Bedürfnisse für das Gewerbegebiet „In der Toplage“ sollen neu erfragt werden

Gemeinde, Bürger und Landwirte wollen Sicherheit

Gut gefüllt war der Raum für Gemeinde, als Bürgermeister Kai Abruszat zum Dielinger Ortsteilgespräch zu Gast war.

DIELINGEN - Mit 2 177 Einwohnern ist Dielingen, inklusive Reiningen, offiziell der einwohnerstärkste Ortsteil der Gemeinde Stemwede – und liegt damit noch vor Oppenwehe und Levern, die ebenfalls über 2 000 Einwohner haben. Von einer Steigerung von 80 Personen binnen eines Jahres sprach Bürgermeister Kai Abruszat am Donnerstagabend beim Ortsteilgespräch im Raum für Gemeinde in Dielingen.

Zur dritten Veranstaltung dieser Art hatte die Verwaltung alle Dielinger eingeladen, um über aktuelle Probleme und Projekte des Ortes zu sprechen. Die Tatsache, dass Dielingen mehr Zu- als Wegzüge verzeichnet, führte zum ersten Thema des Abends: „Wir brauchen eine kluge Flächensiedlungspolitik“, stellte Abruszat heraus. Denn von den 48 000 Quadratmetern freier Baufläche im Baulückenkataster habe die Gemeinde nur wenig eigene Flächen, die sie als Gewerbe- und Wohnbaugebiete ausweisen könne. „Ich rufe alle Eigentümer dazu auf, mit der Verwaltung in den Dialog zu treten“, bat Abruszat um die Mithilfe der Bevölkerung. Nur so könne eine Überplanung gelingen.

Für eine perspektivische Entwicklung würde der Bürgermeister gern den Gemeindeentwicklungsplan wieder aufnehmen, da er im Landesentwicklungsplan eine große Herausforderung sieht. Dazu erklärte er: „Unsere Gemeinde kann nicht gleichmäßig wachsen, weil uns die Landesregierung Siedlungsschwerpunkte vorgibt.“ Dielingen sei ein solcher Schwerpunkt, da dort ein großer Teil der Wertschöpfung stattfinde.

Vermarktung muss offensiver sein

Für das Gewerbegebiet „In der Toplage“ interessierte sich Ortsheimatpfleger Theodor Frenzel. Schließlich sei dort lange nichts geschehen, erinnerte Frenzel, dass die Flächen bereits vor mehr als zehn Jahren ausgewiesen worden, doch das Interesse ausgeblieben war. „Es ist uns bislang nicht gelungen, die Gewerbeflächen gut zu vermarkten. Das muss sich ändern – wir müssen eine offensivere Strategie fahren“, erwiderte Abruszat. Da sich die Hoffnungen bislang nicht erfüllt hätten, schlug der Bürgermeister eine erneute Prüfung auf aktuelle Bedürfnisse vor. Zudem machte er darauf aufmerksam, dass die Ausweisung von Gewerbeflächen am besten in interkommunaler Zusammenarbeit gelinge.

Außerdem könnte „In der Toplage“ das neue Feuerwehrgerätehaus der Löschgruppe Drohne-Dielingen (siehe Text rechts) entstehen. Dazu müsse die Verwaltung aber zunächst den Brandschutzbedarfsplan der Feuerwehr abwarten.

Bei der Suche nach geeigneten Flächen für neue Bau- und Gewerbegebiete käme die Landwirtschaft in der Regel zu kurz, merkte Joachim Schmedt an. Der Dielinger Landwirt ist zugleich Vorsitzender des landwirtschaftlichen Gemeindeverbandes und erklärte den rund 90 Besuchern des Ortsteilgesprächs: „Jeden Tag geht ein landwirtschaftlicher Betrieb verloren, weil die Flächen als Bauland ausgewiesen werden.“ Schmedt schlug daher vor, alte und nicht genutzte Flächen an Landwirte zurückzuführen und ihnen damit mehr Möglichkeiten zu bieten. „Es geht darum, eine faire Entscheidung für die Landwirte und die Gemeinde zu treffen“, gab ihm Bürgermeister Abruszat recht.

Schließlich sollten alle eine planerische Sicherheit haben. Vor allem aber „müssen wir dafür kämpfen, dass die Auflagen von oben uns nicht zu sehr einschränken“, betonte er mit Blick auf das Landesentwicklungsprogramm.

„Wir dürfen Dielingen nicht zerreden“, meinte Abruszat zur Anmerkung von Pfarrer Michael Beening, dass die niedersächsische Nachbargemeinde Lemförde aus der Sicht vieler Dielinger mehr zu bieten habe und Dielingen mit Blick auf die Infrastruktur „nicht wirklich lebenswert ist“. Den Grenzübergriff solle man aber auf jeden Fall pflegen, so Abruszat, denn der Überlappungsbereich sei von enormer Bedeutung. „Weg vom Kirchturm-Denken“, lautete daher sein Appell an die Stemweder. - abo

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