„Nicht an Preisabsprachen beteiligt“

Barre bestreitet Kartell-Vorwürfe

Lübbecke - Die vom Bundeskartellamt wegen verbotener Preisabsprachen auferlegte Geldbuße wird die Lübbecker Privatbrauerei Barre zwar zahlen, als Schuldeingeständnis will Geschäftsführer Christoph Barre das aber nicht verstanden wissen.

Sein Unternehmen sei an keinen Preisabsprachen beteiligt gewesen und habe aus rein wirtschaftlichen Erwägungen ein Settlement-Gespräch mit dem Bundeskartellamt geführt, so Barre in einer Stellungnahme. Zur genauen Bußgeldhöhe äußert er sich nicht. Die Brauerei (Umsatz rund 14 Millionen Euro, knapp 100 Mitarbeiter) müsse deutlich weniger als 150 000 Euro zahlen.

Barre widerspricht vehement den Anschuldigungen der Wettbewerbshüter, überregional tätige Brauereien wie Veltins oder Warsteiner hätten sich mit in Nordrhein-Westfalen tätigen regionalen Brauereien (unter anderem Barre) auf Sitzungen des regionalen Brauereiverbandes im Juni 2006 und September 2007 über Preiserhöhungen abgestimmt.

„Wir können nachweisen, dass die von der Privatbrauerei Barre in der Vergangenheit umgesetzten Preiserhöhungen, konkret auch die relevanten Preiserhöhungen in den Jahren 2006 und 2008, in keiner Weise durch Absprache mit Wettbewerbern zustande gekommen sind beziehungsweise davon beeinflusst wurden“, heißt es in der Stellungnahme. Dies habe man dem Bundeskartellamt mithilfe von Dokumenten und Zeugenaussagen plausibel dargelegt.

Die Wettbewerbshüter sind anderer Auffassung. „Wir gehen nicht mit haltlosen Vorwürfen auf Firmen zu“, erklärt Kay Weidner, Pressesprecher des Bundeskartellamtes, im Gespräch mit dieser Zeitung. Ähnlich wie bei einem Gerichtsverfahren seien zahlreiche Hinweise verfolgt und Zeugen vernommen worden. Seine Behörde wertet die Bereitschaft Barres zu einem außergerichtlichen Vergleich als Schuldeingeständnis.

Die Aussage Christoph Barres, der Privatbrauerei sei keine Preisabsprache vorgeworfen worden, sondern lediglich, dass sie auf die Preiserhöhungsrunde der Großbrauereien reagiert habe (laut Barre ebenfalls unzutreffend), lässt Weidner so ebenfalls nicht stehen. „Es gibt da keine graduellen Unterschiede.“ Barre sei an Preisabsprachen beteiligt gewesen.

Den außergerichtlichen Vergleich bewertet Christoph Barre als „eine für uns finanziell tragbare Kompromisslösung“. Ein zwei bis drei Jahre andauerndes Gerichtsverfahren wäre mit Kosten von einigen hunderttausend Euro verbunden gewesen. Zudem sei ungewiss, wie das zuständige Gericht die widersprechenden Zeugenaussagen gewertet hätte, so Barre. In ähnlichen Fällen sei es oft zu Vergleichsurteilen gekommen, womit eine weitere finanzielle Belastung seines Unternehmens verbunden gewesen wäre. · mer

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