Uwe Müllers „Weihnachtstraum“ hat nichts von seiner Faszination verloren / Konzert-Premiere mit Sitzplatz-Turbulenzen

Brillante Musik unter der Zirkuskuppel

Im Duett unschlagbar: Edward Philipps (links) und „Zirkusdirektor“ Uwe Müller begeisterten das Publikum im Chapiteau beim Jubiläumskonzert „Ein Weihnachtstraum“ ebenso wie die übrigen Mitglieder des Ensembles.

Rahden - Von Anja Schubert· Musik, die unter die Haut ging. Brillante Stimmen, die sich gefühlvoll in die Herzen der Zuschauer sangen. Songs und Geschichten, die die Besucher in vorweihnachtliche Stimmung versetzten. Uwe Müllers „Weihnachtstraum“ hat auch nach zehn Jahren nichts an Faszination verloren.

        Die Premiere des Jubiläumskonzertes zu einem Jahrzehnt „Ein Weihnachtstraum“ im Chapiteau auf dem stimmungsvoll erleuchteten Gelände am Rahdener Museumshof wurde am Sonnabend zu einem unvergesslichen Erlebnis und entließ erst jenseits der Datumsgrenze ein begeistertes Publikum in die Nacht.

Und doch wurde bei dem Musikerlebnis der Extraklasse deutlich, wie schmal die Gradwanderung zwischen Verwirklichung und Zerplatzen von Träumen sein kann, wenn man den Mut aufbringt, diese zu leben. Denn eine recht chaotische Sitzplatz-Situation drohte die erwartungsfrohe Stimmung noch vor Beginn des Konzertes kippen zu lassen.

Mehr verkaufte Karten als zur Verfügung stehende Sitzplätze. Ein Problem, mit dem Uwe Müller aufgrund von Fehlplanungen des Zeltverleihers zu kämpfen hatte, denn das Zelt fasste die angegebene Personenzahl nicht. Zusätzliche Stühle wurden herbeigeschafft, unter den Besuchern gab leichte Streitigkeiten um die gebuchten Ränge. Die Entschuldigung für die Sitzplatzkatastrophe wurde von den mehr als 750 „Weihnachtstraumfreunden“ jedoch wohlwollend angenommen, das Freigetränk in der Pause, als Wiedergutmachung für die Unannehmlichkeiten, mit Beifall belohnt. „Wir können nichts dafür“, versicherte Uwe Müller, „der Zeltverleiher ist unerreichbar“.

Unerreichbar in seiner Kombination aus Musik, Gesang und Geschichten war aber auch dass, was die Stimmung beim Publikum schlagartig ins Gegenteil umschlagen ließ: Die „Weihnachtstraumfamilie“, von denen zehn Ensemblemitglieder seit der ersten Stunde dabei sind, bot ein beeindruckendes, mitreißendes „Best of zehn Jahre Weihnachtstraum“. Die 24 beliebtesten Songs, seit der Weihnachtstraum 1999 aus der Taufe gehoben wurde, erklangen. Susanne Hülsmann, Alexandra Rogosch und Stefanie Kölling zeigten als Solistinnen und in ergreifenden Duetten einmal mehr ihr Können. Tränen der Rührung und des Über-Sich-Hinauswachsens bei Steffi Kölling, die den ersten je gespielten Weihnachtstraumsong „I will always love you“ wie vor zehn Jahren interpretierte.

Und auch Alexandra Rogosch und Susanne Hülsmann ernteten unter anderem für „From a distance“, „The Rose“ und „Tell him“ frenetischen Applaus. Davon blieb auch Uwe Müller selbst nicht verschont. Seine Interpretation des Beatles-Songs „Yesterday“ war gänsehautverdächtig. Und dass der Apfel nicht weit vom Stamm fällt bewies Sohn Alexander (10) mit einem eindrucksvollem Gitarrensolo, unterstützt von Edward Philips und Jens Petersen. Lebendige Farbtupfer in die Welt der großen Popsongs und Weihnachtslieder brachten „Bines Tonleiterspatzen“ mit lustigen Rentiergeweihen und Niko-lausmützen. Ihr „Bajuschki baju“, gemeinsam mit Jona-than Redeker, fügten sie sich harmonisch in das Traumenesemble ein. Ebenso das Streichquartett hochkarätiger Musiker aus der heimischen Region.

Neben dem musikalischen Klangerlebnis setzten wie in dem zurückliegenden Jahrzehnt auch im Jubiläumsjahr muntere vorweihnachtliche Geschichten wieder bunte Akzente. Vorgetragen von Horst Halstenberg, Uwe Müller, Edward Philips, „Volksbankchef Bernhard Plohr und Detthard Wittler, der vor zehn Jahren bei der Geburt das Weihnachtstraumes ebenfalls die Finger im Spiel hatte. Mal besinnlich wie „Spuren im Sand“, mal heiter wie die Geschichte vom Lametta oder einfach rührend wie die „Weihnacht der Tiere“, boten die Erzählungen einen kurzen Ruhepol inmitten des mitreißenden Musikereignisses. Hallen, Kirchen und jetzt als Jubiläumskrönung das Chapiteau. – Viele der Gäste träumten den Weihnachtstraum bereits seit Jahren mit.

Für das sechzehnköpfige Ensemble ein Abend unter Freunden, von denen sich bereits viele nach den Träumereien des vergangenen Jahres den Besuch der Jubiläumspremiere gesichert hatten. „Eine nicht miteinander zu vergleichende Atmosphäre.“ Diese Meinung von Gisela Kokemohr teilten viele Besucher. Jeder Veranstaltungsort der letzten Jahre für sich ein musikalisches Highlight, das Jubiläumskonzert unter der Zirkuskuppel – ein unvergessliches Erlebnis. Und wer dem Weihnachtstraum schon seit langem verfallen war, wusste, dass der Abend traditionell mit einem gemeinsamen „Oh, du fröhliche“ ausklingen würde. Von der unvermeidbaren Zugabe natürlich abgesehen, die das Publikum mit tosendem Beifall einforderte.

Rundum eine Erfolgsgeschichte, die sich auch im Jubiläumsjahr weiter fortschreibt und die mit dem Angebot des Rahdener Wirtekreises kulinarisch schon vor dem eigentlichen Konzert begann. Mit einer Auswahl an Speisen von herzhaft bis süß sorgten sie dafür, dass niemand die Zeit bis nach Mitternacht mit leerem Magen überstehen musste. Doch noch weit mehr helfende und unterstützende Hände waren daran beteiligt, die Vision unter der Zirkuskuppel wahr werden zu lassen. Ihnen allen sagte Uwe Müller Dank.

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