Kreativ-Team Haldem bot Kindern am Volkstrauertag an, sich mit einem Tabu-Thema auseinanderzusetzen

Den Tod akzeptieren lernen

Die Gruppe begutachtete die Gräber und erfuhr, dass alle eine Geschichte erzählen.

Haldem - (ja) · Am Volkstrauertag wird der Kriegstoten gedacht. Das Kreativ-Team Haldem wollte diesen Tag auch Stemwedes Jugend näher bringen und veranstaltete aus diesem Grund einen ganz besonderen Sonntagvormittag für die Kinder und Jugendlichen.

Treffpunkt für alle Teilnehmer an diesem Vormittag war das Gemeindezentrum HAI. Nachdem die Kerzen angezündet waren, die die Kinder mitgebracht hatten, machten sich die Teilnehmer auf den Weg zum Haldemer Friedhof.

Auch wenn die Gruppe um Pastor Michael Welters, sowie Tanja Böcker, Annette Dreyer und Erika Mattelmeyer vom Kreativ-Team etwas kleiner war als erhofft, konnte man die Neugierde, was auf dem Friedhof geschehen würde, deutlich spüren.

Am Friedhof angekommen, stieß die Gruppe als erstes auf ein Grab, das umzäunt und mit großen Platten bestückt war. War dieses Grab schön? Schnell war sich die Gruppe einig: Dieses Grab schien zwar eine besondere Größe auszustrahlen, wirkte aber auch irgendwie kalt. Bei einem weiteren Grab fand die Gruppe das komplette Gegenteil vor. Ein kleiner Grabstein, schöne Blumen, kleine Figuren. Auch hier war schnell ein gemeinsames Urteil über die Grabgestaltung gefallen: Dieses Grab war schön.

Die Kinder fanden heraus, dass viele Gräber auch etwas über die Persönlichkeit der Verstorbenen ausstrahlen und Geschichten erzählen, wenn man sich länger mit ihnen beschäftigt.

Die Kerzen der Kinder waren für besondere Personen auf dem Friedhof bestimmt, die für die einzelnen Teilnehmer wichtig waren. Die Gruppe machte sich auf den Weg zu den einzelnen Gräbern, und an jeder Ruhestätte wurde mit der Kerze an die bestimmte Person gedacht.

Die nächste Station war die Heilig-Kreuz-Kapelle, denn dort gab es einige Dinge zu entdecken. Zuerst richtete sich die Aufmerksamkeit der Kinder auf das große Bild der letzten Lebenstage Jesu über dem Altar. Pastor Welters erläuterte die Bildelemente und stellte Fragen an die Kinder.

Als die Kinder die Kanzel besteigen durften, wunderten sie sich erst darüber, dass ihre Stimme viel lauter war, bekamen aber von Pastor Welters die Antwort darauf. „Der Deckel über euch sorgt dafür, dass ihr besser gehört werdet, denn eure Stimme wird dadurch gebündelt. Die Taube auf dem Deckel, soll den Geist Gottes darstellen“, erklärte Welters. Die Kinder konnten auch ihr Talent an der Orgel testen und hatten dabei viel Spaß. Auch konnten sie an diesem Vormittag eine Menge lernen. So erfuhren sie, dass der Tod nich immer ein böses Gesicht haben muss, sondern auch neue Dinge ins Leben rufen kann.

„Der Tod ist ein Tabu-Thema. Das sieht man auch daran, dass heute so wenig Kinder mit dabei sind“, sagte Pastor Welters. Kinder sollten so früh wie möglich lernen, dass das Leben vergänglich ist, dass Menschen nur eine bestimmte Zeit zu leben haben. „Nur wer den Tod ernst nehmen kann, lernt auch das Leben zu schätzen“, so Michael Welters weiter.

Für die Kinder und das Kreativ-Team war der Vormittag auf dem Friedhof, dem Ort der Besinnung, eine neue Erfahrung, die allen Teilnehmern neue Erkenntnisse beschert hat.

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