Diskussionen um auslaufende Auflösung der Grundschule Westrup / Doris Schwier: „Bleibe bis zum Schluss an Bord!“

Das „Aus“ vollzieht sich schleichend

Das „Aus“ für die kleine Grundschule Westrup vollzieht sich schleichend. Eine Eingangsklasse gibt es im Schuljahr 2011/12 nicht mehr. Zeitgleich beginnt die auslaufende Auflösung.

Wehdem - (ges) · Das „Aus“ für die kleine Grundschule Westrup kommt schleichend. Zum nächsten Schuljahr wird es auf Grund mangelnder Schülerzahlen schon keine Eingangsklasse mehr geben, und mit Beginn des Schuljahres 2011/12 läuft auch die auslaufende Auflösung der Grundschule an. Spätestens 2013 wird es dann keine Schülerinnen und Schüler mehr in Westrup geben.

        „Wenn es meine Gesundheit erlaubt, bleibe ich bis zur endgültigen Schließung der Schule an Bord“, teilte Schulleiterin Doris Schwier am Tage nach dem Mehrheitsbeschluss des Schul-, Kultur- und Sportausschusses der Gemeinde Stemwede mit. Das Fachgremium hatte nach eingehender Diskussion – wie bereits berichtet – die auslaufende Auflösung mit sieben gegen vier Stimmen beschlossen. Mit der entsprechenden Empfehlung haben sich jetzt der Haupt- und Finanzausschuss sowie abschließend der Rat zu befassen.

Vor dem Hintergrund der Entscheidung des Vorabends wurde Doris Schwier gestern Mittag noch einmal deutlich: „Andere Möglichkeiten wurden nicht ausreichend durchgespielt.“ Nach der Schließung der Grundschule Westrup in drei Jahren gäbe es vermutlich nur noch zwei Grundschulen in der Gemeinde, „denn ein Verbund ist nur zweizügig möglich“. Eine passable Lösung ist nach Meinung der Rektorin ein kleines Grundschulzentrum in Westrup. „Die Planungen sind langfristig nicht zu Ende gedacht worden. Ratsam wäre gewesen, die Leverner Schülerinnen und Schüler mit nach Westrup zu holen. In die in Levern frei werden Räume könnte dann die Verwaltung einziehen und hätte endlich ein Rathaus unter einem Dach. Ich glaube nämlich nicht, dass es sinnvoll ist, viel Geld in die Sanierung der Verwaltungsstelle in Dielingen zu investieren.“

Doris Schwier bemängelt zudem, dass zu wenig über Alternativen gesprochen wurde. „Der Ausschuss hat es sich einfach gemacht: Westrup ist die kleinste Grundschule, die schließen wir!“ Zur Tendenz der Eltern, ihre Kinder in die Montessorigrundschule nach Haldem zu schicken, merkte die Schulleiterin skeptisch an, dass es durchaus angehen könne, dass die Bildungseinrichtung in Haldem irgendwann zu voll werde.

Und wie geht es in Wes-trup weiter? „Nach aktueller Sachlage werden im kommenden Schuljahr die Klassen zwei, drei und vier in Westrup bleiben, wobei in den Klassen zwei und drei ein jahrgangsübergreifender Unterricht praktiziert wird. Die Viertklässler werden als einzelner Jahrgang intensiv auf den Wechsel in weiterführende Schulen vorbereitet. Favorisierter Plan von Schulleitung und Schulpflegschaft ist es, dass bei ausreichender Schülerzahl auch im Schuljahr 2012/13 der Unterricht in Westrup für die beiden verbleibenden Jahrgänge, die heutigen Erst- und Zweitklässler, gewährleistet bleibt“, informiert Doris Schwier die Eltern.

Deutliche Worte hatte es auch bereits am Vorabend bei der Sitzung des Schulausschusses gegeben. Bei der gestrigen Sitzung des Rates setzte sich die kontroverse Diskussion fort, und während der vorangegangenen Bürgerfragestunde nutzten mehrere Eltern die Möglichkeit, Fragen an Bürgermeister Gerd Rybak zu stellen. Eine Mutter wollte beispielsweise wissen, welche neuen Erkenntnisse die Gemeinde aus dem Gutachten des Planungsbüros Dr. Garbe ziehen wolle. Gerd Rybak entgegnete, dass es bei der Arbeit der Planer schwerpunktmäßig um die Aufstellung eines zukunftsträchtigen Schulentwicklungsplanes gehe, aber auch Nutzungsvorschläge für schulische Räume erarbeitet würden. Nicht nur für die Grundschule Westrup, sondern insbesondere für die Stemweder-Berg-Schule in Wehdem. Ob auch die Möglichkeit einer zentralen Grundschule geprüft werde?, wollte die Mutter wissen. Alle Aspekte würden berücksichtigt, antwortete Schulamtsleiter Klaus Schumacher. „Wenn das Gutachten vorliegt, ist es Aufgabe der Politik, die richtigen Entscheidungen für eine bestmögliche Schullandschaft in der Gemeinde Stemwede zu treffen.“

Eine Antwort auf die Frage nach den Kosten für das Gutachten blieb Bürgermeister Gerd Rybak schuldig: „Das ist ein nichtöffentliches Thema“.

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