Neu konzeptionierter Herbstmarkt hinterlässt an der Landesgrenze bereits am Samstag zufriedene Gesichter

„Der liebe Gott muss ein Pr. Ströher sein“

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Die Markttorte schnitten Uli Bruns, Beate Wöstehoff, Hans Junchen, Hermann Seeker und Bernd Hachmann (v.l.) im vollen Festzelt an. ·

Pr. Ströhen - „Der liebe Gott muss ein Pr. Ströher sein.“ Diese Feststellung von Rahdens Bürgermeister Bernd Hachmann zur Eröffnung des traditionellen Herbstmarktes ließ sich am Ende des ersten Markttages nicht nur auf das sonnige Septemberwetter beziehen.

„Es hat lange Diskussionen um den Fortbestand des Marktes gegeben, aber ich glaube, wir haben den richtigen Schritt getan.“ Werbegemeinschaftsvorsitzender Hans Junchen freute sich über ein voll besetztes Festzelt bei der erstmals am frühen Nachmittag stattfindenden Markteröffnung, mit der gleichzeitig die Seniorenveranstaltung der Stadt Rahden begann. Der Bürgermeister betonte, dass die Leistungsschau an der Landesgrenze ein wesentlicher Bestandteil der Rahdener Märktelandschaft sei. Ortsvorsteher Hermann Seeker zeigte sich von der Neugestaltung des Marktes beeindruckt.

DJ Willi K. managte den Sound, zu dem die Mädchen und Jungen der Kindertanzgruppen des SSV Pr. Ströhen bunte Farbtupfer setzten. Zudem sorgte der Wagenfelder Live-DJ Helmut Langhorst am Nachmittag für launige Bläserklänge. Hatte die Werbegemeinschaft in den vergangenen Jahren für professionelles Entertainment ein wenig tiefer in die Tasche gegriffen, erheiterte in diesem Jahr die spontane Einlage eines geladenen Ehrengastes die Gemüter.

Wagenfelds Bürgermeister Wilhelm Falldorf bewies mit munterem plattdeutschen Schnack und Dönekes, dass ein Gemeindeoberhaupt manchmal mehr drauf hat, als zu „regieren“.

Die Rückbesinnung auf den eigentlichen Sinn und Zweck des Marktes wurde bereits bei der Eröffnung deutlich. Ein kürzeres offizielles Programm und dafür mehr Zeit zum Klönen bei Kaffee und Kuchen, sorgte für eine gesellige Stimmung. Die Kaffeetafel für die Senioren der Stadt Rahden war ebenso reich bestückt wie das Kuchenbüfett für jedermann, bei dem es nach dem Markttorten-Anschnitt richtig was auf die Gabel gab.

Klaus Kienemann vom Vorstand der Stadtsparkasse Rahden sorgte mit einem souveränen Freibier-Fassanstich dafür, dass der durstlöschende Barre-Gerstensaft unter das Volk kam.

Nicht nur die Aussteller auf dem Freigelände waren über den Samstags-Zulauf überrascht. Auch in der Gewerbeschau kam bei den Ausstellern keine Langeweile auf. Je später der Nachmittag, umso mehr Besucher verweilten an den Ständen, um zu schauen, zu probieren, sich zu informieren und bei heiteren Schätzspielen die Köpfe zu zerbrechen. Die Diskussionen über das Markt-Aus, dessen Fortbestand durch Uli Bruns als neuen Veranstalter, dazu einige neue Aussteller, gesichert war, mögen in vielen Besuchern die Neugier geweckt haben, ob Totgesagte wirklich länger leben.

„Die Verlegung des Marktbeginns auf den frühen Nachmittag hat sich bewährt“, strahlte Hans Junchen am Ende des ersten Markttages mit Blick auf die Gäste-Zahl. „Es herrscht immer noch Leben und die Rückmeldungen, die wir seitens der Besucher und der Aussteller bekommen haben, sind durchweg positiv.“ „Alles gut. Der Markt läuft.“ Mehr Worte brauchte Bruns nicht, um das Geschehen zusammenzufassen. Kinderkarussell, Pfeilwerfen, Musikexpress, Bungee-Trampolin und Water-Balls. Dazu abwechslungsreiche Bastelangebote in der Reithalle – viele junge Marktbesucher nahmen sich viel Zeit, um die für sie bereitgehaltenen Vergnügungslandschaft in vollem Maße zu bewältigen.

Nur zwei Marktgästen war das Geschehen egal. Die beiden Dromedare des Tierparks Ströhen, die für ein Schätzspiel des Raiffeisenmarktes in einem ruhigeren Teil des Außengeländes Quartier bezogen hatten, zeigten sich unbeeindruckt von dem zu Rundflügen aufsteigenden Helikopter und dem Markt-Gewusel. Als am späteren Abend immer mehr Gäste den Weg in die beiden Partyzelte fanden, hatten die beiden Wüstenschiffe längst Quartier im Reithallenstall bezogen.

Besinnlich startete der Herbstmarkt am gestrigen Sonntag mit dem traditionellen Zeltgottesdienst. (Bericht folgt). · Art

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