Rahdenerin Elke Fukking erfüllt sich Traum vom eigenen Wildkräutergarten

Einfach den Rasen wachsen und sich überraschen lassen

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Zwischen ihren Kräutern fühlt sich Elke Fukking am wohlsten. In ihrem ökologischen Garten wird Regenwasser gesammelt. In den Gehölzen dürfen Vögel nisten. ·

Rahden - Von Sonja RohlfingUmgeben von mehrstöckiger Wohnbebauung, Straßen, befestigten Plätzen und Wegen tut sich hinter dem eisernen Gartentor eine Welt auf, die sich hier so nicht vermuten lässt. Grob gemähter Rasen, formal angeordnete Kräuterbeete, Gewächshäuser, Windschutzgehölze, vergessene Ecken mit Brennnesseln und Todholz formen sich zu einem Idyll mitten in der Stadt. Der Kräutergarten an der Marktstraße, Ecke Wellerstraße in Rahden ist das Reich von Elke Fukking.

„Der Garten ist mein Leben“, erklärt die Kräutergärtnerin. Zur Begrüßung gibt es einen Tee aus Blüten von Wildkräutern. „Im Prinzip ist es Blödsinn, Pflanzen zu kaufen. Man hat alles im Garten“, sagt sie. Man müsse nur den Rasen wachsen und sich überraschen lassen. Klee, Löwenzahn, Giersch oder Margeriten ließen sich wunderbar zu Tees, Smoothies oder Salaten verarbeiten.

Unter dem Namen „Urkraut“ bietet Elke Fukking Gaumenkräuter, Küchen- und Teekräuter, Duft- und Aromapflanzen, Salat- und Wildkräuter, alte Kulturpflanzen, essbare Blüten und Heilkräuter an. „Die Menschen lesen immer ‚Unkraut‘, schalten dann und schmunzeln.“ Dabei gebe es das Wort Unkraut eigentlich gar nicht. Unerwünschter Aufwuchs sei der Fachbegriff des Gärtners.

Neugierde gegenüber der Welt der Kräuter und Erstaunen, was alles essbar ist, beobachtet die Gärtnerin bei ihren Mitmenschen. „Viele Leute können Wildkräuter aber nicht bestimmen oder wissen nicht, was sie damit machen können“, sagt Elke Fukking. Deshalb bietet sie Workshops zu verschiedenen Themen an.

Regional ganz unterschiedlich sei, welche Kräuter nachgefragt werden, stellt die Gärtnerin fest, die ihre Kräuter immer mittwochs auf dem Rahdener Wochenmarkt, im Hofverkauf von April bis Oktober dienstags und freitags, bei Events und unregelmäßig auf dem Spargelhof Winkelmann anbietet.

Kräuter sind nach wie vor „in“. „Der Trend hört nicht auf“, stellt Fukking fest. Die so genannten Küchenkräuter sind aber längst nicht so anspruchslos wie ihre wilden Verwandten. „Eine Rolle für das Gedeihen spielen Standort, Erdzusammensetzung, Düngergaben und Ernte“, informiert die Fachfrau. Angelegt werden kann ein Kräutergarten im Frühjahr oder im Herbst. „Nicht bei Sonne, sondern bei bedecktem Himmel pflanzen, sonst sind die Kräuter gleich schlapp“, erklärt sie.

„Wer möchte, dass seine Pflanzen größer werden, sollte regelmäßig davon ernten, selbst dann, wenn er nichts davon essen möchte“, erläutert Elke Fukking. Die Pflanzen arbeiten dagegen an, und bleiben so schön buschig. Allerdings sollte bei mediterranen Kräutern nicht zu weit ins alte Holz geerntet werden.

Die Rahdenerin düngt nur mit Brennnesseljauche, Kompost oder organischem Dünger, zugelassen für den ökologischen Gartenbau. Gegen Schädlinge wie Blattläuse setzt sie auf Nützlinge. Deshalb gibt es in ihrem Garten Insektenhotels, Nistkästen, Wildgehölze wie Haselnuss, Sanddorn und Holunder, Todholz- und Laubhaufen. „Das bleibt alles bewusst stehen“, so Elke Fukking. „Wer das Laub im Frühjahr zu früh entfernt, bei dem wandern die Marienkäfer im Müllbeutel zur Pohlschen Heide.“ Den Naturkreislauf nicht zu durchbrechen, ist der Kräutergärtnerin wichtig.

http://www.urkraut.de

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