Gymnasium Walsrode: Schulleitung hat das Thema seit drei Jahren im Fokus

Wenig echte Schwänzer

Dr. Ralf Görißen (l.) und Schulleiter Johannes Klapper stellten die Ergebnisse für das Gymnasium Walsrode vor. ·
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Dr. Ralf Görißen (l.) und Schulleiter Johannes Klapper stellten die Ergebnisse für das Gymnasium Walsrode vor.

Walsrode - Schulleiter Johannes Klapper vom Gymnasium Walsrode bleibt, angesprochen auf das Thema Schulschwänzer, relativ gelassen.

Er findet es richtig und wichtig, dass das Thema von der Arbeitsgruppe des Kreispräventionsrates aufgegriffen und zum Thema einer Fachkonferenz am 16. April gemacht wird. Für sein Gymnasium mit gut 1440 Schülern hat er festgestellt, dass die Zahlen aus der so genannten „Pfeiffer-Studie“ von 2010 nicht zutreffen.

Man habe eigene Erhebungen durchgeführt und mit geeigneten Maßnahmen reagiert. Pro Schuljahr gebe es am Walsroder Gymnasium nur etwa fünf gravierende echte Fälle von Schulverweigerung, sagt Klapper.

Angeregt durch die Studie des Kriminologischen Instituts von Prof. Christian Pfeiffer hätte der Schulvorstand Dr. Ralf Görißen, im Gymnasium unter anderem zuständig für die Qualitätskontrolle, beauftragt eine interne Untersuchung zu Schulproblemen vorzunehmen. Hierbei sei es auch um die Themen Mobbing und Gewalt unter Schülern gegangen, so Görißen. Außerdem hätte er nicht nur den Jahrgang 9 befragt, wie die Pfeiffer-Studie, sondern auch die Klassen 6 und 7 sowie den Jahrgang 11 (Q1). Die Fragen hätte er in Anlehnung an die wissenschaftliche Studie gestaltet.

Ein Fazit sei, dass es auch am Gymnasium Schulschwänzen gebe, so Görißen und Klapper. Aber in den meisten Fällen handele es sich nur um das Fernbleiben von einzelnen Unterrichtstunden und dies mit unterschiedlichen Begründungen. Aus verschiedenen Fakten schließe er auf meist sehr ehrliche Antworten, erzählte Görißen.

Die Gründe glichen teilweise denen aus der wissenschaftlichen Studie, sagte der Pädagoge. Da kämen Antworten wie „Ich hatte keine Lust“, „Ich habe den Bus verpasst“ oder „Ich fühlte mich nicht gut“. Bei den älteren Jahrgängen gebe es auch Äußerungen wie „Ich hatte was anderes vor“ oder „Ich war krank“ und „Weil meine Freunde auch geschwänzt haben“.

Hin und wieder gäben die Schüler bei Klausuren vor, plötzlich Magenbeschwerden oder sonst ein Unwohlsein zu verspüren. Das sei oft psychosomatisch bedingt, sagte Klapper und könne von der Lehrkraft nicht immer überprüft werden. Natürlich gebe es Schüler, die dem Unterricht mehrere Stunden am Stück fernblieben. In allen Fällen werde nachgehakt, nach entsprechenden Entschuldigungen gefragt, erläuterte Görißen. „Wir gehen über die Sache nicht einfach hinweg“, bestätigte Klapper. „Bei den ganz gravierenden Fällen echter Schulverweigerung haben wir unsere Beratungslehrer, die sich um den Fall kümmern.“ Bei diesen besonders auffälligen Schülern bestünden oft familiäre Probleme, weiß der Schulleiter.

Klapper freut sich schon auf die Fachtagung und hofft, dass sich möglichst alle Schulen daran beteiligen. Persönlich freue er sich auf die Zusammenarbeit mit seinem Kollegen, Schulleiter Rüdiger Strack von der benachbarten Oberschule, mit dem er eine Arbeitsgruppe auf der Fachtagung leiten werde. Er werde mit seinem Kollegen auch eigene Erfahrungen zu einer attraktiven Gestaltung des Schulalltags beitragen.

Klapper fasste für seine Schule zusammen: „Ja, auch bei uns gibt Fälle von Schulversäumnissen, auch Schwänzen, aber das Gesamtproblem ist relativ gering und wird bearbeitet.“ · hf

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