105 Vorleser werden beim bundesweiten Lesetag in Rahden aktiv

„Bitte nicht stören! Hier liest Herr Kampeter.“

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Steffen Kampeter (r.) war die Aufmerksamkeit der Kinder sicher. ·

Rahden - Deutschlandweit steckten gestern Menschen ihre Nasen in Bücher, um noch viel mehr Menschen etwas vorzulesen. 105 machten beim Vorlesetag in Rahden und den dazugehörigen Ortschaften mit und wollten in den heimischen Kindergärten und Grundschulen sowie an der Freiherr-vom-Stein-Realschule und am Rahdener Gymnasium die Chance nutzten, ihre heranwachsenden Zuhörer mit ein wenig Literatur zu begeistern.

An der Pr. Ströher Grundschule starteten die Kinder und Lehrer sowie ihre vorlesenden Gäste mit einem Frühstück. Neben der ehemaligen Schulleiterin Uta Hartmeier, Inge Hartmann, Hanna Helms und Pfarrer Roland Mettenbrink war auch Ursula Radecker, Leiterin der Rahdener Realschule, mit dabei. „Ich finde die Idee großartig“, so die Realschulleiterin, die auf Anregung von Organisatorin Monika Büntemeyer Feuer und Flamme war, selbst aktiv zu werden.

„Unsere Realschüler lesen den jüngeren Kindern schließlich auch vor.“ Hilfe in Sachen Buchauswahl erhielt sie von Stadtbücherei-Leiterin Andrea Al-Saydali. „Da ich mich immer mit dem größeren Nachwuchs beschäftige, musste ich mich erst einmal schlau machen, was Zweitklässler von heute begeistert.“ Radeckers Wahl für ihre Vorlesepremiere fiel auf das Buch „Vom kleinen Drachen Kokosnuss“. Auch im nächsten Jahr möchte sie wieder dabei sein.

„Dafür hab ich schon jetzt viele Ideen gesammelt“, so die Pädagogin, während die beiden Schülerinnen Nancy und Lea-Marie Lesepatin Hanna Helms überschwänglich zur Begrüßung umarmten. „Hier hat sich mittlerweile ein recht inniges Verhältnis zu den Vorlesepaten, die regelmäßig zu Gast sind, entwickelt“, berichtete Schulleiterin Bettina Wehebrink.

Hanna Helms zählt zu denjenigen, die seit Start der Initiative in Rahden 2007 mit ganzem Herzen dabei sind. So auch Uta Hartmeier, die für die Drittklässler, denen sie vorlas, ein ganz besonderes Bonbon dabei hatte. „Jedes Jahr zum Vorlesetag verschenke ich einen Satz Bücher an die Klasse, in der ich vorlese“, so die ehemalige Schulleiterin. „Denn Vorlesen soll auch dazu verführen, selbst zum Buch zu greifen.“ Dieses Mal war es die Geschichte von Huckleberry Fynn, die in die Kinderzimmer Einzug hält.

Einen kleinen Leseausflug unternahmen zudem die Schüler der vierten Klasse. Sie besuchten die Kinder im benachbarten evangelischen Kindergarten, um sie mit ein paar munteren Geschichten zu erfreuen.

„Habt ihr überhaupt noch Lust auf Bücher?“

„Du bist doch die, die auch immer Kirche macht“ – so treffend wurde Pfarrerin Micaela Strunk Rohrbeck von den Drittklässlern in der Tonnenheider Grundschule empfangen. Nach eine keinen Vorstellungsrunde durften sich die Mädchen und Jungen auf Gudrun Pausewangs „Macht euch euren Krieg allein“ freuen.

Nicht nur mit Geschichten wurden die Kinder verwöhnt. Hier und da hatten die Vorleser auch ein bisschen Naschwerk im Gepäck. Und Lesepaten wie Helga Filbert vom Präventionsrat, die ebenfalls in der Tonnenheider Grundschule die Kinder begeisterte, hatte selbst für die nicht ganz so lesefreudigen Kinder die passende Antwort parat: „Du hast das richtige Buch noch nicht gefunden, aber wenn du weiter suchst wirst du es finden.“

Tabea Heinze, Henry Riesen und Jaqueline Aerien Radert, Viertklässler der Grundschule Rahden, hatten die richtigen Werke schon gefunden und versuchten, die Kindergartenkinder der DRK-Kindertagesstätte am Krankenhaus von ihrer Wahl zu überzeugen. „Tabea konnte schon lesen, bevor sie zur Schule ging“, wusste Kita-Leiterin Claudia Riesen über das ehemalige Kita-Kind zu berichten.

Seit dem 1. August steht die Einrichtung in der Trägerschaft des Roten Kreuzes. „Auch dem DRK liegt es sehr am Herzen, den Vorlesetag zu unterstützen“, erklärte Riesen, die mehr als zufrieden mit der Organisation des Vorlesetages in Rahden war. „Die Zusammenarbeit klappt wunderbar.“

„Bitte nicht stören! Hier liest Herr Kampeter.“ – stand am Nachmittag auf einem Schild an einer Tür eines Klassenraums der Grundschule Rahden. Und tatsächlich – dahinter saß eine Kindergruppe und lauschte Steffen Kampeter, dem CDU-Bundestagsabgeordneten für den Mühlenkreis. Zuvor hatten die Kinder der Nachmittagsbetreuung ihn mit Applaus empfangen und auf seine Frage, ob sie denn überhaupt noch Lust auf Bücher hätten, mit lauten Ja-Rufen geantwortet. Der Parlamentarische Staatssekretär hatte am Morgen schon in einem Kindergarten in Tengern vorgelesen, war aber nicht müde, den Jungen und Mädchen aller Klassenstufen vom „letzten Drachen“ von Cornwall zu erzählen, während Bürgermeister Bernd Hachmann im Nebenraum auf klassische Geschichten von Astrid Lindgren setzte. Hachmann: „Damit kann man nichts falsch machen.“ · Art/kap

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