Ursula Heuer verleiht Ostereiern eine besonders edle Note

„Die Technik ließ mich nicht mehr los“

Hoch konzentriert und mit viel Fingerspitzengefühl fräst Ursula Heuer stilvolle Ornamente.

Rahden - (art) · „Zum Üben reicht eigentlich ein ganz normales Hühnerei“, sagt Ursula Heuer. Sie weiß, wovon sie spricht. Doch einfache Hühnereier sind schon lange nicht mehr ihr Metier. Mit viel Geduld und Liebe zum Detail fräst Ursula Heuer Muster, Ornamente und Motive in Gänse- und Enteneier verschiedener Größen. Was als zufälliges Hobby begann, ist für die 60-Jährige mittlerweile zur Leidenschaft geworden, an der sie in der Vorosterzeit auf Märkten die Liebhaber kunstvollen Osterschmucks teilhaben lässt.

Seit Ursula Heuer zufällig vor fünf Jahren ein Buch über Ostereier aus der Stadtbücherei in die Hand nahm und auf diese, zumindest in heimischen Gefilden, nicht weit verbreitete Technik der Ostereigestaltung stieß, lässt sie diese nicht mehr los. „An der Küste und in Tschechien findet man die Technik häufiger“, weiß die Eierexpertin, die mit ihren präzisen und einfallsreichen Gestaltungen bereits vor ein paar Jahren das Interesse der Zeitschrift „Landlust“ auf sich zog.

„Begeistert von den Ergebnissen, die man mit dieser Technik erzielen kann, packte mich der Ehrgeiz“, erzählt die Künstlerin, die in jedem Jahr nach den Weihnachtsfeiertagen bis zum Anfang der Osterzeit ihrem Hobby nachgeht. Wann immer es ihre Zeit erlaubt, zaubert Ursula Heuer mit einem handelsüblichen Fräser traditionelle Muster, wagt sich aber mittlerweile auch an ausgefallenere Kreationen, bei denen teilweise nur Bruchteile von Millimetern der Eierschale stehen bleiben.

„Wichtig ist, dass man einen guten Diamantbohrer verwendet“, erklärt sie. Wer die Variationen sieht, die sie auch selbst als Dekorationen im eigenen Hause zur Osterzeit liebevoll platziert, erahnt, wie viel kreatives Potenzial in einem Ei steckt, wenn es in die richtigen Hände gerät. „Mit der Zeit merkt man, dass ein Ei wesentlich strapazierfähiger ist als man glaubt.“ Zwischen einer und mehreren Stunden benötigt Ursula Heuer, bis ein Kunstobjekt vollendet ist. Nicht an einem Stück, sondern meist im Wechsel, bearbeitet sie mehrere Eier. „Sonst lässt irgendwann die Konzentration nach.“ Und die braucht sie bei dieser viel Fingerspitzengefühl erfordernden Arbeit. „Jedes Muster, das ich fräse, zeichne ich genau vor“, sagt sie. Auch nach dem Fräsen greift sie ab und an zum Stift. Dann nämlich, wenn sie ihren Kunstobjekten einen Hauch von Farbe verleiht. Viele Grünschattierungen finden sich unter den Exponaten, die in Kombination mit Pflanzschalen und Mooskränzen sanfte Harmonien bilden.

Doch auch die kontrastreich abgesetzten Schmetterlinge, Blüten und kleinen Vögel, die mit Aquarellstiften eingefärbt werden, sind ein Blickfang. „Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt“, sagt sie. „So vielfältig wie die Geschmäcker der Menschen sind auch die Gestaltungsmöglichkeiten. „Anregungen für neue Muster und Farben finde ich oft in Blumenläden“, sagt sie. „Da sieht man am besten, was die neusten Trends sind.“

Wenn Ursula Heuer auf Ostereiermärkten ausstellt, dient die liebevoll aus Naturmaterialien gestaltete Dekoration eigentlich nur als Beiwerk. „Doch häufig möchten Interessenten gleich das komplett mitnehmen.“ Wen wundert’s da, dass Ursula Heuer auch immer auf der Suche nach Dekorationsmaterial ist. Jetzt, wo das Osterfest quasi vor der Tür steht, hat die Künstlerin bis zur nächsten Saison erst einmal wieder eine Schaffenspause eingelegt. „Auch die ist wichtig, damit man die Freude an diesem Hobby behält.“

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