Wohnstätte „Buschgarten“ der Lebenshilfe Lübbecke feiert 25-jähriges Jubiläum

Mit den Bedürfnissen der Bewohner gewachsen

Bewohner und Betreuer freuen sich auf die Jubiläumsfeier in der Wohnstätte „Buschgarten“ am Samstag. ·
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Bewohner und Betreuer freuen sich auf die Jubiläumsfeier in der Wohnstätte „Buschgarten“ am Samstag. ·

Wehdem - Von Melanie RussLangeweile kommt in der Wohnstätte „Buschgarten“ nur selten auf. Kein Wunder, denn wenn 53 Menschen unter einem Dach leben, dann ist immer irgend etwas los. Momentan herrscht in der Wehdemer Einrichtung der Lebenshilfe Lübbecke allerdings noch mehr Betriebsamkeit als sonst. Alles wird auf Hochglanz poliert, die Hecken frisch geschnitten, Informationstafeln zusammengestellt und Musikstücke und Tänze einstudiert. Denn am Samstag, 24. August, feiert die nahe dem Schulzentrum gelegene Wohnstätte „Buschgarten“ ihr 25-jähriges Jubiläum.

Viel hat sich im „Buschgarten“ getan seit der Gründung im Sommer 1988. Nicht nur das Gebäude wechselte mit Anpassungen an neue Bedürfnisse immer wieder sein Gesicht, auch die Altersstruktur der Bewohner hat sich gewandelt. Einige der Menschen mit Behinderungen leben seit der ersten Stunde in der Wohnstätte, sind gewissermaßen gemeinsam mit ihr „in die Jahre gekommen“. So ist der „Buschgarten“ inzwischen zu einem Mehrgenerationenhaus mit Bewohnern von 18 bis 83 Jahren geworden – einer großen Familie, deren Mitglieder entsprechend ihres Alters und ihrer Behinderung ganz unterschiedliche Bedürfnisse haben. Denen gerecht zu werden, hat sich die Lebenshilfe als oberstes Ziel gesetzt, auch wenn das für die Einrichtung bedeutet, sich immer wieder umzustrukturieren.

Das „Oberhaupt“ der Wehdemer Familie ist Stefan Laußmann, der hier nicht nur Chef ist, sondern wie seine Kollegen manchmal auch in die Rolle des Elternersatzes schlüpfen muss. Wenn der Wohnheimleiter von seiner Arbeit berichtet, erstrahlt ein Lächeln auf seinem Gesicht und er gerät geradezu ins Schwärmen. „Es macht unheimlich viel Spaß“, so Laußmann.

Manchmal auch

Elternersatz

Für ihn und seine rund 35 Kollegen ist die Arbeit in der Wohnstätte mehr eine Berufung als nur ein Beruf. Die Beziehung zu den Bewohnern ist eng und persönlich. Distanz ist den Menschen mit Behinderungen fremd. Was er an seinen Schützlingen besonders schätzt? „Sie sind sehr ehrlich und teilen einem ihre Bedürfnisse und Wünsche ganz direkt mit“, so Laußmann.

Seit jeher ist die Wohnstätte „Buschgarten“ bemüht, den Menschen nicht nur ein behagliches Zuhause zu bieten, sondern auch einen abwechslungsreichen Alltag außerhalb ihrer vier Wände. Laußmann: „Wir richten uns nach den Wünschen der Bewohner.“ So gibt es eine Musik-, eine Walking- und eine Kegelgruppe, regelmäßige Fahrten zum Schwimmen und seit einiger Zeit therapeutisches Reiten. Der Renner, so Laußmann, seien aber immer noch die Zoobesuche. Zahlreiche Bewohner sind außerdem Mitglied in örtlichen Vereinen und nehmen so am gesellschaftlichen Leben teil.

Während die Mehrzahl der Bewohner in der Niedermehner Behindertenwerkstatt „Mehnenfeld“ arbeitet, verbringen diejenigen, die inzwischen das Rentenalter erreicht haben, die Vormittage oft gemeinsam, unternehmen Ausflüge oder genießen jetzt im Sommer die Sonne auf der geräumigen Terrasse.

Mit der veränderten Altersstruktur mussten sich auch die räumlichen Gegebenheiten ändern. „Wir haben die Wohnstätte immer wieder modernisiert und mit zunehmendem Alter unserer Bewohner behinderten- und altersgerecht umgebaut“, erzählt Stefan Laußmann.

Als 1988 die ersten zehn Bewohner einzogen, war der „Buschgarten“ noch eine Baustelle. Ende 1989 war die Einrichtung schon voll belegt. Der Bedarf im Nordkreis war damit aber noch längst nicht gedeckt. So wurde 1998 ausgebaut und ein weiteres Gebäude übernommen. 2005 kam in Nachbarschaft zur Wehdemer Kirche eine Außenwohngruppe hinzu, in der etwas selbstständigere Menschen mit Behinderungen ihr Leben weitestgehend eigenständig gestalten.

Am Anfang schmückte den Garten der Wohnstätte „Buschgarten“ noch ein großer Teich. Elke Kleikamp, fast von Beginn an in der Wehdemer Einrichtung tätig, erinnert sich noch gut daran. „Es war immer ein riesiger Sommerspaß, wenn der Teich gereinigt werden musste und die Mitarbeiter knietief zwischen den Goldfischen im Schlamm standen.“ Meistens sei dabei jemand im wahrsten Sinne des Wortes baden gegangen, während die Bewohner drumherum gestanden und ihren Spaß gehabt hätten. Mit der steigenden Zahl der zum Teil schwerstbehinderten Bewohner sei der Gartenteich jedoch eine zu große Gefahr geworden und habe zugeschüttet werden müssen, so Elke Kleikamp.

Wer selbst einen Blick in die Wohnstätte „Buschgarten“ werfen möchte, kann das während des Sommerfestes am Samstag tun. Für die Zeit von 12.30 bis 18 Uhr Betreuer und Bewohner ein unterhaltsames Rahmenprogramm auf die Beine gestellt.

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