„Pflaumenkuchenessen“ am Großen Stein in Tonnenheide sehr gut besucht / Kaltblüter für Ackerarbeiten eingespannt

Mit Buschhoff-Drescher gedroschen

Mit „Ströher Schwarten“ verabschiedete sich Helmut Rüter von den Tonnenheider Heimatfreunden () vom Kutscherclub Wagenfeld.

Tonnenheide - (ges) · „Der Aufwand ist zwar weitaus größer, dafür ist unser letzter Backtag aber auch immer am besten besucht“, resümierte Helmut Rüter am frühen Abend. Immer noch drängten sich die Besucher vor dem Zelt, in dem leckerer Obst-, Streusel- und Butterkuchen mit und ohne Äpfeln angeboten wurde. So ist das immer beim „Pflaumenkuchenessen“ am Großen Stein in Tonnenheide.

       Über die Menschenmassen, die sich rund um das mächtige Naturdenkmal schoben, den Tonnenheider Strickeschlägern um Willi Möhring oder den Spinnfrauen aus der Ortschaft bei ihrer Arbeit über die Schultern schauten, wunderte sich auch Otto Schilling. Er gehörte an dem Nachmittag zu den Mitgliedern des Kutscherclubs vom Reit- und Fahrverein Wagenfeld, die mit fünf Gespannen angereist waren und damit einen Wunsch von Helmut Rüter, dem zweiten Vorsitzenden des Vereins für Heimatpflege, erfüllten. Rüter unterhält zu den Wagenfelder Fahrsportlern schon seit langem freundschaftliche Beziehungen und schließt sich ihnen auch manchmal an, wenn sie Ausfahrten unternehmen.

Der Aktionstag war vormittags – wie berichtet – bereits mit einem plattdeutschen Gottesdienst eröffnet worden. Die Predigt hatte, unterstützt von Manfred Bollhorst, Pfarrer Rainer Rohrbeck gehalten. Das eigens für den Tag aufgebaute Zelt war bis auf den letzten Platz besetzt.

Der gute Besuch des Vormittags setzte sich nachmittags fort. Die Besucher kamen längst nicht nur aus dem Nahbereich. Auf den Parkplätzen waren neben MI- auch viele NI-, DH- und HF-Kennzeichen zu sehen. Zudem waren – trotz herbstlicher Witterung – viele Fahrradgruppen unterwegs. „Die Qualität unseres Pflaumenkuchens hat sich also rumgesprochen“, meinte Rüter scherzhaft. Der Steinbackofen war bereits am Freitag angeheizt worden, „damit er die richtige Temperatur entwickeln konnte“, bevor am zeitigen Sonntagmorgen die ersten Platen mit den mit Pflaumen belegten Teigen in das heiße Feuerloch geschoben wurden.

„15 Helferinnen und Helfer sind heute im Einsatz“, teilte Rüter weiter mit, „dazu kommen die Heimatfreunde, die auf der anderen Seite Dreschvorführungen zeigen“. Ohne die Unterstützung wäre die Durchführung des heutigen Tages gar nicht machbar, gab der zweite Vorsitzende unumwunden zu. „Die Saison am Großen Stein ist damit gelaufen“, unterbrach Rüter seinen Informationsfluss, „eventuell gibt es aber noch die interne Weihnachtsbäckerei mit den Mädchen und Jungen des Kindergartens“.

Rüter hatte gerade gesehen, dass sich die Wagenfelder Kutscher auf die Heimreise begeben wollten. Er verabschiedete sich von ihnen mit einem Ströher Schwarten. „In Tonnenheide ist auch ein Heißgetränk ein Zeichen der Freundschaft“, bemerkte er augenzwinkernd.

Während des ganzen Nachmittags pendelte Rüter zwischen den Aktionen am Großen Stein und den Darbietungen auf der anderen Straßenseite. Die Dreschgruppe zeigte den Besuchern Vorführungen mit einer Buschhoff-Dreschmaschine aus den 50er Jahren und machten deutlich, dass in früheren Jahren viel mehr Handarbeit nötig war, um das Korn aus den Ähren zu bekommen. Angetrieben wurde der historische Drescher mit einem Hanomag R 27 aus dem Jahre 1956.

Gleich daneben liefen „Ackerbestellungen wie zu Großvaters Zeiten“. Mitglieder der Interessengemeinschaft Zuchtpferde zeigten den Besuchern, wie in früheren Zeiten mit Pferdegespannen Äcker gepflügt, gegrubbert oder das Saatgut eingebracht wurde. Zu den Akteuren zählte auch Norbert Möller aus Varl, der seinen Haflinger „Cartouche“ eingeschirrt hatte. Zudem wurde das alte Ackergerät von Rheinisch-Deutschen Kaltblütern, einem Belgier, von Niederländischen Treckpaaden und Schwedischen Ardennern gezogen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Großrazzia gegen illegale Geldtransfers ins Ausland

Großrazzia gegen illegale Geldtransfers ins Ausland

In Neuseeland: Nasenkuss für Charles und Camilla

In Neuseeland: Nasenkuss für Charles und Camilla

Erbitterter Streit: Politik für "Anti-Windkraft-Taliban"?

Erbitterter Streit: Politik für "Anti-Windkraft-Taliban"?

Bambi-Verleihung: Prominente Preisträger und royaler Glamour

Bambi-Verleihung: Prominente Preisträger und royaler Glamour

Kommentare