Pr. Ströher Heimatfreunde errichten Storchennisthilfe am Heuerort

„Ein-Zimmer-Appartement“ wartet auf erste Bewohner

Die Pr. Ströher Heimatfreunde errichteten auf dem Hof Rohlfing eine Storchennisthilfe. Eric Rohlfing (v.l.), Marco Holste, Wilhelm Helmerking, Bernhard Wietelmann, Karin, Birgit und Jost Rohlfing und Friedrich Sander wiesen Bernd Rohlfing mit dem Teleskoplader beim Aufstellen des Mastens ein. ·
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Die Pr. Ströher Heimatfreunde errichteten auf dem Hof Rohlfing eine Storchennisthilfe. Eric Rohlfing (v.l.), Marco Holste, Wilhelm Helmerking, Bernhard Wietelmann, Karin, Birgit und Jost Rohlfing und Friedrich Sander wiesen Bernd Rohlfing mit dem Teleskoplader beim Aufstellen des Mastens ein. ·

Pr. Ströhen - Reges Treiben auf dem Gehöft von Heinrich und Bernd Rohlfing in Pr. Ströhen. Auf dem Anwesen am Heuerort wurden am Sonnabend die Pr. Ströher Heimatfreunde in Sachen Artenschutz aktiv. Jetzt wartet hier eine Storchennisthilfe auf ihre ersten Bewohner.

„Im letzten Jahr haben wir im Vorstand beraten, auch in Pr. Ströhen mit einer Nisthilfe zur Wiederansiedelung der Weißstörche beizutragen“, berichtet Vereinsvorsitzender Bernhard Wietelmann. Hilfe für die richtige Standortwahl holten sich die Heimatfreunde beim Aktionskomitee „Rettet die Weißstörche“ in Minden. Nach Beratungen mit Stefan Bulk vom Aktionskomitee fiel die Wahl des neuen Nisthilfeplatzes auf die an der Aue gelegenen Wiesen der Hofanlage von Heinrich und Bernd Rohlfing an der Heuerorter Straße.

Bereits am frühen Morgen gingen Wietelmann, Wilhelm Helmerking, Ortsheimatpfleger Friedrich Sander, Marco Holste sowie Hofeigentümer Bernd Rohlfing und Sohn Eric daran, den neun Meter hohen Holzmasten zu verschrauben und im Boden „dingfest“ zu machen. Auf ihm wurde das als Nisthilfe dienende Kranzteil befestigt. Zentimeter um Zentimeter richtete Rohlfing den Masten am Nachmittag mithilfe eines Teleskopladers auf.

„Nicht nur beratend stand uns das Aktionskomitee zur Seite“, ist Wietelmann über die Unterstützung erfreut. Auch die Nisthilfe mit einem Durchmesser von rund 1,20 Metern wurde den Pr. Ströher Heimatfreunden zur Verfügung gestellt. „Mitarbeiter des Mühlenbauhofes in Frille haben sie aus Eiche und einem Weidengeflecht gebaut.“ Materialien mit langer Haltbarbarkeitsdauer. „Wir haben mit Reisig, Stroh und Heu lediglich für die gemütliche ‚Innenausstattung’ des Ein-Zimmer-Appartements gesorgt“, sagt der Vereinsvorsitzende weiter, und ergänzt mit einem Augenzwinkern: „Mit etwas weißer Farbe haben wir dafür gesorgt, dass es ein wenig ‚angeschissen’, also schon benutzt, aussieht.“ Denn Störche seien dem Gerangel unter Artgenossen um ihre Nester nicht abgeneigt.

Noch bevor Anfang der 90er-Jahre die Weißstorch-Population einen Tiefstand erreichte und nur noch drei Storchenpaare im Mühlenkreis nisteten, wurden Artenschützer aktiv. „Die Population der Weißstörche hat sich im Kreis Minden-Lübbecke, insbesondere in den Weserauen, in den vergangenen Jahren gut entwickelt“, berichtet Wietelmann. Die Wiederbesiedlung des nordwestlichen Kreisteiles vollziehe sich allerdings nur zögerlich. „Wir wollen helfen, die weißen Flecken in dieser Region zu schließen.“

Die Bedingungen für Störche seien nach Aussage des Aktionskomitees nicht sonderlich gut. „Es gibt immer weniger Biotope für Amphibien, von denen sich die Vögel ernähren“, wissen auch die Pr. Ströher Heimatfreunde. „Hier am Heuerort sind die Bedingungen wegen der Nähe zur Aue und zur Renaturierung hingegen ideal“, freut sich Ortsheimatpfleger Friedrich Sander.

Nisthilfen auf den Dächern ihrer Häuser lehnten heutzutage die meisten Hofbesitzer ab. „Zuviel Schmutz, den die gefiederten Mitbewohner hinterlassen, ist der Grund“, weiß Wietelmann. Daher böten die an ausgewählten Stellen aufgestellten Masten eine gute Alternative.

„Unsere Höfe waren in früherer Zeit eigentlich immer Storchenhöfe“, erinnert sich auch Karin Rohlfing. „Deshalb haben wir diese Aktion gerne unterstützt.“ Störche seien gesellige Tiere, wissen auch die Heimatfreunde. „Sie möchten in der Nähe von Höfen und Menschen sein“, sagt Bernhard Wietelmann. „Hier finden sie die idealen Voraussetzungen.“ Nicht nur die Rohlfings sind jetzt gespannt, ob und wann „Meister Adebar“ seine neuen Nachbarn mit Schnabelklappern begrüßt. · Art

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