2 000 Schüler bei Berufsausbildungsmesse erwartet

Jugendliche nehmen ihre Zukunft in Angriff

Die Verantwortung für die Organisation der BAM 2017 geht nach Rahden: (vorn v.l.) Sven-David Plate, Frank Lübeck und Holger Marten von der Firma Plümat übergaben das Steuerrad an Carolin Krüger und Birgitt Hafer von Kolbus. - Fotos: Bokelmann

Espelkamp - Große Herausforderungen warten wieder auf die Schulabgänger, die ins Berufsleben starten. Das richtige Werkzeug, um diese Hürden zu nehmen und eine Starthilfe gibt es für die Jugendlichen derzeit in Espelkamp. Dort wurde am Donnerstagmorgen die Berufsausbildungsmesse (BAM) im Bürgerhaus eröffnet.

Noch bis Sonnabend können Schüler und Eltern dort insgesamt 190 Ausbildungsberufe beziehungsweise duale Studiengänge kennenlernen. Denn die 67 Aussteller, darunter mit Wago aus Minden und der ZF auch neun neue Firmen, bieten ein Forum für die Berufsausbildung. „Ohne Human Resources kommt die Wirtschaft an ihre Wachstumsgrenze“, machte Hans-Jörg Schmidt als Vorsitzender des Espelkamper Stadtmarketings deutlich.

Weiter betonte er: „Ausbildung ist eine wertvolle Investition und die Schüler bekommen hier beste Chancen auf einen Ausbildungsplatz.“ Espelkamps Bürgermeister Heinrich Vieker ergänzte: „Die Mischung aus Handwerk, Industrie, Dienstleistung und Fortbildung macht die Messe besonders attraktiv.“ Für die Vorbereitung, die er als „lohnenden Kraftakt“ bezeichnete, dankte er den Akteuren des Espelkamper Maschinenbauers Plümat und dem bewährten Team.

Das Motto der BAM lautet „Angriff Ausbildung – Jetzt aktiv werden“. In diesem Sinne gibt es fast 130 noch freie Lehrplätze während der BAM – eigens dafür wurde ein Zelt gegenüber des Bürgerhauses aufgestellt, weil der Platz nicht mehr ausgereicht hätte.

„Die Messe hat sich als Kontaktbörse für Firmen und Schüler etabliert“, betonte Schmidt. „Hier können die Jugendlichen testen und ausprobieren“, stellte er das Hauptpfund der Messe heraus. Denn neben den Gesprächen mit Azubis und Angestellten der jeweiligen Firmen bieten diese auch kleine praktische Aufgaben an ihren Ständen. Bei der BASF ist beispielsweise Fingerspitzengefühl gefragt – unter den fachkundigen Augen von Angela Holle und Lukas Spreen, der im ersten Lehrjahr als Industriemechaniker arbeitet, galt es, eine vorgegebene Menge Brausepulver abzuwiegen. „Als Chemielaborant macht man das jeden Tag“, so Holle.

Sie hat festgestellt, dass einige Schüler bereits mit genauen Vorstellungen zur Messe nach Espelkamp kommen. Andere wiederum wollen sich einen Überblick verschaffen, weil sie noch keine Idee haben, wie es nach der Schule weitergehen soll. Das sei aber auch nicht einfach, meinte Holger Marten, Ausbildungsleiter bei Plümat. Denn viele wüssten überhaupt nicht, welche Möglichkeiten sie nach der Schule hätten und welche Lehrberufe es gebe. „Daher haben wir es uns zum Ziel gesetzt, auch weniger bekannte Berufe in den Vordergrund zu stellen“, so Marten. „Wer gezielt vorgeht und sich ernsthaft mit den Berufen auseinandersetzt, kann hier einen ersten Erfolg haben“, sagte Bürgermeister Vieker.

Insgesamt werden rund 2 000 Schüler aus dem Mühlenkreis bei der BAM erwartet. Während am Donnerstag und Freitag die Schüler in kleinen Gruppen mit einem Scout durch die Halle gehen und an den Ständen Halt machen, bietet sich Sonnabend, 11. Juni, zwischen 10 und 13 Uhr die Gelegenheit zum intensiveren Austausch. Dann wird es Vorträge im Foyer geben. In 30 Minuten werden sich Referenten unter anderem mit den Aspekten Renten- und Krankenversicherung, duales Studium und den allgemeinen Wegen nach der Schule beschäftigen.

Ebenfalls am Sonnabend steht von 10 bis 12 Uhr ein Speed-Dating an, bei dem die Chance besteht, noch kurzfristig einen Ausbildungsplatz zu ergattern. Acht Minuten haben die Jugendlichen Zeit, Firmenverantwortliche von sich zu überzeugen. Die Aktion findet in der Stadtbücherei statt.

Einen Einblick in die Berufswelt und die Wirtschaftsregion des Mühlenkreises geben in Espelkamp unter anderem verschiedene Krankenkassen, die Landes- und Bundespolizei sowie der Zoll, die Harting-Technologiegruppe aus Espelkamp sowie die Veranstaltungstechniker von LSM aus Stemwede und viele weitere Unternehmen aus der Region.

Im kommenden Jahr wird die Rahdener Firma Kolbus die BAM organisieren. Nachdem der Buchbinderei-Maschinenhersteller 2003 erstmals als Messepartner aufgetreten war, übernahmen Ausbildungsverwaltungsleiterin Birgitt Hafer und Carolin Krüger, duale Studentin im Bereich Industrie, das Steuerrad als Symbol für die BAM-Organisation. - abo

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