Herausforderungen der Landwirte im Zentrum der Kreisverbands-Herbsttagung

„Wir brauchen dringend auskömmliche Preise“

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Kreisverbandsvorsitzender Hermann Seeker und Kreislandwirt Rainer Meyer zeichneten viele Ehrenamtler mit der Schorlemer-Plakette aus.

Espelkamp - Die Situation der Landwirte hat sich in den vergangenen zwölf Monaten nicht verbessert. Zu Beginn der Herbsttagung des landwirtschaftlichen Kreisverbandes beklagte der Kreisverbandsvorsitzende Hermann Seeker in seinem agrarpolitischen Bericht das mangelnde Einkommen der Landwirte.

„Die wirtschaftliche Situation auf unseren Höfen ist bedrückend“, unterstrich er. Es würden zu wenig Gewinne erzielt. Vor allem im Ferkel- und im Milch-Bereich würden tiefrote Zahlen geschrieben. „Wir brauchen dringend auskömmliche Preise, um auch wieder investieren zu können“, fordert er, zumal der Export in andere Regionen sehr schwer sei und wohl nur über die Preise gehe.

Immerhin sei der Berufszweig in Nordrhein-Westfalen mit 80000 gut ausgebildeten und hoch motivierten Landwirten, die nach modernen Standards arbeiteten, nach wie vor ein bedeutender Wirtschaftszweig. Der gesamte Lebensmittelbereich mit seinen 850000 Arbeitsplätzen in Erzeugung und Verarbeitung erwirtschafte einen Umsatz von 50 Milliarden Euro. „Wir sorgen dafür, dass die Menschen satt werden“, betonte Hermann Seeker. Angesichts vieler kritischer Verbraucher forderte er seine Berufskollegen auf, ihre Arbeitsweise vernünftig zu erklären.

In Sachen Umweltschutz prasselten derzeit viele Dinge auf die Landwirte ein. So befinde man sich in Sachen Grundwasser im ständigen Dialog mit den Wasserwerken. Bei der Tierhaltung hofft er, dass die Landwirtschaft bald aus der Schusslinie herauskommt und Möglichkeiten gefunden werden, das Schnabelkürzen bei Legehennen und Puten sowie die Enthornung unter Betäubung vorzunehmen.

Die Herbsttagung des Kreisverbandes bildet den würdigen Rahmen, in den Vorständen der Ortsvereine langjährig (mindestens 15 Jahre) tätige Landwirte zu ehren. Mit der Schorlemer-Plakette in Bronze zeichneten Hermann Seeker und Kreislandwirt Rainer Meyer folgende Berufskollegen aus: Karl-Heinz Barlach (Pr. Oldendorf-Hedem), Hans-Martin Berger (Lübbecke-Blasheim), Wilfried Dannappel (Pr. Oldendorf-Lashorst), Reinhard Holle (Stemwede-Oppenwehe), Jürgen Kokemoor (Stemwede-Wehdem), Herbert Lüking (Hüllhorst), Konrad Meier (Espelkamp-Frotheim), Heinrich Spechtmeier (Espelkamp-Isenstedt), Wilhelm Stickan (Stemwede-Twiehausen), Wilhelm Stockmann (Espelkamp-Frotheim), Karl-Heinz Tirre (Rahden-Tonneheide), Ernst Vögeding (Lübbecke-Obermehnen), Rainer Meyer (Bad Oeynhausen), Andreas Diekmann (Bad Oeynhausen), Christian von Behren (Hille), Ludwig Volkmann (Hille), Ralf Kettler (Minden), Martin Poos (Petershagen), Manfred Meier (Petershagen), Dietrich Klöpper (Petershagen) und Klaus-Wilhelm Schonebohm (Porta Westfalica).

Im Anschluss an die Ehrungen präsentierte Dr. Jörn Krämer zwei aktuelle Gesetzesvorhaben. Mit dem Entwurf zum Landesnaturschutzgesetz NRW plane die Landesregierung unter anderem einen umfassenden Schutz von Dauergrünland, eine Erweiterung der Liste gesetzlich geschützter Biotope und ein Vorkaufsrecht des Landes beim Verkauf von Grundstücken in Schutzgebieten wie beispielsweise Vogelschutzgebiete. Als wesentliche Kritikpunkte aus landwirtschaftlicher Sicht nannte der Referent für Umweltpolitik des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes die Eingriffe in Bewirtschaftungsmöglichkeiten und Eigentum. Auch liefen viele Regelungen im Gesetz einem Naturschutz mit Bauern zuwider. Ohne Kooperation mit Landbewirtschaftern lasse sich Naturschutz flächendeckend aber kaum umsetzen.

An das Mitwirken der Landwirte appellierte Dr. Krämer auch beim Schutz von Gewässern. Mit Blick auf die Novelle des Landeswassergesetzes seien wirksame Maßnahmen zum Schutz vor Einträgen wie Dünge- oder Pflanzenschutzmittel erforderlich. So ließe sich der Zustand von Gewässern weiter verbessern und Bewirtschaftungsauflagen per Ordnungsrecht vermeiden.

kf

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