Ilse Meins und Torben Dannhauer stellen Buch mit Zeitzeugen-Berichten vor

„Wege des Lebens“

+
Ilse Meins und Torben Dannhauer mit dem gestern präsentierten Werk. ·

Rethem - BÖHME · Großer Andrang herrschte gestern Nachmittag in der Rethemer Fähre. Gut 90 Gäste waren der Einladung von Ilse Meins und Torben Dannhauer gefolgt, die das von ihnen herausgegebene Buch „Wege des Lebens – Zeitzeugen erinnern sich an die Kriegs- und Nachkriegszeit“ vorstellten.

49 Zeitzeugen, die Älteste ist über 90 Jahre alt, kommen auf 210 DIN-A-4-Seiten zu Wort. Es handelt sich um Flüchtlinge, Einwohner und Ausgebombte, aber auch eine Schulchronik des ehemaligen Dorfschullehrers Julius Radtke ist enthalten. Neben persönlichen Schilderungen der Flucht aus Schlesien, von Kindheitsmomenten und Kriegswirren. findet der Leser Familienfotos, Postkarten und Tagebuchseiten.

Vor zwei Jahren hatte die Böhmerin Ilse Meins mit dem Sammeln von Material begonnen. Vor einem Jahr stieß Torben Dannhauer dazu, der schon die Chronik von Böhme begleitet hatte. „Das Besondere ist, dass der Lebensmittelpunkt aller Zeitzeugen ganz oder zeitweise die Ortschaft Böhme gewesen ist“, so der Historiker. Aber auch Altenwahlingen und Bierde würden erwähnt.

Meins begrüßte die Gäste und bedankte sich ausdrücklich bei den Autoren, die ihre Erinnerungen und Dokumente zur Verfügung gestellt hätten. Auf die Idee zu diesem Buch sei sie beim Erstellen der Chronik gekommen. „Mir wurde bewusst, dass viele Menschen die Kriegs- und Nachkriegsjahre noch sehr beschäftigen.“ Sie hätten geäußert, dass sie die Erlebnisse nie vergessen würden. Wenn sie aber niemand aufschreibe verschwänden sie.

Meins dankte auch der Kreissparkasse Walsrode und der Volksbank Lüneburger Heide für deren finanzielle Unterstützung.

Dannhauser bezeichnete die Arbeit an dem Buch als großartig und sehr spannend. „Ich habe sehr viel gelernt.“ Er habe Ilse Meins als sehr interessanten und gebildeten Laien kennen gelernt. „Wir haben über einiges diskutiert. Sie betrachtet die Dinge anders als ich.“

Das Werk sei ein hervorragendes Beispiel für Erinnerungskultur. „Vor 20 Jahren hätte es ganz anders ausgesehen – nicht so persönlich.“ Bis in die 70er-Jahre seien einfache Leute in der Geschichte nicht vorgekommen. Erst mit den Geschichtswerkstätten habe sich die Wissenschaft grundlegend verändert. Zeitzeugen seien befragt und deren Berichte aufgeschrieben worden.

Der Umgang mit den Erinnerungen sei nicht immer leicht gewesen, erzählte Dannhauser. Da es sich immer auch um Interpretationen handele. „An einiges erinnert man sich sehr gerne, an anderes gar nicht.“ Herausgekommen sei schließlich eine sehr bunte Sammlung.

Samtgemeindebürgermeister Cort-Brün Voige, der auch als Vertreter des verhinderten Ortsbürgermeisters Gert Jastremski gekommen war, sagte, dass Meins und Dannhauser offensichtlich mit dieser Thematik etwas aufgegriffen hätten, was auf Resonanz stoße. „Vertreibung, Flucht, wie haben die Leute zusammengelebt – es ist für mich sehr wichtig, das festzuhalten.“ Er freue sich schon, darauf, intensiver in das Buch hineinzugucken. · sal

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Zehntausende setzen mit Greta Thunberg Zeichen fürs Klima

Zehntausende setzen mit Greta Thunberg Zeichen fürs Klima

Erneut China-Rückkehrer in Deutschland gelandet

Erneut China-Rückkehrer in Deutschland gelandet

Neues Nienburger Kino offiziell eingeweiht

Neues Nienburger Kino offiziell eingeweiht

Wenn Kids Eltern die rote Umweltkarte zeigen

Wenn Kids Eltern die rote Umweltkarte zeigen

Meistgelesene Artikel

Unkonventionell, nicht unrealistisch

Unkonventionell, nicht unrealistisch

Die Hosen müssen runter

Die Hosen müssen runter

Rekord-Raser der A7: Hamburger rast mit 233 Sachen über die Autobahn

Rekord-Raser der A7: Hamburger rast mit 233 Sachen über die Autobahn

Wer ist Millionär?

Wer ist Millionär?

Kommentare