Auch die Landwirtschaft leidet unter der Finanz- und Wirtschaftskrise / Umfassenden Forderungskatalog verabschiedet

Becker: „Dampf im Kessel ist groß“

Karl-Gerd Husemeyer (Lübbecke), Karl-Heinz Hahne (Minden), Karl-Heinz Becker (Preußisch Oldendorf) und Rainer Meyer (Bad Oeynhausen) stimmten auf dem Bauerntag den Forderungskatalog des Berufsverbandes mit ab.

Minden-Lübbecke - (Re) „Trotz der akuten Probleme durch die Wirtschaftskrise war die Stimmung auf dem Deutschen Bauerntag von der Zuversicht geprägt, gestärkt aus dieser Krise herauszukommen. Der Bauerntag hat gezeigt, dass unter den Landwirten keine Untergangs-, sondern eine offensive Stimmung herrscht“.

       Dieses Resümee zieht der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Minden-Lübbecke Karl-Heinz Becker vom Bauerntag in Stuttgart. Er besuchte diesen mit seinem Stellvertreter Rainer Meyer sowie Karl-Heinz Hahne und Karl-Gerd Husemeyer vom geschäftsführenden Vorstand.

Die Delegierten des Bauerntages verabschiedeten einen umfassenden Forderungskatalog des Bauernverbandes zur Bundestagswahl. Zentrales Anliegen ist dabei ein Konjunktur- und Entlastungsprogramm. „Denn die tiefste Finanz- und Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg hat uns voll erwischt, die Märkte für die Milchbauern, aber auch für die Schweinehalter und Ackerbauern sind enorm unter Druck“, betont der Vorsitzende. Die Situation auf vielen Höfen sei inzwischen existenziell bedrohlich. „Aus dieser Misere müssen wir heraus“, unterstreicht Becker. „Deshalb haben wir auf dem Bauerntag einen Forderungskatalog von A wie Agrardiesel bis Z wie Zukunft aufgestellt.“

Der Berufsstand fordert folgende Punkte: Die Abwärtsspirale der Preise muss gestoppt, die Märkte im In- und Ausland belebt, Belastungen der Betriebe gesenkt sowie die Liquidität in den Bauernfamilien gesichert werden. Die Niedrigstpreispolitik bei Lebensmitteln, die vornehmlich von den Discountern des Lebensmitteleinzelhandels durchgedrückt wird, muss ein Ende haben. „Zudem brauchen wir deutschen Bauern weitere Schritte zur Angleichung der Wettbewerbsposition in Europa“, erklärt Becker. „Die Steuer auf Agrardiesel muss weiter runter und zwar auf das französische Niveau (0,6 Cent/Liter)“. Weiter fordert der Berufsstand die Möglichkeit der steuerfreien Rücklagenbildung, die Reduzierung von Steuervorauszahlungen und Stundungen sowie einen nachhaltigen Bürokratieabbau. „Auch die Sicherung der Direktzahlungen nach 2013 und ein Ende des Kostendruckes durch immer wieder neue Auflagen gehören zum Forderungskatalog“, betont der Vorsitzende. Im Bereich Veredlung fordert der Berufsstand, Betriebe durch Investitionsfördermaßnahmen zu helfen. Denn gerade Höfe, die durch kostenträchtige Auflagen zu Umbauten gezwungen sind, müssen gezielt unterstützt werden. Weiter sind die steuerlichen Viehbesatzgrenzen, ab denen Tierhaltungen als gewerblich eingestuft werden, anzupassen.

Was den Bereich Milch angeht, müssen die Milcherzeuger beim Übergang in eine Zeit ohne Quoten unterstützt werden. „Ebenso macht die Krise in der Milchwirtschaft ein sofortiges Handeln der Bundesregierung notwendig“, erläutert der Vorsitzende. Deshalb ist sie aufgefordert, sich mit Nachdruck auf europäischer Ebene dafür einzusetzen, dass die verbleibenden Marktsteuerungsinstrumente (Erstattungen, Beihilfen, insbesondere Verfütterungsbeihilfen und Intervention) sofort zur Stabilisierung der Milchmärkte eingesetzt werden. Nur so ist eine kurzfristige Marktentlastung möglich. Becker: „Weiter fordern wir für Milchbetriebe die aufgeben wollen, ein eigenständig finanziertes, sozial verträgliches Vorruhestandssprogramm.“

Der Vorsitzende macht deutlich, dass die Landwirte wie die Autohersteller und Banken ein Konjunkturprogramm benötigen, um den Absatz ihrer Erzeugnisse anzukurbeln.“ Der grüne Berufszweig leide wie andere Branchen unter der Wirtschaftskrise. „800 Mio. Euro verlieren wir derzeit jeden Monat, der Dampf im Kessel ist groß.“

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