Geldstrafe wegen Verstoß gegen Waffengesetz

22-Jähriger geht mit Pistole zur Tankstelle

Espelkamp / Rahden - Ein 22-jähriger Espelkamper wurde vor dem Amtsgericht Rahden zu einer Geldstrafe von 640 Euro verurteilt, weil er gegen das Waffengesetz verstoßen hatte. An einem Sonnabend im September 2015 stand er mit einer Druckluft-Pistole in der Hosentasche am Eingang einer Tankstelle an der Isenstedter Straße in Espelkamp. Den für die Pistole benötigten kleinen Waffenschein besaß er nicht.

„Das stimmt alles so“, gestand der 22-Jährige. Er sei an dem Tag mit zwei Freunden nach Bielefeld gefahren. Schon Morgens hatten sie angefangen zu trinken. Auf dem Rückweg hätten sie seine Freundin eingesammelt, erzählte der Angeklagte. Sie habe sofort gemerkt, dass er Alkohol getrunken hatte – obwohl er ihr versprochen hatte, nicht mehr zu trinken. Der 22-Jährige berichtete weiter, dass er nach einem Streit mit seiner Freundin nach Hause gefahren sei, die Pistole aus dem Keller geholt und sich auf den Weg zur Tankstelle gemacht habe. „Eine Erklärung habe ich wirklich nicht dafür“, sagte er.

Die Pistole habe er vor ein paar Jahren von einem Freund geschenkt bekommen. „Ich wusste wirklich nicht, dass man für diese Luftschuss-Pistole einen Waffenschein braucht“, entschuldigte er sich. Das Magazin der Waffe sei leer gewesen, beteuerte er auf Nachfrage der Staatsanwaltschaft.

Der Angeklagte saß nicht zum ersten Mal vor Gericht. Er wurde unter anderem bereits wegen räuberischer Erpressung und versuchten Raubs verurteilt. Den Verstoß gegen das Waffengesetz beging er unter laufender Bewährung. Sein Bewährungshelfer erklärte, dass bei dem Angeklagten seit der vorausgegangenen Verurteilung eine deutliche Verbesserung des Sozialverhaltens wahrzunehmen sei.

Die Staatsanwältin ging von einer fahrlässig begangenen Tat aus, „weil der Angeklagte schlichtweg nicht wusste, dass er einen Waffenschein braucht“. Sie forderte eine Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu je acht Euro. Der Verteidiger des Angeklagten setzte sich ebenfalls für eine Geldstrafe ein.

Bei der Verkündung des Urteils – 80 Sätze à acht Euro – merkte Richter Schebitz an, dass es problematisch sei, dass der Angeklagte öfters wegen schwerer Straftaten aufgefallen sei. „Da wird einem schon unwohl, wenn man weiß, dass so eine Person eine Waffe hat.“ J ks

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