Plakate in Stöcken / Bundesumweltministerium: „Blanker Unsinn“

Warnung vor Endlager

Diese Zettel sind in Stöcken und Heemsen aufgehängt worden.
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Diese Zettel sind in Stöcken und Heemsen aufgehängt worden.

Rethem - „Im Lichtenmoor ist ein Atommüllendlager geplant!“ So steht es auf Plakaten zu lesen, die Unbekannte unter anderem in Stöcken und Heemsen aufgehängt haben. Die Aussage sorgt für Unruhe bei Bürgern in den Samtgemeinden Rethem und Heemsen. Und das nicht nur bei denen, die sich noch an das Jahr 1976 erinnern.

Es gab damals Pläne, im Salzstock unter dem Lichtenmoor ein unterirdisches Atommüllendlager zu errichten. Darüber sollte eine Wiederaufarbeitungsanlage für Kernbrennstoffe entstehen. Bürgerinitiativen wurden gegründet, eine Erkundungsbohrung verhindert. An einer Protestaktion nahmen über 600 Personen teil. Die Landesregierung ließ schließlich den Salzstock Gorleben erkunden.

Der unbekannte Plakateschreiber warnt, dass es bald vorbei sein werde mit dem Idyll im Lichtenmoor. „Jetzt ist es tatsächlich wieder soweit, unser Lichtenmoor befindet sich erneut in der Prüfung zum Umbau als atomares Endlager.“ Ohne dass die Bevölkerung es bemerkt hätte, seien geologische Erkenntnisse gewonnen worden. Eigentümer der Geländeabschnitte des Naturschutzgebietes seien angeschrieben worden. Sie hätten ihre Grundstücke verkaufen sollen. „Wofür wohl???“, fragt der Schreiber. „Wir lassen uns das nicht bieten.“

Zwei Kopien sind an das warnende Plakat geklebt. Die eines Zeitungsartikels, in dem eine Bohrung zur Einrichtung einer seismischen Messstation beschrieben wird, und die eines Schreibens des Landesamtes für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen, in dem mitgeteilt wird, dass das Land Niedersachsen Flächen innerhalb des Naturschutzgebietes kaufen möchte, um diese mittel- bis langfristig wiederzuvernässen. Beide stammen aus dem November vergangenen Jahres. Nichts lässt erkennen, dass es sich hier um Vorgänge in Zusammenhang mit einem Atommüllendlager handeln könnte.

Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums erklärte auf Nachfrage, dass die Behauptungen auf den Plakaten „blanker Unsinn“ seien. „Das Ganze entbehrt jeder Grundlage.“ Es gebe nicht einmal einen Termin für Endlagergespräche.

Samtgemeindebürgermeister Cort-Brün Voige sagte, dass es seines Wissens keine entsprechenden Planungen auf dem Gebiet der Samtgemeinde gebe. „Wenn etwas dran sein sollte, hätte es natürlich Auswirkungen.“ Bisher hätte es von Bürgern keine Nachfragen gegeben. Das gleiche gelte für die Samtgemeinde Heemsen, mit der er in Kontakt stehe. · sal

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