Harting-Technologiegruppe steigert ihren Umsatz um 3,7 Prozent / Werk 8 wird nächstes Jahr zur Flüchtlingsunterkunft

Gestärkt auf dem Weg zur „Industrie 4.0“

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Die Vorstandsmitglieder der Harting-Technologiegruppe starten verhalten optimistisch in das neue Geschäftsjahr 2015/2016: (vorn v.l.) Margrit Harting, Philip F.W. Harting, Maresa Harting-Hertz und Dietmar Harting sowie (hinten v.l.) Dr. Michael Pütz, Andreas Conrad und Dr. Frank Brode.

Espelkamp - Die Harting-Technologiegruppe in Espelkamp ist gestärkt ins neue Geschäftsjahr 2015/2016 gestartet. Im abgelaufenen Berichtszeitraum, auf den der Vorstand des Unternehmens zurückblickte, erzielte Harting „den höchsten Umsatz in der Unternehmensgeschichte“, betonte Vorstandsvorsitzender Philip F.W. Harting und nannte Zahlen: „Der Umsatz stieg auf 567 Millionen Euro.“

Das entspricht einem Plus von 3,7 Prozent (2014: 547 Millionen Euro) und den Erwartungen aus dem Vorjahr. Anfang Dezember 2014 hatte der Harting-Vorstand ein einstelliges Umsatzwachstum prognostiziert. „Wir haben geliefert“, so Harting. Der Gesellschafter rechnet auch für das seit Oktober laufende Geschäftsjahr mit einem leichten Anstieg. „Auch wenn das Wachstum weltweit abschwächt und Risiken wie Terror den Markt beeinflussen, sehe ich uns gut aufgestellt“, so Harting, der im Oktober den Vorstandsvorsitz von seinem Vater Dietmar Harting übernommen hatte. „Es ist nach wie vor möglich, zu wachsen, aber nicht mehr so einfach“, meinte er.

„Der Stabwechsel ist ein Meilenstein, signalisiert aber zeitgleich Kontinuität für die Region“, erklärte Harting. Denn die Maxime des Konzerns laute: „Mit Tradition in die Zukunft.“ Als Highlight nannte Harting-Junior in seinem Rückblick das 70-jährige Bestehen, das die Technologiegruppe im September gefeiert hatte. Insgesamt sei die Marktposition als „forschendes und innovatives Unternehmen mit konsequenter Kundenorientierung“ gefestigt worden.

Die geschäftliche Entwicklung verlief in den zehn Ländern, in denen Harting Fertigungsstandorte unterhält, laut Jahresbericht unterschiedlich. So verzeichneten die Unternehmer besonders in Amerika ein enormes Umsatzplus von 17,3 Prozent auf 61 Millionen Euro (2014: 52 Millionen Euro). In Amerika werden Philip F.W. Harting zufolge elf Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet. Um drei Millionen Euro auf 129 Millionen Euro stieg der Umsatz in Asien, in Deutschland blieb er bei 194 Millionen Euro stabil.

„Ich freue mich, dass die USA nächstes Jahr Partner der Hannover Messe sind“, führte Harting weiter aus. Zudem seien die Aktivitäten in Amerika verstärkt worden, was sich an einer weiteren Produktion in Silao (Mexiko) zeigt. Diese soll im Februar starten. Fast abgeschlossen ist auch die Erweiterung in Rumänien. „Der Kernmarkt wächst“, so Andreas Conrad, Vorstand Operations, dazu.

Positiv entwickelt hat sich auch der Personalbereich, denn „wenn der Umsatz sich gut entwickelt, wächst auch das Personal“, erklärte Dr. Michael Pütz vom Personalvorstand. So arbeiteten zum Ende des Geschäftsjahres 4228 Mitarbeiter weltweit bei Harting (Vorjahr: 4048). „Innerhalb von einem Jahr haben wir 180 neue Stellen geschaffen“, freute sich Pütz. An den drei Standorten im heimischen Kreis (Espelkamp, Rahden und Minden) beschäftigte Harting zum 30. September insgesamt 2367 Mitarbeiter, einschließlich Auszubildende (2251).

„Wir übernehmen Verantwortung für die Gesellschaft“, so Pütz, der stolz verkündete, dass seit Anfang des Monats ein Flüchtling aus Eritrea ein dreimonatige Praktikum bei Harting aufgenommen hat. Weiter machte er deutlich, dass das Familienunternehmen im nächsten Jahr sein Werk 8 (früher Planmöbel) als Unterkunft für bis zu 60 Asylbewerber zur Verfügung stellen wird.

Maresa Harting-Hertz, Vorstand Finanzen und Einkauf sowie Gesellschafterin, betonte zudem, dass sich Harting „klar zur Region bekennt“. Dies werde bei den Investitionen deutlich. Von den 48 Millionen Euro sei ein Großteil in die heimische Region geflossen. Beispielhaft nannte Harting-Hertz den Neubau einer Halle der Tochtergesellschaft Harting Systems in Espelkamp, die Erweiterung des Ausbildungszentrums NAZHA, in dem 152 Auszubildende in 21 Berufen ausgebildet wurden, sowie die Optimierung und Digitalisierung von Maschinen.

Für das nächste Jahr hat der Vorstand das Gesamtinvestitionsvolumen nochmals gesteigert. Mit rund 50 Millionen Euro soll unter anderem ein neues Logistikzentrum entstehen, das Pianka-Gebäude in ein Büro mit 120 Arbeitsplätzen umgewandelt und das Zukunftsprojekt „Industrie 4.0.“ vorangetrieben werden. Für letztgenanntes laufen bereits „viele vorbereitende Aktivitäten“, sagte Dr. Frank Brode, Vorstand Neue Technologien. Philip F.W. Harting erklärte: „Mit ‚Industrie 4.0‘ gehen wir weg von der Massenfertigung, hin zur Maßanfertigung.“ Harting sehe sich dabei als Wegbereiter im technischen Wandel und ist von den Vorteilen der neuen Technologien überzeugt. Im eigenen Unternehmen kommt daher das Mica-System zum Einsatz, das laut Brode in den nächsten Jahren weiter wachsen und Datenfluten filtern wird.

Als Ansporn, weiter gute Leistungen zu bringen, sieht Margit Harting als Generalbevollmächtigte Gesellschafterin Auszeichnungen, die das Unternehmen erhalten hat. Besonders hob sie den Red-Dot-Design-Award für den Imagefilm der Harting-Gruppe sowie den Titel „Top nationaler Arbeitgeber“ des Focus-Magazins hervor.

abo

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