Attentate in Paris stehen bei Feiern zum Volkstrauertag im Fokus

„Der Terror ist näher, als wir wahrhaben wollen“

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Dietmar Meier (l.) und Heinfried Huck legten in Oppenwehe den Kranz zum Gedenken an die Kriegsopfer nieder.

Rahden/Stemwede - „Mit den Themen Terror und Gewalt sind wir noch lange nicht am Ende“, sagte Pfarrerin Gisela Kortenbruck während des Bittgottesdienstes in der Kapelle in Varl. Anlässlich des Volkstrauertags gedachten zahlreiche Christen der Kirchengemeinden in Rahden und Stemwede aber nicht nur der Opfer der Weltkriege, sondern auch der Toten und Angehörigen der Anschläge von Paris.

„Der Terror ist näher, als wir wahrhaben wollen“, predigte Kortenbruck, die sich zudem mit einem Brief von Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, an die Gläubigen wandte: „Die menschenverachtende Gewalt in Paris macht uns macht- und ratlos. Lasst uns dafür beten, dass der Hass nicht die Oberhand gewinnt.“ Mit ihren Gedanken waren viele bei denen, die durch Krieg und Terror getötet oder wie die Angehörigen verletzt worden waren.

Im Anschluss an die Andacht, an der neben den Gemeindegliedern auch Mitglieder der Feuerwehr, der Kameradschaft ehemaliger Soldaten sowie der Schützenvereine Varl und Varlheide teilgenommen hatten, unterstrich Varls Ortsvorsteher Werner Bredenkötter, dass „der Friede ein Geschenk ist“. „Für den Frieden lohnt es sich jeden Tag einzustehen.“ Denn Tag für Tag werde gekämpft, Verfolgte müssten flüchten, erinnerte Bredenkötter.

Zuvor hatte Kortenbruck hervorgehoben, dass die Erinnerung auch 70 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkriegs aufrecht erhalten bleiben müsse, gerade weil die Zeitzeugen immer weniger werden: „Wir müssen wachsam bleiben, damit Kämpfe nicht einfach hingenommen werden.“ Als Erinnerung legten die Vereine zur Musik der Heimatkapelle Rahden Kränze am Mahnmal nieder.

„Je suis Paris“, begann Oppenwehes Pfarrerin Sigrid Mettenbrink den Gottesdienst. „Wir sind tief erschüttert, was sich in Paris ereignet hat. Einfach unfassbar, wie hautnah der Terror auf dieser Welt ist, und wie der Tod Unschuldiger Angst und Schrecken mit sich bringt“, sagte Dietmar Meier in der Feierstunde zum Volkstrauertag. „Wir fühlen uns eng verbunden mit unseren französischen Freunden und trauern mit ihnen“, so der Stemweder Ratsherr.

Jeder bewaffnete Konflikt sei grausam und fordere Opfer. Und die Botschaft, die jeder Terroranschlag mit sich bringe, sei stets die gleiche: Menschen wünschen sich Frieden. „Lasst uns denen helfen, die trauern, und die nicht das Glück haben, in Frieden zu leben“, so Meier, der sich anstatt des Volkstrauertags künftig einen Volksfriedenstag wünschte.

Der Feiertag bedeute stilles Gedenken und Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaften, machte Meier deutlich. Jahr für Jahr werde dieses Gedenken wiederholt, Krieg und Gewalt verdammt und der Frieden beschworen.

Man dürfe nicht verkennen, dass Krieg, Gewalt und Verfolgung keine Geißeln des vorigen Jahrhunderts seien. „Auch das noch junge 21. Jahrhundert ist voll von Konflikten, die Leid und Tod über Millionen Menschen bringen. Unsere Welt ist nicht friedlich“, bedauerte Meier.

Die Feier als Zeichen für die Verstorbenen und Hinterbliebenen endete mit der Kranzniederlegung am Mahnmal. Der Posaunenchor gab der Feier den würdigen Rahmen.

abo/hm

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