Vortragsabend zu Kästners „Fabian“

Berühmt und gleichzeitig unbekannt

Altes Buch mit aktuellem Inhalt: Monika Büntemeyer (rechts) und Büchereileiterin Andrea Al Saydali informierten über den Kästner-Roman „Fabian“ und den Vortragsabend über den bedeutenden Schriftsteller und seine Werke, der am Dienstag, 20. April, um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei Rahden beginnt.

Rahden - (ges) · Erich Kästner? Klar: Das ist doch der Kinderbuchautor, aus dessen Feder „Emil und die Detektive“ und „Das doppelte Lottchen“ stammen. Richtig. Das ist die bekanntere Seite des Schriftstellers. Es gibt aber noch eine zweite, eine dunklere Seite. Die des Moralisten und Pazifisten Erich Kästner, der u.a. den Roman „Fabian“ geschrieben hat.

       Kästners „Fabian“, 1931 mit dem Untertitel „Geschichte eines Moralisten“ erschienen, steht am Dienstag, 20. April, ab 19.30 Uhr in der Rahdener Stadtbücherei im Mittelpunkt eines anderthalbstündigen Vortragsabends, bei dem Monika Büntemeyer nicht nur den Roman, sondern insbesondere auch den Schriftsteller selbst näher vorstellen möchte. „Beim ersten Lesen fand ich den Roman nicht so toll, und auch von der Verfilmung war ich zunächst enttäuscht“, betonte die Rahdenerin, die gemeinsam mit Büchereileiterin Andrea Al Saydali jetzt ihr geplantes Projekt näher vorstellte.

Seitdem Monika Büntemeyer vor geraumer Zeit vom Literarischen Verein Minden, dem sie selbst angehört, gebeten wurde, in Rahden einen Roman der Zwischenkriegszeit vorzustellen und einen Kästner-Vortragsabend zu gestalten, hat sie sich intensiv mit dem Schriftsteller, seinen Werken und seiner Biografie ausein-ander gesetzt. Dabei ist sie zu der Erkenntnis gekommen, „dass es einer der bekanntesten deutschsprachigen Autoren des 20. Jahrhunderts wie kaum ein anderer fertig gebracht hat, gleichzeitig berühmt und völlig unbekannt zu sein“.

Monika Büntemeyer ist sich sicher, dass der Name des weltbekannten Kinderbuchautors für jeden Rahdener ein Begriff ist. „Aber Hand aufs Herz: Wer weiß denn, dass derselbe Erich Kästner ein beispiellos ätzender Satiriker war, dessen Bücher deshalb 1933 von den Nationalsozialisten verbrannt wurden?“ Und sie weiß auch, dass die „Fabian“-Besprechung für alle Rahdener ein guter und geeigneter Anlass ist, „Zugang zu der unbekannten Seite des bemerkenswerten Autors Erich Kästner zu finden“. Verständlich, dass sie für den Vortragsabend am 20. April auf viele Zuhörer hofft, „denn auch mich hat Kästner und sein Roman inzwischen total gepackt.“ Wohl auch deswegen, weil der Schriftsteller Drill jeglicher Art verabscheut hat, er ein Musterschüler war und stets eine enge Bindung zur Mutter hatte.

Bei ihren Recherchen hat Monika Büntemeyer in Erfahrung gebracht, dass der 1899 geborene und 1974 verstorbene Erich Kästner zehn Monate benötigt hat, bis „Fabian“ fertig war. „Der Roman ist eine der herausragenden Arbeiten des Schriftstellers“, weiß sie heute.

Bei der Titelfigur handelt es sich um einen Mann, der nicht im Vordergrund stehen will, der es sich vielmehr zur Aufgabe gemacht hat, die Menschen zu verbessern. Zum Schluss des aus 24 Kapiteln bestehenden Buches stirbt „Fabian“. Er ertrinkt in Dresden in der Elbe, weil er nicht schwimmen kann.

Von Kästner selbst hat Monika Büntemeyer in den zurückliegenden Wochen drei herausragende Charaktereigenschaften ermittelt: Aufrichtigkeit des Empfindens, Klarheit des Denkens und Einfachheit in Wort und Satz. „Auf diesen Grundsätzen basiert das langjährige literarische Schaffen eines Mannes, der viele Pseudonyme benutzt hat, eines Mannes, der sein wahres Gesicht gern versteckt hat.“

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