Interessante Stadtrundfahrt mit Diakon Peter Dürr bringt Bewohnern ihre Heimat ein Stück näher

Eine junge Stadt mit Geschichte

Aufbruch zu Stadtrundfahrt: Bei einer Busfahrt mit mehreren Haltepunkten lernten die Patienten der Psychosozialen Rehabilitation am Ludwig-Steil-Hof ganz neue Seiten ihres Wohn- und Heimatortes Espelkamp kennen. - Foto: LSH

Espelkamp - Ganz neue Einsichten in ihre Wohn- und Heimatstadt Espelkamp erhielten Klienten der Psychosozialen Rehabilitation des Ludwig-Steil-Hofes nun bei einer Stadtrundfahrt. Diakon Peter Dürr, nach eigenen Worten „bekennender Espelkamper“ seit seinem Zuzug im Jahr 1977, leitete sie und erzählte engagiert aus der Geschichte der jungen Stadt.

Dürr ist zugleich Mitglied des Stiftungsrats der evangelischen Stiftung Ludwig-Steil-Hof (LSH). Auch zahlreiche interessierte Mitarbeitende der Einrichtung folgten seinen sachkundigen Ausführungen während der Rundfahrt.

Vom Startpunkt aus ging die Fahrt über das nahe Hedrichsdorf zur Heinrich-Drake-Siedlung. Flüchtlinge hatten dort nach dem Zweiten Weltkrieg die vorhandenen Baracken des ehemaligen Arbeitslagers der Muna (Munitionsanstalt der deutschen Wehrmacht) in Besitz genommen, da sie dringend eine Unterkunft brauchten, berichtete Dürr den Ausflüglern. Drake hatte dies im Nachhinein legalisiert. Später entstanden dort Wohnsiedlungen mit Eigenheimen.

Auch in der Gabelhorst siedelten sich in den 70er- und 80er-Jahren Spätaussiedler aus der damaligen Sowjetunion an.

Großes Interesse bei den Teilnehmern des Ausflugs fand auch das Industriegebiet Nord in Espelkamp, da viele von ihnen vor ihrem Aufenthalt am Ludwig-Steil-Hof in dort angesiedelten Firmen beschäftigt waren. „Die Kolbergerstraße war ebenfalls sehr interessant, weil die anderthalbgeschossige Bauweise aus dem Umbau der früheren Muna-Baracken entstand und die alte Bausubstanz an einigen Stellen noch gut erkennbar ist“, berichten die Akteure.

Weiter ging es für sie zum Kommunikationszentrum ISY7, dem Neuen Theater und zum Martins-Haus, das einst als Kasino der Wehrmacht diente und im Laufe seiner Geschichte viele Nutzungen erfahren hat. Heute wird es von der Evangelischen Freikirche genutzt.

Über den Kreisverkehr am Atriumhaus fuhren die Teilnehmer entlang der Breslauer Straße mit dem Grünanger und seinen zahlreichen Spielmöglichkeiten, auf die Dürr – selbst Vater von zwei Kindern – besonders hinwies.

Mit der Thomaskirche wurde als nächstes das Wahrzeichen der Stadt Espelkamp besichtigt. Sie ist auf dem höchsten Punkt der Stadt erbaut und stellt mit der Achse zum Rathaus die besondere Verbindung von Kirche und Staat in Espelkamp dar. Die historische Leistung, so Diakon Dürr, sei gewesen, dass Staat und Kirche gemeinsam der Notlage nach dem Krieg begegneten.

Mit dem Ludwig-Steil-Hof als Keimzeile wurde Espelkamp zusammen mit der Aufbaugemeinschaft durch das Land und die Evangelische Kirche als Stadt begründet.

Über das Buranoviertel, ein besonderes Beispiel der von verschiedenen Designern entwickelten markanten Farbgebung des modernen Espelkamp, führte der Weg über die Merkurallee und zum Ausgangspunkt zurück, wo Diakon Dürr beim Kaffeetrinken noch zahlreiche Fragen beantwortete.

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