Hausensemble des Neuen Theaters ist mit Hauptproben im Zeitplan

Gehobene Gesellschaft vor schönstem Alpenpanorama

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Katastrophe: Plötzlich wollen alle Gäste abreisen. Was passiert ist, erfahren die Besucher bei der Premiere.

Espelkamp - Die Inszenierung „steht“. Auf der Bühne des Neuen Theaters Espelkamp liefen jetzt bereits die Hauptproben zu „Drei Männer im Schnee“, der neuen Produktion des Ensembles Espelkamp. Dabei läuft das, was bisher in Einzelszenen zerlegt und geprobt wurde, an einem Stück „durch“. Die Darsteller tragen bereits ihre Kostüme und das Bühnenbild ist komplett aufgebaut.

Zurzeit vertritt jedoch ein weißer Vorhang an der Rückwand eine Aushängung, deren Fertigstellung sich verzögert hat. Sie soll ein großes Alpenpanorama zeigen, denn das Stück spielt in einem First-Class-Hotel in den Bergen von Bruckbeuren. Hier logieren nur die Damen und Herren der gehobenen Gesellschaft wie die Millionärsgattinnen Kasparova und Von Mallebré. Kein Wunder, dass sie sich in der Gesellschaft von Eduard Schulte, einem nur scheinbar Mittellosen, der in schäbiger Kleidung auftritt, unwohl fühlen und alles tun, um ihn los zu werden.

Auf der Bühne läuft alles schon recht gut. Im Ensemble herrscht gute Stimmung, man ist optimistisch. Und doch ist eine gewisse Anspannung spürbar, denn die Gänge sind noch etwas unsicher, manche Auftritte erfolgen von einer falschen Stelle, und hier und da kommt der Text noch etwas zögerlich über die Lippen. Regisseurin Bärbel Brand sitzt im Publikum und greift möglichst nicht mehr ein. So gewöhnen sich die Laienspieler langsam an die Abläufe.

Die Musikeinspielungen, deutsche Schlager aus den 50er-Jahren, in die Brand das Kästner-Stück verlegt hat, kommen pünktlich aus dem Lautsprecher. Hingegen schwenken die Scanner der Bühnenbeleuchtung manchmal noch hilflos durch die Besucherreihen und auf der Bühne wird es plötzlich dunkel – eine Panne, die die Schauspieler bereits profihaft ignorieren. Überhaupt: „Ich brauche vorne noch viel mehr Licht“, wird Bärbel Brand in der Pause Richtung Technik rufen. Auch ihre Assistentin Jennifer Hauptfleisch hat noch einiges anzumerken, als das Ensemble nach der Probe auf die Bühne zurückkehrt, jetzt zivil gekleidet und ein wenig erschöpft.

Hinter der Bühne ist alles, was sich darauf abspielt, gut zu hören und auf einem Monitor mitzuverfolgen. Die Mithöranlage ist eingeschaltet und die Dialoge sind selbst auf der Toilette deutlich zu verstehen. Vor den Garderoben stehen und liegen noch Bühnenteile und Requisiten. Ein Umbau ist nach dem ersten Teil in der Pause vorgesehen. Dann werden auch die Wände entfernt, die mit Tapeten mit geschnörkelten Mustern beklebt sind. Viele Möbelstücke stammen aus der Wohnung einer alten Dame, die diese in den Fünfzigern erworben hat, darunter auch ein Ensemble aus Nierentisch und drei unterschiedlich farbigen Cocktail-Sesseln.

Bärbel Brandt hat die Bühnenausstattung übersichtlich gehalten und auf jeden „Schnickschnack“ verzichtet. Im zweiten Teil etwa steht die halbrunde Rezeption mittig für das gesamte Hotel, links steht die bereits erwähnte Sitzgruppe, und zwei Paravents ersetzen die Türen, während sie zugleich zusätzliche Lichteffekte ermöglichen. Vorne liegen die Hotelgäste bereits auf ihren Sonnenliegen. Der weiße Bodenbelag erinnert an den Schnee.

Das Ensemble Espelkamp liegt im Zeitplan. Der Premierentermin am Freitag, 23. Oktober, 20 Uhr, ist fast garantiert. „Leider hat sich das Gerücht verbreitet, unsere Premiere sei schon ausverkauft oder es seien nur noch Karten für minderwertige Plätze vorhanden“, berichtet Brandt und dementiert: „Das ist nicht wahr. Es wäre schade, wenn unsere Gäste wegen dieses Geredes nicht zur Premiere kämen.“ Weitere Aufführungen sind für Sonnabend, 24. Oktober, und Mittwoch, 30. Dezember, Beginn jeweils 18 Uhr, angesetzt. Am Donnerstag, 31. Dezember, beginnt um 18 Uhr die Silvestervorstellung. Eintrittskarten sind beim Ticketservice der Volksbank Lübbecker Land erhältlich.

rks

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