Henke: „Wir sind keine Hundehändler“

Colliehilfe: Vorsitzende verklagt Kreis

Rahden - Von Kai PröpperSIELHORST · „Wir sind als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt, da wir uns rein ehrenamtlich engagieren“, heißt es auf der Internetseite des Sielhorster Tierschutzhofes „Collie und Co.“. Betrieben wird dieser vom Verein Tierschutzhof SOS-Colliehilfe. Ungerecht behandelt fühlt sich Yvonne Henke, Leiterin des Schutzhofes, vom Kreis Minden-Lübbecke, den sie verklagt. Sie will nicht mit „dubiosen“ Hundehändlern in eine Schublade gesteckt werden.

Die Vereinsvorsitzende wehrt sich laut dem Mindener Verwaltungsgericht gegen das vom Kreis ausgesprochene „Verbot des gewerbsmäßigen Handelns und Vermittelns von Hunden“. Mitte Februar wird der Fall verhandelt. Seit rund einem Jahr beschäftigt er Henke dann schon.

Man habe die Genehmigung gehabt, Hunde unter gemeinnützigen Aspekten zu vermitteln, erklärte Henke gestern gegenüber unserer Zeitung. Diese sei ausgelaufen. Man habe rechtzeitig eine neue Genehmigung beantragt, doch diese habe der Kreis nicht erteilt. Bis ein Gerichtsurteil existiere, werde die weitere Hunde-Vermittlung vom Veterinär amt jedoch geduldet.

Auch aus dem Ausland, beispielsweise aus Bulgarien, nimmt der Verein Hunde auf, holt sie auf Wunsch nach Deutschland. Etwa 50 Prozent der vermittelten Tiere kommen laut Henke nicht aus der Bundesrepublik. Es habe sich ein Gesetz geändert, weshalb die Veterinärbehörden ihre Gangart verschärft hätten.

„Wir sind keine Hundehändler und haben keine Gewinnerzielungsabsichten“, sagte die Schutzhof-Leiterin. In diese Ecke wolle sich ihr Verein, dem 20 Mitglieder angehören, nicht drängen lassen. Natürlich müsse man kostendeckend arbeiten. Dafür benötige man unter anderem viele Spenden, die Führung des Tierschutzhofes koste im Monat rund 3 000 Euro. Man vermittele „im Jahr keine 100 Tiere“.

Die Kosten ließen sich „über die Hundevermittlung allein“ nicht decken, so Henke. Spenden bekomme man unter anderen oft von Mitgliedern eines Tierschutzforums. Vergangenes Jahr habe der Verein ein Tier operieren lassen, berichtete die Vereinsvorsitzende. Kostenpunkt: 4 000 Euro. „So etwas tun Händler nicht“, meint Yvonne Henke. Schon viele Tierschutzvereine und Pflegestellen hätten sich über die härtere Gangart der Behörden geärgert und würden dagegen vorgehen. Das sehen laut Medienberichten auch Tierärzte aus Ostwestfalen-Lippe so. Der Grund der Verschärfung sei, dass man den illegalen Handel mit Hunden aus dem Ausland eindämmen wolle. Vergangenen Sommer sei ihr Tierschutzhof vom Finanzamt überprüft worden, berichtete Yvonne Henke. „Wir haben mit Bravour bestanden. Wir sind 100-prozentig gemeinnützig.“

Wegen des laufenden Verfahrens wollte der Kreis Minden-Lübbecke gestern keine Angaben zu dem Fall machen. · kap

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