„No Moor Fracking“: Protest in Oppenwehe

Bündnis begrüßt Rückholung

+
Wer zum Bohrplatz wollte, musste zuerst an ihnen vorbei: Die Mitglieder des Aktionsbündnisses „No Moor Fracking“ machten auf einer Weide auf die Gefahren des Frackings aufmerksam. ·

Oppenwehe - „Die stellen es so dar, als ob es hier alle immer noch ganz toll finden“, sagte gestern Corinna Sievers aus Wagenfeld. Sie ist Mitglied im Aktionsbündnis „No Moor Fracking“, das sich für „gesundes Wasser und gesunden Menschenverstand in der Diepholzer Moorniederung“ einsetzt.

In der Hand hielt sie ein Blatt aus einer Exxon-Präsentation, das gestern auch kurz bei der Vorstellung der Maßnahme in Oppendorf über die Leinwand flimmerte. Darauf abgebildet sind Zeitungsberichte aus den Anfangszeiten der Erdgas-Suche in Stemwede mit euphorischen Überschriften wie „Ein Hauch von ‚Dallas‘ in Oppenwehe“ oder „Ostwestfalen gibt (Erd-)Gas“. Das nicht alle Menschen die Erdgas-Suche und vor allem das Fracking-Verfahren gut finden, machten gestern rund 30 Mitglieder des Aktionsbündnisses den Besuchern des Bohrplatzes deutlich.

Doch die Protestler übten nicht nur Kritik, sondern fanden auch lobende Worte. Sievers bezeichnete die Dieselrückholung als ersten Schritt. Das Bündnis begrüßte die Aktion ausdrücklich.

Andreas Rathjens aus Rotenburg/Wümme verwies auf Probleme mit Lagerstättenwasser. Das komme bei der Gasförderung hoch, enthalte auch Quecksilber und werde „so wieder ins Loch verpresst“ – teilweise sogar in Trinkwasserschutzgebieten. In den Kreisen Rotenburg und Verden gefährde es das Grundwasser.

„Die Einbringung von Dieselöl ins Erdreich ist – vollkommen unabhängig von den konkreten Gefahren für die Umwelt – einer Bevölkerung mit einem zunehmend hohen Umweltbewusstsein nicht zu vermitteln“, heißt es in einer Mitteilung des Bündnisses.

Menschen, die für einen Ölwechsel ihres Autos einen Fachbetrieb aufsuchen sollten, könne nicht plausibel gemacht werden, warum ein Energiekonzern 26 000 Liter Diesel in die Erde pumpen dürfe. „Unseres Wissens ist eine vollständige Dieselrückholung hier jedoch schon gar nicht mehr möglich, da bis zu 2 000 Liter in das Gestein eingedrungen sind“, so die Protestler, zu denen sich auch einige Landwirte mit ihren Maschinen gesellten.

Die Rückhol-Aktion wollte „No Moor Fracking“ nutzen, um „auf den Widersinn einer unkonventionellen Erdgasgewinnung“ hinzuweisen. Wahrscheinlich sei es, so die Initiative, dass die förderbaren Erdgasreserven „bei weitem überschätzt werden“. „Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover hat möglicherweise ein Interesse daran, die Reserven zu groß darzustellen. Dem Kuratorium der BGR gehören zum Beispiel Personen wie der europäische Vorstandsvorsitzende Dr. Gernot Kalkoffen der Exxon Mobil an.“

In jüngster Zeit betrieben Konzerne wie die BASF/Wintershall und Exxon massive Lobbyarbeit in Richtung von Journalisten, sind sich die Frac-Gegner sicher. Teile der deutschen Presse übernähmen bereitwillig die „Marketingstrategie“ der Unternehmen, die Erdgas aus unkonventionellen Vorkommen als „grüne Brückenenergie“ zum Gelingen der Energiewende darstellen wollten. „Derweil hat die Mehrheit des Bundesrates gegen die Stimmen von Niedersachsen die Regierung dazu aufgefordert, die Thematik ‚unkonventionelle Gasgewinnung mittels Fracking‘ zu regeln und ihr dabei das Erfordernis einer obligatorischen Umweltverträglichkeitsprüfung ins Stammbuch geschrieben“, so „No Moor Fracking“. · kap

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Zehnter Herbst- und Schweinemarkt in Brinkum

Zehnter Herbst- und Schweinemarkt in Brinkum

Klima-Aktivisten blockieren Haupteingang der IAA

Klima-Aktivisten blockieren Haupteingang der IAA

Übungsszenario in Syke: Frontalcrash auf enger Straße

Übungsszenario in Syke: Frontalcrash auf enger Straße

Offen wie selten: Tunesien wählt neuen Präsidenten

Offen wie selten: Tunesien wählt neuen Präsidenten

Kommentare