UTE-Vortrag über Verhandlungsstrategien

Der beste Kompromiss hat nur Gewinner

Referentin Kerstin Krämer (links) informierte beim UTE-Informationsabend über Verhandlungen und Kompromisse. Ruth Graf vom UTE-Vorstand dankte für die Informationen. Foto: UTE

Stemwede/Rahden/Esplekamp - „Stellen Sie sich vor, Sie sind Mutter oder Vater zweier Kinder und haben eine einzige Orange. Beide Kinder wollen die Orange haben. Was tun Sie?“, fragt Referentin Kerstin Krämer, aus Osnabrück. Eine Stimme aus dem Plenum bei der UTE-Veranstaltung „Verhandlungen erfolgreich führen“ im GAZ in Espelkamp antwortete: „Ich teile sie gerecht, und jedes Kind bekommt eine halbe Orange.“ Krämer: „Das wäre der klassisch Kompromiss. Zugeständnisse auf beiden Seiten.“

Eine Stimme aus dem Plenum bei der UTE-Veranstaltung „Verhandlungen erfolgreich führen“ im GAZ in Espelkamp antwortete: „Ich teile sie gerecht, und jedes Kind bekommt eine halbe Orange.“ Krämer: „Das wäre der klassisch Kompromiss. Zugeständnisse auf beiden Seiten.“

Zweite Möglichkeit: „Ein Kind teilt, das andere darf wählen“ – die klassische Geschwistermethode, aber jedes Kind bekommt wieder nur die Hälfte. Dritte Möglichkeit: Kein Kind bekommt die Orange, Vater oder Mutter verspeisen sie selbst. Irgendwie auch nicht die optimale Lösung. Beide Kinder verlieren. Das von Krämer vorgestellte Harvard-Konzept besagt: Schauen Sie hinter die Positionen, fragen Sie, welche Interessen stecken dahinter, warum wollen die Kinder die Orange haben: Das eine Kind antwortet: „Ich möchte einen Kuchen backen und benötige dazu die Schale der Orange.“

Das andere Kind hat Durst und möchte einen frisch gepressten Orangensaft trinken. Ihm genügt die Orange ohne Schale. Nach der Klärung der Bedürfnisse ist die Lösung plötzlich ganz einfach und die beiden unterschiedlichen Interessen lassen sich berücksichtigen, indem ein Kind die Schale und das andere die geschälte Orange bekommt. Beim schnellen Kompromiss mit zwei halben Orangen, so die Referentin, wären zwei beide Kinder unzufrieden gewesen.

Das sei eines der Grundprinzipien des Harvard-Konzeptes: Der Kompromiss ist nie die beste Lösung. Ziel sei es vielmehr, dass nach Möglichkeit beide Parteien aus einer Verhandlung als Gewinner herausgehen. „Das sind die erfolgreichsten Verhandlungen“, so Krämer.

Diese und weitere Impulse zum Thema Verhandlungsstrategien und -taktiken nahmen die Teilnehmenden nach einem interaktiven UTE-Abend mit nach Hause und in die nächsten Verhandlungen. Die Zuhörer des lebhaften und interessanten Vortrags seien zufrieden gewesen, informiert der Veranstalter mit Verweis auf das Ergebnis der im Anschluss an den Vortrag abgegebenen Feedback-Bögen.

Die nächste UTE-Veranstaltung ist für Dienstag, 17. Mai, ab 19.30 Uhr im Schloss Benkhausen geplant. Das Thema des Abends lautet „Veränderung im Unternehmen (Changemanagement) mit gemütlichem Ausklang in der Rente. Auch Nichtmitglieder sind dazu willkommen, müssen allerdings einen Kostenbeitrag von zehn Euro entrichten. Zwecks Planung wird um Anmeldung gebeten über die Internetseite oder telefonisch bei Ruth Graf Büroservice, Telefon 05743/2373, oder Beate Henke, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Espelkamp, Telefon 05772/562108.

www.ute-web.com

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