Große Beteiligung an der Frühwanderung und dem plattdeutschen Gottesdienst bei Kokemohr in der Heide

„Dor hör´re ick nich mett reket!“

Einig in der Erhaltung der plattdeutschen Mundart: Pastor Willi Dullweber und Pastor Roland Mettenbrink mit dem Heimatvereinsvorsitzenden Bernhard Wietelmann, der als Lektor während des Gottesdienstes die Lesung hielt.

Pr. Ströhen - (on) · Da, wo sich einst an der Staatsgrenze zwischen Preußen und Hannover in Moor und Heide Zöllner und Schmuggler Verfolgungsjagden lieferten, wo sich noch bis nach dem Krieg gerne Jugendliche aus dem Niedersächsischen und Westfälischen gegenseitig befehdeten, da wanderten am Sonntag zu früher Stunde 30 geschichtlich interessierte Heimat- und Wanderfreunde auf dem Grenzweg und am Herrenholz entlang ins Wagenfelder Bruch.

Ziel war das Gasthaus Falldorf, wo ihnen vom Wagenfelder Bürgermeister Wilhelm Falldorf ein Frühstück serviert wurde.

Mitten unter den Wanderern Pastor Roland Mettenbrink und der Heimatvereinsvorsitzende Bernhard Wietelmann, die gemeinsam mit einen bewährten Stamm von Mitarbeitern die traditionelle Veranstaltung, Frühwanderung des Heimatvereins und plattdeutscher Gottesdienst der Kirchengemeinde, vorbereitet hatten.

Start und Ziel war das Anwesen Kokemohr, Immenweg 7, wo die Familie ihre Garagenräume ausgeräumt hatte und sie samt Nebenräume für den Gottesdienst zur Verfügung stellte.

„Dor hör‘re ick nich mett reket“ hieß das Veranstaltungsmotto, auch nicht mit der guten Beteiligung, wie Pastor i.R. Wilhelm Dullweber aus Levern humorvoll sagte, der wieder als plattdeutsch predigender Gastprediger vor Ort weilte. Die Räumlichkeiten reichten kaum aus, um alle Besucher zu fassen. Er erinnerte an die geschichtsträchtige Entwicklung des Ortsteils Heide, der von Unkundigen nur schwer zu finden sei.

Pastor Roland Mettenbrink stattete Familie Kokemohr sowie Heinrich Thane, Edith Hantel und Astrit Gartzke, die Stühle und Bänke herangeschafft und die Garagenräume mit einem Altar versehen hatten, Dank ab. Am meisten aber freute er sich über die gute Beteiligung an der Frühwanderung, die bei schönem Spätsommerwetter für alle zu einem Erlebnis inmitten der herbstlicher werdenden Natur geworden sei.

Mettenbrink lud zur Teilnahme am Marktgottesdienst am kommenden Sonntag, 26. September, 10 Uhr, im Marktzelt ein, der unter dem Motto „Boxenstopp“ stehe. Dazu werde noch ein Fleyer erstellt und verteilt. „Doch nun soll es mit dem Hochdeutschen genug sein und das Plattdeutsch zu Wort kommen“, sagte er zu Willi Dullweber und übertrug ihm die weitere Gestaltung des Gottesdienstes.

„Hier watt jo Englisch kürt“, zeigte sich der erstaunt und erinnerte in der von ihm bekannten humorvollen Art an Mettenbrinks Worte „Boxenstopp“ und „Fleyer“: „Seiet man tou, dat gie das Dütske, vo ollen Dingen jour plattdütschen Mundort, erhault“, ermunterte er die Besucher.

So wurden im Verlauf des Gottesdienstes die Lieder in Plattdeutsch gesungen. Der Posaunenchor unter Leitung von Michael Bollhorst und der Singkreis unter Leitung von Leta Henderson trugen zur musikalischen Ausgestaltung bei. Bernhard Wietelmann, der Vorsitzende des Heimatvereins, hielt die Lesung im heimatlichen Platt.

Das Gleichnis Jesu vom Zöllner Zacharias, der zu Christus bekehrt wurde und die Hälfte seines Vermögen den Armen schenkte, nahm Willi Dullweber zum Inhalt seiner Predigt. So wie es Zacharias getan habe, ermunterte er seine Zuhörer, solle die Liebe des Herrn und Heilandes angenommen und sie unter den Menschen weitergegeben werden.

Auch das Glaubensbekenntnis und das Vaterunser wurde an diesem Vormittag in Plattdeutsch gesprochen. Das allen bekannte und beliebte Heimat- und Volkslied „Geh aus mein Herz und suche Freud“ erklang zum Ausklang. Während der Posaunenchor noch spielte, wurden auf dem Hof von Kokemohr Tische und Bänke für das Mittagessen aufgestellt, wofür die Familie Buschendorf eine zünftige Erbsensuppe vorbereitet hatte. Hierbei war auch Zeit und Gelegenheit, sich über die weitere Arbeit in der Kirchengemeinde zu unterhalten, auch über die Teilname am „Fröhlichen Singen“, das Marianne Lohhaus aus Wagenfeld ab sofort an jeden Dienstagmorgen in der Zeit von 10 bis 11 Uhr im Gemeindehaus durchführt.

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