Arbeitskreis „Jüdisches Leben in Rahden“ holt Wanderausstellung in Kirche

Erinnerung wird fortgesetzt

Claus-Dieter Brüning, Sigrid Lindemann, Archivar Ulrich Mentemeier, Monika Büntemeyer und Brunhilde Meier vom Arbeitskreis „Jüdisches Leben in Rahden“ (v.l.) setzen ihre Gedenkarbeit fort. Die Tafeln sind Teil der Ausstellung, die am 10. September in Rahden eröffnet wird.
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Claus-Dieter Brüning, Sigrid Lindemann, Archivar Ulrich Mentemeier, Monika Büntemeyer und Brunhilde Meier vom Arbeitskreis „Jüdisches Leben in Rahden“ (v.l.) setzen ihre Gedenkarbeit fort. Die Tafeln sind Teil der Ausstellung, die am 10. September in Rahden eröffnet wird.

Rahden - Die Aufgabe des Rahdener Arbeitskreises „Synagoge“ war mit der Ausgestaltung der Gedenkveranstaltung zum 160. Jahrestags der Einweihung der Rahdener Synagoge am 10. September 2012 eigentlich erledigt.

Mehrer Veranstaltungen hatte er zudem im Rahmen dessen auf die Beine gestellt. Diese waren allesamt so gut besucht, dass der Arbeitskreis seine monatlichen Treffen nicht einstellte und stattdessen weiteren Aktionen plante. Gestern machte er seine Vorhaben im Bahnhof publik.

Vom 10. September bis zum 5. Oktober dieses Jahres wird dienstags bis samstags im Rahmen der „offenen Kirche“ in der St.-Johannis-Kirche die Wanderausstellung „Die Synagoge – Schnittpunkt jüdischen Lebens“ des Jüdischen Museums Westfalen gezeigt.

Die von Thomas Ridder erstellte Ausstellung erläutert die „Aufgabe und Bedeutung der Synagoge von ihren geschichtlichen Anfängen in Israel der Antike bis in die Gegenwart“, heißt es auf einem Flyer des Arbeitskreises. Er wird diesmal von der evangelischen Kirchengemeinde Rahden und der Volksbank-Stiftung unterstützt. Es sprechen bei der Ausstellungseröffnung ab 18 Uhr Pfarrer Stefan Thünemann, Monika Büntemeyer vom Arbeitskreis – der sich mittlerweile „Jüdischen Leben in Rahden“ nennt – und Thomas Ridder vom Jüdischen Museum.

„Die Ausstellung erklärt uns vielleicht, wie unsere Synagoge ausgesehen hat“, hofft Architektin Brunhilde Meyer. Mit dem Wissen, dass der Arbeitskreis bis jetzt hat, haben sie und Ursula Ester-Hartke eine Tafel erstellt, die sich mit dem Bau des Gotteshauses befasst. Eine weitere Tafel, die im Stile der 30 Wanderausstellungstafeln gestaltet wurde, befasst sich mit der Vorgeschichte der Synagoge. Ergänzen sollen Gegenstände aus dem jüdischen Leben (Leihgaben der Mediothek des Kirchenkreises Minden) die Ausstellung in St.-Johannis.

16 Meter lang und neuneinhalb Meter breit soll die Rahdener Synagoge gewesen sein, die am 10. November 1938, einen Tag nach der Reichspogromnacht, von den Nationalsozialisten angezündet wurde. Das Aussehen des Gebäudes müssen sich die Arbeitskreisler herleiten, beispielsweise aus Erzählungen von Zeitzeugen und Ähnlichkeiten zur Petershagener Synagoge.

Baupläne gibt es nicht mehr. Die wissbegierigen Rahdener wissen bis jetzt: Ein Gottesdienstraum soll nach Osten ausgerichtet gewesen sein, der Eingang befand sich in Richtung des heutigen Rathauses. Weiterhin gab es einen Schulraum, der einige Zeit von der Mittelschule als Ausweichraum genutzt wurde. Für weitere Hinweise von Bürgern, die aus der Geschichte erzählen können und vor allem wollen, ist der Kreis dankbar.

Geplant ist für Sonntag, 10. November, ab 16 Uhr zudem eine schlichte Gedenkveranstaltung am Obelisk neben dem Rathaus. Dort, wo die Synagoge einst stand, will der ehemalige Pfarrer Werner Milstein sprechen und Hauptschüler werden die Namen der jüdischen Mitbürger Rahdens verlesen.

Der Arbeitskreis habe noch viele Ideen, sagt Rahdens Ortsheimatpfleger Claus-Dieter Brüning. Er wolle aber nicht nur die Schreckenszeit aufzeigen, sondern auch die jahrhundertalte jüdische Kultur vorstellen und an sie erinnern. · kap

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