Uwe Bartels: Mit Fleisch „Made in Germany“ neue Märkte erschließen

Von der Masse abheben

Uwe Bartels referierte beim Verbandstag über „Landwirtschaft im Wandel – regionale Identität und globale Märkte“ -  Foto: Schmidt

Espelkamp -  So wie bisher kann es laut Uwe Bartels in der Landwirtschaft nicht weitergehen – die für viele Bauern existenzgefährdende Situation sei kein Unwetter, das einfach vorüberziehe.

Der ehemalige niedersächsische Landwirtschaftsminister und Vorsitzende des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland referierte beim Verbandstag des Landwirtschaftlichen Kreisverbands Minden-Lübbecke in Espelkamp zum Thema „Landwirtschaft im Wandel – regionale Identität und globalisierte Märkte“. Dabei stellte er Lösungsansätze für Wirtschafts- und Akzeptanz-Probleme vor. „Es wird nie wieder so wie früher“, machte er deutlich. Wichtige Märkte wie Russland seien weggebrochen. Hinzu komme ein Anstieg der Konkurrenz auf dem globalen Mark. „In vielen Länddern wird aufgerüstet – Bulgarien, Rumänien, Polen, Ukraine“, zählte er auf. Wenn nichts passiere, würden Produktionsfirmen abwandern und Exportumsätze sinken, so Bartels Prognose.

Dabei hat die deutsche Landwirtschaft ihm zufolge ideale Voraussetzungen, um Nahrungsmittel auf höchstem Niveau ressourcenschonend zu produzieren und weltweit anzubieten. Die Branche müsse sich mit ihren Produkten „Made in Germany“ qualitativ von der Massenware abheben und neue Marktsegmente erschließen.

Ein „riesen“ Problem ist dem Referenten zufolge zudem die mangelnde Akzeptanz der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit. Keine Woche vergehe ohne Kritik am Tierwohl, an technischen Entwicklungen oder dem Nährstoffüberschuss. Fast jeder Bau oder Umbau eines Stalls treffe auf Widerstand. Mit Image-Kampagnen ist es Bartels zufolge nicht getan: „Wir müssen erklären, wie die tatsächlichen Verhältnisse sind – ja. Aber das reicht nicht aus.“ Man müsse berechtigte Kritik aufnehmen, Änderungsbereitschaft zeigen und zusammen mit anderen gesellschaftlichen Gruppen Lösungen erarbeiten – allerdings ohne unrealistische Zeitvorgaben. „Bei aller Notwendigkeit für eine Agrarwende müssen die Umstellungen auf einer wirtschaftlich vertretbaren Zeitachse für die Betriebe erfolgen. Hier ist auch die Politik gefragt, mit Augenmaß Rahmenbedingungen zu schaffen und nicht zu erschweren oder gar zu verhindern.“

Der ehemalige Minister nahm auch den Verbraucher in die Kritik, der auf der einen Seite Tierwohl fordere, auf der anderen aber billige Produkte kaufe. „Der Verbraucher hätte des am liebsten grün, gut und kostenlos“, sagte Bartels. Eine Aussage, für die er lauten Applaus von den Landwirten erntete.

Man werde sich weder alleine auf den Weltmarkt, noch auf den globalen Markt stürzen können, so sein Fazit. Man müsse versuchen, alle Märkte, die sich öffnen, zu bedienen. Mittelständische Betriebe dürften dabei nicht im Regen stehen gelassen werden. Daher fordere er von der Politik einheitliche Tierwohl-Pläne, die mit Blick auf die internationalen und europäischen Märkte abgesichert sein müssen. -  ks

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