Mit einer Postbotin auf dem Rad durch Walsrode

Zwei Hosen, aber ohne Handschuhe

Mit 50 Kilogramm Gepäck ist Postbotin Melanie Sittkus unterwegs.

Walsrode · Die Räder drehen auf der glatten Straße ein, zwei Mal durch. Dann geht es los. Mit 50 Kilogramm Gepäck auf dem Fahrrad ist Melanie Sittkus unterwegs. Ihr Arbeitsplatz ist alles andere als kuschelig. Die Verdener Aller-Zeitung begleitete die Postbotin gestern beim Zustellen von Briefen, Zeitungen und Wurfsendungen in der glatten, vereisten Walsroder Innenstadt.

Während der Verfasser dieser Zeilen eine Wollmütze, einen Schal und dicke Handschuhe trug, fuhr Melanie Sittkus nur mit einer Schirmmütze auf dem Kopf und „nackten“ Händen. „Anfang der Woche, bei minus 14 Grad, hatte ich auch Handschuhe an“, verriet sie aber. Es sah nicht so aus, als ob ihr die Kälte etwas ausmachen würde.

Ein bisschen hat sie sich dennoch gegen die Kälte gerüstet. Was trägt die Postbotin von heute eigentlich drunter? „Ich habe zwei Hosen übereinander. Manchmal ziehe ich noch eine Regenhose drüber. Die habe ich aber vergessen“, so Sittkus. Gestartet in der Poststraße, ging es über die Worth in die Lange Straße. Während der Standard-Radfahrer eher wackelig über die nass-glatte Fahrbahn schlidderte, legte die Bad Fallingbostelerin Sittkus ein zügiges Tempo vor. Da blieb kaum Zeit, um zu frieren. Übrigens wird durch 50 Kilogramm Gepäck das Rad wesentlich wackeliger und instabiler. Keine leichte Arbeit.

„Die Temperaturen machen uns natürlich schon was aus“, lächelte sie. Diesen Beruf könne man eben nur machen, wenn man das Wetter mag.

Die 33-Jährige übernimmt in Walsrode eine der drei Touren, die mit dem Drahtesel geradelt werden. „Ich fahre gerne und viel Rad“, betonte die durchtrainierte Zustellerin. Seit sieben Jahren ist sie nun in Walsrode unterwegs. Vorher ist sie Taxi gefahren, wodurch sie schon Ortskenntnisse erlangt hatte.

Zur Winterausrüstung der Postbotin zählen Spikes, die unter die Schuhe geschnallt werden, um mehr Standfestigkeit zu besitzen. Ihr Arbeitsfahrzeug hat eine Feststellbremse und am Vorderrad Stützräder – die sind jedoch standardmäßig vorhanden und werden auch im Sommer verwendet.

In den vergangenen Wochen dauerte die Zustellung immer etwas länger. Schnee, Eis und vor allem die glatten Straßen machten es den Postboten nicht immer leicht. „Wir hatten seit Wintereinbruch schon sieben sturzbedingte Krankheitsausfälle, die durch das Wetter passiert sind“, erklärte Dieter Schulz, Teamleiter der Poststelle in Walsrode. Auch Melanie Sittkus ist vor ein paar Wochen hingefallen. Allerdings beim Aussteigen aus einem Postauto. Ihr Handgelenk schmerzt immer noch ein bisschen.

Durch den Zustellungsstützpunkt Walsrode werden in 48 Touren – nur drei per Fahrrad – die Orte Hodenhagen, Fallingbostel, Bomlitz und Walsrode versorgt, informierte Schulz. Ein radfahrender Zusteller transportiert in der Woche etwa 400 Kilogramm Post. Melanie Sittkus beliefert auf ihrer Tour insgesamt 936 Haushalte. Schon morgens um 6.30 Uhr beginnt sie ihren Dienst mit dem Sortieren der Sendungen und dem Vorbereiten der Tour. Den Spaß an der Arbeit sieht man ihr sichtlich an. „Ja, ich mache meinen Beruf sehr gerne“, betonte sie. Während ihr das Wetter nicht allzu viel ausmacht, stören sie manche Briefkästen, die schlecht oder gar nicht beschriftet sind.

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