Trotz Wetterkapriolen: Frauenhilfen und Abendkreise begrüßen den Frühling

Mit Gesang einen Blick in die weite Welt riskiert

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Rund 70 Frauen der Frauenhilfen und Abendkreise des Kirchenkreises Lübbecke kamen am Mittwochnachmittag zu der beliebten, geselligen Zusammenkunft in Frotheim zusammen.

Frotheim - Dicke weiße Flocken am Himmel ließen Anfang der Woche den Blick vieler Damen wohl in den Kalender wandern. Doch ohne Zweifel: Der letzte Mittwoch im April stand am Nachmittag im Zeichen des großen Frühlingstreffens aller Frauenhilfen und Abendkreise im Kirchenkreis Lübbecke. Die Auftaktveranstaltung zur neuen Saison ließen sich trotz der Wetterkapriolen mit zum Teil heftigen Schneefällen rund 70 Frauen im Gasthof Albersmeyer in Frotheim nicht entgehen. „Das sind sogar mehr, als sich angemeldet hatten“, freute sich Gisela Gräber.

Die Bezirksvorsitzende hatte erneut ein Kraft spendendes Frühlingsgedicht im Gepäck, das sie den Frauen mit auf den Weg gab. Zuversichtliche Worte fand auch Pfarrer Jens Weber, der als „Hahn im Korb“ die Andacht gestaltete und das Thema „Glück“ in deren Mittelpunkt stellte.

Die Pfarrerinnen Heidrun Rudzio und Sabine Heinrich (r.) luden mit musikalischer Untermalung zum offenen Singen ein.

„Glück – was ist das eigentlich?“, fragte der 44-jährige Geistliche, der sich als neuer Pfarrer der Kirchengemeinden Hüllhorst und Oberbauerschaft über die eigenen Gemeindegrenzen hinaus vorstellte. „Ein Spaziergang, bezahlte Rechnungen, ein frisches Brötchen, das Spielen mit den Enkelkindern?“ Je länger man über Glück nachdenke, umso schwieriger werde die Definition. „Glück hat verschiedene Facetten – ist ein Gefühl, eine Stimmung, oder man hat bei einer Sache einfach Glück gehabt.“ Doch erst mit Gottes Nähe könne man das wahre Glück empfinden.

Geselligkeit im Zeichen des christlichen Glaubens wurde beim Treffen wieder groß geschrieben, denn bei Kaffee und Kuchen ließ es sich nach Herzenslust Klönen. Zudem luden die Pfarrerinnen Heidrun Rudzio und Sabine Heinrich zum offenen Singen ein und hatten in Anlehnung an den Gedanken des Weltgebetstages einen Blick in die weite Welt riskiert.

Über ihre persönlichen Erfahrungen mit Menschen aus anderen Ländern berichtete anschließend Referentin Inge Hölscher. Sie gab einen Einblick in die Flüchtlingsarbeit der Kirchengemeinde Lübbecke. „Das erste Jahr ist für alle, Flüchtlinge und Helfer, am schwierigsten“, zog sie ein erstes Fazit. „Danach wird es besser und einfacher für alle. Syrer und Ägypter hätten sich Hilfe suchend an die Kirchengemeinde gewandt, fanden Unterstützung bei Verwandtschaftszusammenführung, Wohnungsbeschaffung, Bewältigung von Formalitäten und vielem mehr. Insbesondere Sprachbarrieren führen oftmals zu Missverständnissen, die auch Konflikte auslösen können.“

Es gebe für die Menschen im ersten Jahr viel zu verarbeiten. Neben der eigenen Fluchtgeschichte seien dies vor allem Verlustbewältigung und zerplatzte Illusionen vom neuen Leben. „Viele Asylbewerber verstehen nicht, dass es nicht von jetzt auf gleich Arbeit für alle gibt“, nannte Hölscher ein Beispiel. „Doch es macht auch viel Spaß, die Kulturen dieser Menschen zu entdecken, mit ihnen Dinge gemeinsam zu unternehmen.“ Es lohne sich, aufeinander zuzugehen. „Schon mit kleinen Dingen, das kann jeder.“

Zum Ausklang des Nachmittages nannte Gräber den nächsten Termin für eine gesellige Zusammenkunft in großer Runde: Das Herbstreffen findet am 28. September in Pr. Ströhen statt und beginnt mit einem Abendmahlsgottesdienst. 

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