Nach Informationstag: Exxon Mobil beginnt heute mit der Diesel-Rückholung

Es bleibt ein Loch im Moor

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Norbert Stahlhut (r.) beantwortete die Fragen von (v.l.) Kirstin Korte (MdL, CDU), Inge Howe (MdL, SPD), Kreisheimatpfleger Dr. Gerhard Franke und Regierungspräsident Gerd Bollermann. ·

Rahden - Von Kai PröpperOPPENWEHE/OPPENDORF · „Und das Loch bleibt jetzt für immer in der Erde?“, fragte Marion Buck aus Oppendorf gestern Hans-Hermann Nack von Exxon Mobil. Im Info-Mobil des US-amerikanischen Konzerns stand der Mitarbeiter interessierten Bürgern Rede und Antwort. „Für wirklich immer“, sagte Nack, der an diesem Tag noch viele Fragen beantworten musste – genauso wie seine Kollegen, die Besucher auf den sonst abgeriegelten Platz der Bohrung „Oppenwehe 1“ im Moor führten.

Der fein asphaltierte Weg dorthin führte die Shuttle-Busse vorbei an den Demonstranten des Aktionsbündnisses „No Moor Fracking“ und einigen Landwirten, die auf einer Wiese ihren Protest ausdrückten. Schon heute Abend will der Ölkonzern mit dem Diesel-Stickstoff-Austausch in dem Bohrloch fertig sein. Morgen früh steht laut Plan der Abbau der Rückhol-Gerätschaften an.

Groß war das Medieninteresse an der Rückholung. Radiosender, das Fernsehen und einige Fotografen versammelten sich am Morgen im Landgasthaus Stemweder Berg, wo Norbert Stahlhut, Leiter Unternehmenskommunikation Exxon Mobil, noch einmal den Rückholvorgang detailliert beschrieb und auch nicht unerwähnt ließ, dass nach Meinung des Konzerns durch den Diesel keine Gefahren für die Umwelt und das Grundwasser bestehen. Der Wechsel erfolge nur auf Wunsch der Bevölkerung. 300 000 Euro lässt sich das Unternehmen die Erfüllung dieses Wunsches laut Norbert Stahlhut kosten.

„Das Kaliumchlorid drängt den Diesel nach oben“, sagte der Unternehmenssprecher und verdeutlichte anhand eines Stahlrohr-Stückes, wie die Ersatz-Flüssigkeit in das 2 660 Meter tiefe Loch gefüllt wird. Danach werde der Diesel „herauszirkuliert“, in Tanks gefüllt und abtransportiert. Nach einer Aufbereitung in einer Exxon-Raffinerie soll er als handelsüblicher Treibstoff Verwendung finden.

Wie viel der 26 000 Liter Bohrlochflüssigkeit am Ende wirklich aus dem Loch entfernt wurde, will die Bezirksregierung Arnsberg laut Werner Grigo, der dort für Geothermiebohrungen zuständig ist, kontrollieren. Wie viel Diesel im Loch geblieben sei, könne man allerdings erst in circa zehn Tagen sagen. Auch eine Abschlussdokumentation der Rückholung soll es laut Grigo geben. Ist der Kreis in die Überwachung eingebunden? „Wir stehen in engem Kontakt“, so Grigo. Vertreter der unteren Wasserbehörde wollen sich seinen Angaben zufolge heute im Moor umsehen.

Nach dem Tausch Diesel gegen Kaliumchlorid-Wasser werde dieses durch Stickstoff ersetzt, erklärte Norbert Stahlhut. Der Zwischenschritt sei notwendig, so der Exxon-Sprecher, da sich sonst Schaum bilde. Auch nach dem Wechsel bestehe keine Gefahr für das Grundwasser.

Exxon bemühte sich gestern um Transparenz und will dies nun auch weiter tun. Stahlhut wies unter anderem auf die Webcam hin, die während der Rückholung alle 30 Minuten ein Bild der Bohrung auf die Homepage der Firma stellt. Zudem lege das Unternehmen unter anderem die Bestandteile der Frac-Fluide sowie Betriebspläne im Netz offen. Das Interesse der Bürger bezeichnete er als „groß“. Rund 50 Interessierte hätten das Info-Mobil in den vergangenen zwei Tagen in Anspruch genommen.

„Wir haben kein Interesse daran, das Trinkwasser zu schädigen. Unsere Mitarbeiter haben auch kleine Kinder. Die Technik muss sicher sein“, sagte Norbert Stahlhut. Das sie es ist, daran glaubt der Konzern. Erdgas sieht man bei Exxon „Brücke in der Energiewende“, so der Unternehmenssprecher.

Mindestens 700 Milliarden Kubikmeter Schiefergas seien noch in Deutschland verborgen. In Oppenwehe wird erstmal keines gewonnen. Das Bohrloch, sagte Stahlhut, werde auf unbestimmte Zeit gesichert und verschlossen.

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