„Outdoor-Challenge“ in Rahden verlangt Jungen und Mädchen einiges ab

Aue und Ekel überwinden

Entengrütze unten, Ferienkind oben: Fabian (14) durfte den Seilsteg über die Große Aue als erstes überqueren.

Rahden - „Mitzubringen sind: Alte Kleidung und Schuhe, Wechselkleidung und Schwimmzeug“, hieß es in der Ankündigung der dritten „Outdoor-Challenge“ im aktuellen „Ferien in Rahden“-Programm. Was die elf Teilnehmer der schweißtreibenden Aktion gestern sonst noch mitbringen mussten: Mut, Kraft, Durchhaltevermögen, Überwindung, Köpfchen und Lust auf ein Abenteuer vor der eigenen Haustür.

Das Freibad stand als Veranstaltungsort im Programmheft und ließ einen harmlosen Spiel- und Spaß-Nachmittag vermuten. Doch weit gefehlt: Von dort aus wanderten die Jungen und Mädchen mit ihren von der Rahdener Stadtjugendpflege beauftragten Betreuern Hanno Straßburg, Sören Knost, Anna-Lena Herms und Susanne Abrams zur Großen Aue. Auf dem Weg dorthin stellte Straßburg ihnen die erste Aufgabe.

In zwei Gruppen sollten sie je einen schweren Baumstamm zur nächsten Station, einer Aue-Brücke, transportieren. „Ihr könnt dem Baumstamm auch einen Namen geben. Ihr werdet heute viel damit zu tun haben“, stachelte Straßburg die Kinder an. Auch wenn sein Ton manchmal hart klang, hatte der Sportlehrer des Gymnasiums immer ein Auge auf seine Schützlinge. „Ihr werdet viel Zeit im Wasser und im Matsch verbringen“, deutete er auf die Aue, die die Kinder im Laufe des Nachmittages ein ums andere Mal durch- und überqueren mussten.

Er erklärte ihnen, dass er und die anderen speziell ausgebildeten Betreuer sie zu nichts zwingen und ihnen nichts Böses wollten. „Ihr macht alles auf freiwilliger Basis, aber wir werden versuchen, euch zu überreden. Versucht, euch zu überwinden“, riet er den Kindern, bevor die zweite Aufgabe begann. In einem Klettergeschirr sollten die Abenteuer die Große Aue an zwei Seilen überqueren.

Weitere Aufgaben, die größtenteils als Gruppe zu lösen waren, waren der Transport eines „Verletzten“ über das Gewässer, ein Gelände-Cross-Lauf mit Liegestützen und Sprints sowie Geschicklichkeitsübungen. Auch eine Brücke galt es mit Stricken und Schlingen zu überwinden.

Bei fast allen Aufgaben stand der Teamplay-Gedanke im Vordergrund. „Wir wollen den Teamgedanken der Mädchen und Jungen stärken. Außerdem soll jeder seine Stärken für sich herausfinden“, erklärte Straßburg die Grundgedanken des „Back to Nature“-Ferienangebotes. Es ginge manchmal auch darum, Angst und Ekel zu überwinden. Ekel vor dem etwas unappetitlich aussehenden aber ungefährlichen Aue-Wasser beispielsweise.

Das wollten auch Eleah, Malin und Dorothee, die einzigen Mädchen in der Gruppe. In der Aue seien sie noch nie gewesen, erklärten die Zwölfjährigen, herein trauen würden sie sich aber – Entengrütze hin oder her. „Wir wussten gar nicht, was da auf uns zukommt“, sagte Dorothee, gab sich aber zuversichtlich, alle Aufgaben meistern zu können.

Übrigens hatten die Kinder gestern noch Glück, denn Straßburg und Co. hätten die Aktion außer bei Gewitter bei jedem Wetter „durchgezogen“. · kap

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