Gestern „erster Spatenstich“ für Umbau und Modernisierung des Rahdener Krankenhauses

Die Arbeiten können beginnen

Erster Spatenstich der ganz anderen Art: Landrat Dr. Ralf Niermann, der Vorstandsvorsitzende der Mühlenkreiskliniken, Dr. Matthias Bracht, und der Rahdener Bürgermeister Bernd Hachmann (von links) enthüllten gestern Mittag ein modernes medizinisches Sonografiegerät für Herz- und Gefäßuntersuchungen. Alle

Rahden - Von Gerhard Scheland„Es ist gleich 5 nach 12, fangen wir an.“ Mit einer Portion Ironie begrüßte Dr. Matthias Bracht, Vorstandsvorsitzender der Mühlenkreiskliniken, gestern Mittag zahlreiche Gäste zum eher ungewöhnlichen „ersten Spatenstich“ für die umfangreichen Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen des Krankenhauses Rahden.

        Witterungsbedingt verzichteten Dr. Bracht, Landrat Dr. Ralf Niermann, der Rahdener Bürgermeister Bernd Hachmann und Chefarzt Dr. Elmar Axnik darauf, geschärftes Gartengerät in den Schnee bedeckten Eisboden zu rammen. Stattdessen enthüllten sie ein gleichermaßen teures und modernes medizinisches Sonografiegerät für Herz- und Gefäßuntersuchungen mittels Ultraschall.

An der Feierstunde in der Rettungswache des Rahdener Krankenhauses nahmen neben Landrat Dr. Ralf Niermann auch der Geschäftsführer der Krankenhäuser Lübbecke und Rahden, Mario Hartmann, Förderer, Freunde, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krankenhauses sowie Vertreter aus Politik und Wirtschaft teil.

Mit dem symbolischen „Spatenstich“ starten schon in Kürze die ersten großen Baumaßnahmen. Die Arbeiten für den Umbau von Labor und Sterilisation im Erdgeschoss des Altbautraktes sollen noch vor Weihnachten vergeben werden. Parallel dazu läuft im Architekturbüro Gerlach, Schneider und Partner aus Bremen die Detailplanung für die Gesamtmaßnahme.

Dr. Matthias Bracht öffnete gestern Mittag das Zeitfenster für die Großmaßnahme. „Der Umbau wird in vier Bauabschnitten erfolgen, nach dem heutigen Stand der Planungen rechnen wir mit der Fertigstellung bis Mitte 2012.“

Geplant ist nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden der Mühlenkreiskliniken, zunächst den Altbau mit Röntgenabteilung, Notaufnahme und Chirurgischer Ambulanz zu sanieren. Danach würden sich die Arbeiten im Zwischengeschoss mit Endoskopie, Intensivstation und Physikalischer Therapie anschließen, bevor im dritten Bauabschnitt der Umbau des Bettenhauses anstehe. „Hier werden zwei Stationen erweitert und grundlegend neu gestaltet“, sagte Dr. Bracht und nannte als letzte Maßnahme den Rückbau nicht mehr benötigter Gebäudeteile und die Neugestaltung der Außenanlagen.

„Wir sichern die Existenz des Rahdener Krankenhauses nicht nur durch die anstehenden Baumaßnahmen“, betonte Dr. Bracht. „Die dynamischen Umweltveränderungen auf dem Krankenhaussektor stellen uns vor immer neue Herausforderungen, deswegen müssen wir Antworten für die medizinische Versorgung von morgen finden. An Standorten in der Fläche ist das nur durch eine Spezialisierung auf Hochleistungsmedizin möglich. Das schafft Perspektiven für die Patienten, aber auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Erst wenn man weiß, was man inhaltlich will, kann man auch baulich etwas machen.“ Abschließend wies der Vorstandsvorsitzende darauf hin, dass in den vergangenen Wochen und Monaten bereits fast eine Mio. Euro in geförderte Medizintechnik und IT-Systeme investiert worden sei. „Alle angelaufenen und folgenden Maßnahmen sind am Bedarf der Zukunft und nicht an Strukturen der Vergangenheit ausgerichtet.“

Für Landrat Dr. Niermann war gestern „ein wunderbarer Tag für Rahden und den ganzen Norden des Mühlenkreises, denn mit der Portalklinik wird hier ein kleines, aber feines Schmuckstück entstehen“. Er erinnerte daran, dass es vielen Akteuren zu verdanken sei, dass der Wunsch vieler Menschen jetzt realisiert werde. Stellvertretend nannte er Hans Waltemate, der ihm vor einigen Monaten eine Unterschriftenliste überreicht habe, in der mehr als 10 000 Unterzeichner den Erhalt des Rahdener Krankenhauses gefordert hätten. „Unser erklärtes Ziel ist, die medizinische Versorgung in allen Bereichen des Mühlenkreises sicher zu stellen“, versprach der Landrat.

„Was lange währt, wird endlich gut“, freute sich Bürgermeister Bernd Hachmann. Sein besonderer Dank galt Wolfgang Hesse, „der Bündnisse geschmiedet und dafür gesorgt hat, dass das für viele unangenehme Thema immer wieder neu diskutiert wurde“.

Dr. Elmar Axnik, Chefarzt der Chirurgie, verpackte seine Dankesworte in ein Märchen. „Manche Wünsche brauchen etwas länger, damit sie letztendlich umso besser werden“, fasste er seine Weihnachtsgeschichte zusammen. Er stellte deutlich heraus, dass die medizinische Grundversorgung vor Ort erhalten bleibe und die Notfallvorsorge durch erweiterte Möglichkeiten von Untersuchungen noch verbessert werde. „Unser Ziel ist es, die Qualität für unsere Patienten zu steigern und gleichzeitig die Identität des Standortes Rahden zu wahren.“

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