzielle Anreize. EU und das Land Nordrhein-Westfalen fördern bunte Ackersäume. Zudem profitierten auch die Kommunen: die mehrjährige bunte Blütenvielfalt benötige viel weniger Pflege als die einjährigen Tulpen, Narzissen und Sommerblumen.

Jeder Gast hatte ein kleines Samentütchen „Blühende Landschaft für einen Quadratmeter“ auf seinem Platz, eine mehrjährige Mischung mit lang anhaltendem Blütenzeitraum. Ein kleiner Beitrag zum Naturschutz und ein hoffnungsvoller Anfang für eine bunte Blütenvielfalt und eine Verbesserung des Lebensraums für alle bestäubenden Insekten.

Eine Initiative, die bei Landrat Dr. Ralf Niermann auf viel Wohlwollen stieß. „Es ist gut und schön, dass sie ihr Augenmerk speziell auf die Blütenvielfalt legen. Ich hoffe auf viele bunte Wiesen, Gärten und Parks.“ Die Landfrauen hätten bereits in der Vergangenheit viel bewegt und auf die Beine gestellt, lobte er. „Sie sind und bleiben die besten Botschafterinnen für den Mühlenkreis und immer auf der Höhe der Zeit“, unterstrich er die vielen großartigen Ideen und Aktivitäten der Landfrauen für das Gemeinwohl.

So freute sich Dr. Niermann über die Spende der Landfrauen für die Espelkamper Flüchtlingshilfe. „Sie setzen damit in diesen unruhigen Zeiten ein Zeichen für die Menschen, die aus Kriegsgebieten kommen und bei uns Schutz suchen“, betonte er.

Vor einem Jahr hatten die Landfrauen die Broschüre „Kulinarische Weltreise“ mit Rezepten ausländischer Frauen aus dem Mühlenkreis aufgelegt. Ein Euro des Verkaufspreises von drei Euro, insgesamt 650 Euro, kommt nun der Flüchtlingshilfe zu Gute.

Das umfangreiche Angebot der Landfrauen, von Kunst und Kultur über sportliche Ertüchtigung bis zu Werken und Gestalten und schönen Reisen, hob auch Espelkamps stellvertretende Bürgermeisterin Christel Senckel, selbst Mitglied der Landfrauen, hervor. „Wir sind bodenständig, kreativ, sozial kompetent, organisationstalentiert und modern, mischen uns in die unterschiedlichsten Bereiche des Lebens ein und sind eine starke zukunftsorientierte Gemeinschaft von Frauen“, betonte sie. „Wenn es uns Landfrauen nicht gebe, müsste man uns erfinden!“

Was die Landfrauen aus dem Mühlenkreis im vergangenen Jahr alles gemacht und unternommen haben, davon handelte der Jahresrückblick, den Doris Speckmeier, Claudia Weber und Birgit Rohlfing hielten.

Das Beste aber kam zum Schluss und das hatten sich die gut 300 Gäste wirklich verdient. Das Bielefelder Ensemble Senzanome mit Tanja Biermann (Sopran), Susanne Mewes (Sopran), Ingrid Stein (Mezzposopran) und Peter Krudup von Behren (Bass-Bariton) sowie Tatiana Schuster (Flügel) nahm das entzückte Publikum mit auf eine musikalische Reise durch die Welt des Musicals und der Operette.

Bekannte Melodien aus „Cabaret“, von Paul Lincke und Johann Strauß oder Evergreens aus der Filmgeschichte, mit großem Können, viel Gefühl, temperamentvoll und immer sehr unterhaltsam vorgetragen, rissen die begeisterten Zuhörer mit.

Eine Zugabe war bei dem großen Applaus selbstverständlich. „Es war ein Vergnügen, Sie hier zu haben“, bedankte sich die stellvertretende Kreis-Vorsitzende Annegret Flömer bei den fünf Musikern.

kf

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