Ausschuss gegen Becken-Sanierung / Gemeinde will Unterstützung geben

„Ein riesiger Verlust“

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„Wir sollten nicht so tun, als ob es noch eine Chance gebe“, sagte Wolfgang Fricke (FDP, l.). Als großen Verlust für den Ort bezeichnete Oppenwehes Grundschulleiter Ansgar Matern (r.) den Wegfall des Lehrschwimmbeckens. Haldems Schulleiterin Martina Weiffen-Flore erklärte, ihre „Schwimm- und Sportkollegen“ seien mit den Schwimmmöglichkeiten in Bohmte zufrieden. ·

Wehdem - Das Lehrschwimmbecken in Oppenwehe wird nicht saniert. Stattdessen werden Schulen, Kitas und Vereine darin unterstützt, Kinder an Wasser zu gewöhnen und ihnen das Schwimmen beizubringen. Das empfahl jetzt der Stemweder Schul-, Kultur- und Sportausschuss nach intensiver Diskussion mit drei Gegenstimmen der CDU und einer Enthaltung an den Betriebsausschuss (wir berichteten). Offen gehalten haben sich die Politiker alle Optionen für eine Folgenutzung. Denn was mit dem leer stehenden Becken passieren soll, darüber soll in Ruhe nachgedacht werden.

Auf eine Entscheidung „Sanierung Ja oder Nein“ zu verzichten, beantragte Jörg Tielbürger (CDU). „Wir haben alle Zeit der Welt“, ist er gegen aus seiner Sicht voreilige Entschlüsse und möchte zunächst abwarten, ob die Schwimmfahrten funktionieren. Außerdem ist ihm zu wenig abgegrenzt, welche Summe der veranschlagten Sanierungskosten in Höhe von 431 000 Euro für das Schwimmbecken und was davon für die Sporthalle sei.

„Für die Schule und Oppenwehe ist das ein riesiger Verlust“, bedauert Schulleiter Ansgar Matern. Auch ohne die Sanierung des Beckens bestehe grundsätzlich Handlungsbedarf, verweist der Schulleiter auf das Dach über den Duschen und dem Allzweckraum sowie auf die Sanitäranlagen.

„Wir sollten nicht so tun, als ob es noch eine Chance gebe“, betont Wolfgang Fricke (FDP). Wenn wir uns jetzt noch Zeit geben, wird das nichts ändern.“ Der finanzielle Aufwand für die Sanierung sei eine Investition für 25 Jahre. Damit tut sich Fricke angesichts der demografischen Entwicklung schwer.

„Wir haben den Fokus auf das Kind und nicht auf die Einrichtung gelegt“, erläutert Schulamtsleiter Jörg Bartel. Allen sei es gelungen, neue Schwimmgelegenheiten zu finden. Rund 100 Wochenstunden Nutzungszeit haben die umliegenden Bäder für Stemweder angeboten. Die Nachteile für Oppenweher, weil sie nun Fahrzeiten in Kauf nehmen müssen, sehe er wohl. „Wir wollen dazu beitragen, Kinder an Wasser zu gewöhnen und ihnen Schwimmen beizubringen, auch ohne eigenes Becken“, erklärt Jörg Bartel.

So wird die Gemeinde Stemwede wie bisher auch für alle Schulen die Kosten für die Schwimmfahrten und den Bad-Eintritt übernehmen. Im Zuge der Gleichbehandlung soll diese Regelung auch für die Haldemer Grundschule gelten, wo bislang die Eltern die Kosten trugen.

Ferner sollen Familienzentren, Kitas, der FC Oppenwehe und weitere nicht gewinnorientierte Gruppen unterstützt werden, wenn sie Wassergewöhnung und Schwimmen-lernen anbieten. Dadurch entstehen der Gemeinde zwar Mehrkosten. Dem gegenüber stehen aber die Einsparungen bei den Betriebskosten (rund 29 000 Euro jährlich) und für die nicht erfolgte Sanierung (431 000 Euro).

„Wir haben immer noch alle Chancen, in einem halben Jahr unseren Beschluss zu ändern, wenn wir sehen, dass die Schwimmfahrten nicht funktionieren“, merkt Wilhelm Riesmeier (SPD) an. Mit dem Beschluss werde das Becken nicht abgerissen oder zugeschüttet. Es blieben noch alle Optionen für eine Folgenutzung offen. · SoR

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