Rettungswache in Haldem ist auch in der Silvesternacht besetzt / „Jahreswechsel in der Regel relativ ruhig“

„Das gehört zum Job einfach dazu!“

„Alle technischen Geräte müssen täglich auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft werden“, erläutert Wilfried Drunagel am Beispiel des EKG-Gerätes im Rettungstransportwagen.

Haldem - Von Anja SchubertWährend in der Silvesternacht die meisten Menschen in geselliger Runde ins neue Jahr feiern, heißt es für einige Berufsgruppen: „Die Arbeit geht weiter“. Für sie ist Silvester ein normaler Arbeitstag. Auch für die Mitarbeiter der Rettungswache Haldem, die für Notfalleinsätze in der Silvesternacht bestens gerüstet sind.

        Der Silvestertag beginnt für die Rettungsassistenten der ständig mit wechselnden Zwei-Mann-Teams besetzten Rahdener Außenstelle in Haldem wie fast jeder der 200 Tage im Jahr, an denen die Mitarbeiter ihren Dienst versehen – mit einem Check-up des Rettungstransportwagens und der Kontrolle der medizinischen technischen Wagenausrüstung. „Das EKG-Gerät muss ebenso hundertprozentig in Ordnung sein wie die Taschenlampen für den Einsatz in der Dunkelheit“, erklärt Rettungsassistent Maik Schöp-hörster. Außerdem muss der Notfall-Rucksack auf Vollständigkeit überprüft und gegebenenfalls aufgefüllt werden. „In der Regel verlaufen die Weihnachtsfeiertage und auch der Jahreswechsel für uns relativ ruhig“, so Schöp-hörster weiter.

„Wenn wir zu einem Einsatz gerufen werden, dann ist dieser vorwiegend internistischer Art oder wir sammeln Personen auf, die auf Silvesterpartys viel zu tief ins Glas geschaut haben.“ berichtet sein Kollege Wilfried Drunagel und denkt dabei an die Silvestereinsätze der vergangenen Jahre. Einsätze mit Feuerwerksunfällen sind in der Haldemer Rettungswache dagegen sehr selten. Die beiden Kollegen, die in der Silvesternacht Dienst haben, kochen eventuell gemeinsam und verbringen den Abend gemütlich vor dem Fernseher.

„Häufig unterhält man sich über das, was man machen würde, wenn man an diesem Abend nicht arbeiten müsste“, berichtet Maik Schöp-hörster, der in diesem Jahr wie sein Teamkollege Drunagel zu den Glücklichen gehört, die dienstfrei haben. Irgendwann zu später Stunde werden sich seine Kollegen in die zwei zur Verfügung stehende Schlafräume zurückziehen – vorausgesetzt, dass sie nicht zu einem Einsatz gerufen werden.

Wenn doch, dann müssen sie binnen zwei Minuten ausrückfertig sein, um eine Hilfsfrist von rund 10 Minuten einzuhalten. „Deshalb gibt es die Haldemer Außenstelle“, erklärt Drunagel. Denn von Rahden aus seien manche Gebiete im Stemweder Raum nicht zeitnah zu erreichen. „Mit Karten, Atlas und Navigation finden wir von hier aus auf Anhieb sicher zum Zielort“, so Drunagel weiter. Auch grenzübergreifende „Nachbarschaftshilfe“ werde ab und an geleistet – in den Landkreisen Osnabrück oder Diepholz.

„Für uns ist das Arbeiten über die Jahreswende hinweg kein Problem“, erzählen die beiden Rettungsassistenten, die seit vielen Jahren ihren Dienst auch an Sonn- und Feiertagen versehen. „Das bringt der Job so mit sich und wir wussten, was auf uns zukommt, als wir uns für diesen Beruf entschieden haben.“ Wilfried Drunagel hat seine Entscheidung, die mittlerweile 28 Jahre zurückliegt, nicht bereut. Und auch Maik Schöphörster sieht darin nichts Negatives. „Denn viele andere Berufsgruppen müssen an diesen Tagen auch ran.“ Dass Alkohol während der Schicht tabu ist, darüber verlieren die beiden Rettungsassistenten kaum mehr ein Wort. „Der Start ins neue Jahr muss nicht unbedingt promillehaltig sein. Denn wenn wir damit Probleme hätten, wäre dies für uns der falsche Job.“

So gehört zu diesem Beruf mit Sicherheit auch Berufung und die Überzeugung, dass ein versorgter Patient oder ein gerettetes Leben mehr wert ist als ein beschwipster Übertritt der Datumsgrenze. Ihren Kollegen Stefan Wiebe und Carsten Heine, die heute Nacht die Wache besetzen, wünschen die beiden auf alle Fälle ebenso einen ruhigen Abend wie ihren Kollegen, die in der Rahdener Wache Dienst tun. Derzeit arbeiten beim Rahdener Rettungsdienst insgesamt 25 Rettungsassistenten und –sanitäter.

nAlkohol ist

nein Tabu-Thema

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