Werkstattseminar für deutsche und russische Lehrerinnen und Lehrer in Pr. Ströhen im Zeichen Dietrich Bonhoeffers

Zum Abschluss eine Lichtermeditation

Lichtermeditation zum Ausklang: Voller Dankbarkeit verabschiedeten sich die russischen Deutschlehrerinnen nach einem informativen und interessanten Tag in Pr. Ströhen von ihren Gastgebern.

Pr. Ströhen - (ges) · Es waren bewegende Momente, die sich im evangelischen Gemeindehaus der Kirchengemeinde Pr. Ströhen abspielten: Russische und deutsche Frauen und Männer entzündeten ein Teelicht, sprachen mit Dankbarkeit über den Verlauf des Tages und äußerten mit zuversichtlicher Stimme Wünsche für die Zukunft.

        Die Szenen im Gemeindesaal waren der rührende Abschluss eines ganztägigen Fortbildungsseminars für deutsche und russische Pädagogen im Rahmen des noch bis zum 1. Dezember laufenden Begegnungsprogramms „Russische Lehrerinnen und Lehrer aus Iwanowo in OWL und im Tecklenburger Land“.

Veranstalter des Tagesprogramms im Gemeindehaus waren die Kirchengemeinde Pr. Ströhen, das Schulreferat der Kirchenkreise Minden und Lübbecke sowie der Freundeskreis Iwanowo, dem auch der Pr. Ströher Pfarrer Roland Mettenbrink angehört. Die Tagung stand unter dem Motto: Dietrich Bonhoeffer – Leben und Werk“.

Zum Referententeam zählten der Ehrenvorsitzende des Freundeskreises Iwanowo und persönliche Freund Pfarrer Mettenbrinks, Pastor i.R. Dieter Stork, der ehemalige Ströher Grundschulleiter Heinz Meyer, der Pr. Ströher Seelsorger selbst, Angela Schwarze vom Gymnasium Rahden, Werner Schwarze von der Freiherr-vom-Stein-Realschule, der Lehrer i.R. Karl Klusmeier, Michael Streich vom Rahdener Gymnasium und die Pr. Ströher Kindergartenleiterin Kadia Oedekoven. Als Begleiter der russischen Delegation waren Ulf und Hans Möller aus Bünde dabei, seitens der Gastgeber auch Pfarrerin Sigrid Mettenbrink.

„Ich fahre mit neuen und interessanten Eindrücken nach Hause zurück“, sagte eine der russischen Lehrerinnen, „auf eine Leben ohne Grenzen“ hoffte eine andere Pädagogin. Eine dritte Teilnehmerin bedankte sich beim Herrn für die Möglichkeit, die Gemeinschaft zwischen russischen und deutschen Lehrern miterleben zu dürfen, und eine andere Lehrerin wünschte sich zum Abschied, dass die Gastgeber immer gesund und glücklich sein mögen. „Durch den Tag ist meine Welt ein Stück weiter geworden, dafür bin ich dankbar“, fasste Heinz Meyer seine Eindrücke zusammen. „Ich bis zu einem Ergebnis gekommen, das mich glücklich und zufrieden macht.“

Bis zur nachmittäglichen Lichtermeditation und gemeinsamen Tänzen hatte Dieter Stork, pensionierter Pfarrer und Pädagoge, über das Leben und Werk Dietrich Bonhoeffers berichtet. Stork hat anlässlich des 60. Todestages von Dietrich Bonhoeffer vor vier Jahren die Theaterfassung eines Bonhoeffer-Oratoriums geschrieben hat, das bis in den Mailänder Dom aufgeführt wurde.

Der den russischen Gästen als Antifaschist bekannte Bonhoeffer erblickte im Februar 1906 in Breslau das Licht der Welt und starb als 30-Jähriger im April 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg. Dietrich Bonhoeffer war ein lutherischer Theologe, profilierter Vertreter der Bekennenden Kirche und deutscher Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.Nach Auslandsaufenthalten in Spanien und New York wirkte Bonhoeffer schon mit 24 Jahren als Privatdozent für Evangelische Theologie in Berlin. Daneben war er Jugendreferent und Mitglied in der Vorgängerorganisation des Ökumenischen Rates. Schon kurz nach der Machtergreifung Adolf Hitlers nahm er deutlich Stellung gegen die nationalsozialistische Judenverfolgung und engagierte sich früh im Kirchenkampf gegen die Deutschen Christen und den Arier-Paragraphen. 1938 schloss er sich dem Widerstand um Wilhelm Franz Canaris an. 1940 erhielt er Rede-, 1941 Schreibverbot. Im April 1943 wurde er verhaftet und nach zwei Jahren als einer der letzten mit dem 20. Juli 1944 in Verbindung gebrachten Gegner Hitlers hingerichtet.

„Der Tag war eine richtig gute Sache, das Seminar etwas ganz Besonderes“, fasste Pfarrer Roland Mettenbrink die Begegnung mit den russischen Gästen zusammen. „Der Tag stand unter dem Thema Versöhnung, mit dem Ziel, das Verhältnis zwischen deutscher und russischer Bevölkerung zu verbessern“, sagte er. „Es gibt in der Hinsicht aber noch viel aufzuarbeiten.“

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