Kreisverband der Landwirte blickt zurück

Durchwachsene Bilanz

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„Die landwirtschaftliche Lage sieht derzeit im Großen und Ganzen gut aus“, meint der Kreisverbandvorsitzende Karl-Heinz Becker. ·

Minden-Lübbecke - Eine durchwachsene Bilanz für 2013 zieht Karl-Heinz Becker als Vorsitzender für den Landwirtschaftlichen Kreisverband Minden-Lübbecke. „Wir konnten eine zufriedenstellende Ernte einfahren, allerdings mit niedrigeren Preisen als im Vorjahr.“ Sein Blick ist verhalten optimistisch: „Die landwirtschaftliche Lage sieht derzeit im Großen und Ganzen ganz gut aus.“

Ackerbaulich war es ein interessantes Jahr. So zeichnete sich der Witterungsverlauf durch einen langen, kalten Winter, einem kühlem Frühjahr sowie einer Hitzewelle im Juli aus. „Gleich mehrere Rekorde konnten wir verbuchen“, fasst der Vorsitzende zusammen. Januar und Februar seien beispielsweise die sonnenscheinärmsten Monate seit 1951 gewesen. „Weiter konnten wir den kältesten März seit 25 Jahren vermelden“, berichtet Becker. Der Sommer erreichte dann nur rund 60 Prozent des Niederschlagssolls in NRW, lag aber mit 636 Sonnenstunden deutlich über dem Schnitt der Jahre (554 Stunden).

Die Bauern im Mühlenkreis konnten deshalb eine ordentliche Getreideernte einfahren. „Die Preissituation ist jedoch schlechter aufgrund der Weltmarktlage“, begründet der Vorsitzende. „Bescheiden fiel die Mais- und Kartoffelernte aus, vor allem auf den leichteren Standorten.“ Die Zuckerrübenernte sei dagegen mit mittleren Erträgen und guten Zuckergehalten besser als erwartet. Becker hebt hervor, dass die Milchpreise zur Zeit gut seien: „Die Milchbauern können derzeit Luft holen und Einbußen vergangener, magerer Jahre ausgleichen.“ Weiter sei der Schweinemarkt starken Preisschwankungen unterworfen, im Schnitt, so Becker, „sind die Erlöse keineswegs zum Jubeln“. Er ist zudem überzeugt, dass die Lebensmittelpreise nicht ins Unermessliche steigen werden.

Ein großes Thema war 2013 die Reform der europäischen Agrarpolitik. „Der große Wurf ist diese Agrarreform nicht“, urteilt der Vorsitzende. Zumindest aber gebe sie Planungssicherheit für die kommenden sieben Jahre. Das bedeute aber nicht, dass der Weg schon bis ins Detail vorgezeichnet sei. Gewisse Sorge bereite den Landwirten, wie die Reform tatsächlich ausgestaltet werde. Becker: „Hier fordern wir eine möglichst praxisbezogene Umsetzung.“ Den Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD bewertet er als einen tragfähigen Kompromiss mit Schattenseiten. „Wir Landwirte brauchen Zeichen, um betriebliche Entscheidungen planen zu können.“

Den ansässigen Landwirten machen laut Becker zudem die steigenden Auflagen und Vorgaben vor allem im Bereich Stallbau und Tierhaltung zu schaffen. Eine große finanzielle Belastung bedeutete für viele Schweinehalter in den letzten zwei Jahren beispielsweise der geforderte Austausch der Spaltenböden. Die verbundenen Mehrkosten zwängen gerade kleinere und mittlere Betriebe häufig zur Aufgabe. Die Politik fördere damit den Strukturwandel und leiste wachsenden Größenordnungen Vorschub, die keiner wolle, so Becker. „Immer neue Regelungen ziehen immer neue Investitionen nach sich.“ Einen Mehrerlös brächten all diese Investitionen seiner Meinung nach aber nicht. Besorgt seien die Bauernfamilien auch um die zunehmende gesellschaftliche Diskussion. „Hier ist Transparenz die beste Form, die landwirtschaftlichen Leistungen der Bevölkerung nahe zu bringen“, betont der Vorsitzende.

Abschließend blickt Becker positiv in das kommende Jahr. Die großen Themen unserer Zeit – Klimawandel, Welternährung, Bioenergie – sind seiner Meinung nach ohne den Beitrag der Landwirtschaft nicht zu bewältigen. Doch die Bauernfamilien, insbesondere die jungen Menschen auf den Höfen, bräuchten Perspektiven.

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