„Natürliches Öl“ laut Kreisumweltamt Ursprung des Ölfilms

Aktionsbündnis sieht Verunreinigung skeptisch

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Auch in rund 50 Metern Entfernung zum Bohrplatz hat das Aktionsbündnis Ölspuren entdeckt. ·

Stemwede - Der Ursprung des Ölfilms, der Mitte vergangener Woche auf dem Gewässer am Brahendamm in Oppendorf nahe der Landesgrenze zu Niedersachsen entdeckt wurde, ist nach wie vor ungeklärt. Mitglieder des Aktionsbündnisses „No Moor Fracking“ machten sich kürzlich vor Ort ein Bild von der Verunreinigung und haben nun viele Fragen.

„Es war auffällig, dass mehrere Gräben rund um den Exxon-Bohrplatz Oppenwehe 1 eine bunt schillernde Ölschicht aufwiesen. Außerhalb der von der Feuerwehr bereits eingerichteten Ölbarriere war die stärkste Verschmutzung tatsächlich in etwa 50 Metern Entfernung vom Bohrplatz zu beobachten“, so die Mitglieder des Aktionsbündnisses. Stutzig macht die Fracking-Gegner, dass ihnen bereits im Sommer ein Oppenweher von einer öligen Verschmutzung seines Grundwasserbrunnens berichtete, aus dem er seine Fischzuchtteiche speist. Die Teiche lägen einen guten Kilometer vom Bohrplatz entfernt. Damals sei ihnen ein Zusammenhang eher abwegig erschienen, so die Aktivisten. Nach dem Auftreten weiterer Verunreinigungen haben sie nun den Kreis Minden-Lübbecke darüber in Kenntnis gesetzt, der dem Hinweis nachgehen will.

Der Oppenweher berichtete im Gespräch mit dieser Zeitung von einer mehrere Millimeter dicken dickflüssigen und bunt schimmernden Schicht, die sich auf dem geförderten Wasser absetze. Ob es sich dabei um Öl handele, wisse er nicht. Er habe es bislang nicht untersuchen lassen, weil das vermutlich hohe Kosten bedeuten würde.

Kreissprecher Oliver Roth wies auf Nachfrage dieser Zeitung noch einmal darauf hin, dass erste Untersuchungsergebnisse ergeben hätten, dass es sich bei der Verunreinigung am Brahendamm nicht um künstliches Mineralöl, sondern um ein „natürliches Öl“ handele. Dass dessen Ursprung im Bohrloch liege, sei daher ausgeschlossen, so Roth. Auch dass die Verunreinigung deutlich oberhalb der Bohrung festgestellt wurde, ist nach Einschätzung des Kreises ein Hinweis darauf, dass der Bohrplatz nicht die Quelle sein kann.

Unter natürlichen Ölen werden nach Aussage von Oliver Roth nur Pflanzenöle verstanden. Dabei kann es sich um Salatöl handeln, natürliche Öle werden aber auch in der Industrie verwendet. Ob die gefundenen Ölrückstände harmlos oder mit chemischen Substanzen versetzt sind, soll nun die genaue Analyse klären. · mer

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