Oppenweher Bohrloch auf Standby

Es bleibt ein Rest vom Diesel-Rest

Oppenwehe - Von Kai Pröpper2630 Liter Diesel befinden sich nach der Rückhol-Aktion am Bohrloch „Oppenwehe 1“ noch in der Erde, oder, um es mit Exxon-Bergbau-Vokabular zu sagen, „in der nicht wasserführenden Kohlenwasserstofflagerstätte des Wealden“. Wegen des bestehenden Unterdrucks fließe nun „ein Großteil“ des Kraftstoffes zurück auf die Sohle des Bohrloches, sagte gestern Dr. Christian Chmel-Menges von der Bezirksregierung Arnsberg. Exxon Mobil spricht von „geringen Haftmengen“. Es bleibt also noch ein Rest vom Diesel-Rest in der Lagerstätte? Dr. Chmel-Menges: „Das ist zutreffend.“

Dabei handele es sich um „geringfügige Mengen“, so der Regierungssprecher. Wie viel genau, bleibe bis zu einer Überprüfung abzuwarten. Zu einem späteren Zeitpunkt werde geprüft, wie viel Diesel zurück ins untere Ende des Loches geflossen und wie viel in der Erdkruste verblieben sei.

Der Betriebsplan für das Bohrloch laufe noch bis Juni 2014. Spätestens dann werde von Exxon Mobil eine Entscheidung gefordert, was mit dem Loch und der Restmenge geschehen solle, so Dr. Chmel-Menges. Die Bezirksregierung sei jedoch der Auffassung, dass selbst in schlimmsten Fall keine Gefahr für das Grundwasser bestehe. „Davon sind unsere Fachleute überzeugt.“

Auch Exxon Mobil schließt eine mögliche Grundwasser-Gefährdung wegen des mit Stahlrohren und Zement mehrfach gesicherte Bohrloches sowie der mehr als „1000 Meter mächtigen Barrieregesteine zwischen Lagerstätte und Grund-/Süßwasserhorizont“ aus.

Das geht aus dem Exxon-Abschlussbericht zur Diesel-Rückholung im Februar hervor, den die Bezirksregierung Arnsberg gestern veröffentlichte.

Darin geht das US-amerikanische Unternehmen auch darauf ein, was jetzt mit der Bohrstelle weiter passieren soll. Und das ist bis auf Pflegearbeiten erstmal nicht viel.

„Zur Sicherstellung der Bohrplatz- und Bohrlochintegrität wird das kontinuierliche Überwachungs- und Kontrollprogramm inklusive der entsprechenden Arbeits- und Ergebnisdokumentation – die sogenannte Betriebsüberwachung – planmäßig fortgeführt“, schreibt Exxon in dem Abshlussbericht.

Dies beinhalte eine regelmäßige, wöchentliche Befahrung der Bohrung zur Kontrolle und Pflege des Bohrplatzes im Oppenweher Moor (das heißt der „Erhaltung von Ordnung und Sauberkeit auf dem Bohrplatz“), die Kontrolle der Drücke in der Produktionsrohrtour sowie in den Ring räumen der Bohrung, die Wartung der Anlagen und die Pflege der Vegetation auf dem Bohrplatz.

„Die Entscheidung über die weitere Verwendung/Nutzung der Bohrung wird zu einem späteren Zeitpunkt getroffen“, teilt Exxon Mobil mit und versichert, dass weitere Maßnahmen „rechtzeitig bei der zuständigen Genehmigungs- und Überwachungsbehörde zur Durchführung beantragt, und die Öffentlichkeit (Gemeinde, Kreis, Anwohner, Presse)“ zeitnah informiert wird.

Exxon will über weitere

Maßnahmen informieren

Der Abschlussbericht sei dem Landesamt für Natur-, Umwelt und Verbraucherschutz NRW, dem Kreis Minden-Lübbecke und der Gemeinde Stemwede zugeleitet und im Rahmen eines Fachgespräches mit Vertretern der genannten Stellen erörtert worden, teilte Andreas Nörthen von der Bezirksregierung Arnsberg gestern mit. Die Diesel-Rückholaktion sei unter intensiver behördlicher Überwachung umgesetzt worden.

Exxon Mobil teilte der Bezirksregierung mit, dass die zurückgeförderte Diesel-Menge „recht gut“ dem Rauminhalt der Produktionsrohrtour entspreche. „Die in der Lagerstätte verbliebene Restmenge von circa 2,6 Kubikmeter entspricht damit den Erwartungen“, so das Unternehmen.

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