Stolze 2. 000 Euro in Aussicht

Zwölftklässler organisieren Benefizabend für Hospizhaus

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Die jungen Akrobaten des Zirkus’ Lilleput bei ihrem Auftritt in der Walsroder Stadthalle.

Walsrode - Kinder wuselten durch das Foyer der Stadthalle Walsrode, umrundeten die Stehtische, an denen die Eltern miteinander klönten. Dann füllte sich der Saal schnell mit einer großen Menge an Zuschauern. Sie zeigten sich gespannt auf die Benefizveranstaltung von Schülern des Gymnasiums Walsrode zugunsten des Hospizhauses Heidekreis in Dorfmark.

„Peer Gynt“ hieß der erste Programmpunkt. Die bekannte Melodie der Morgenstimmung von Edvard Grieg durchströmte die Halle, und gekonnt machte das neu gegründete Orchester des Gymnasiums Walsrode Werbung für die ernste Musik. Gut erläutert vom Dirigenten, erfuhren die Zuhörer mehr über Peer Gynt. Nach Solveigs Wiegenlied, dem Liebeslied für den Rückkehrer Gynt nach jahrzehntelangem Warten seiner Geliebten, waren alle wie verzaubert. Tina Protz flüsterte ihrer Sitznachbarin zu: „Ich würde ja eigentlich nie in ein Konzert gehen, aber jetzt mache ich das doch mal.“

Schon jetzt war der erste Erfolg der Veranstaltung deutlich: Sie zog die verschiedensten Besucher an, Eltern, Schüler und Besucher, die zur Unterstützung von Dr. Sirus Adari, Vorsitzender des Vereins Hospizhaus Heidekreis, gekommen waren. Über 300 Personen füllten die Reihen, unter ihnen auch Politiker, die so ihre Unterstützung für das Projekt von Gymnasiasten und Adari zu signalisieren: Helma Spöring, Bürgermeisterin aus Walsrode, Meike Moog-Steffens, Bürgermeisterin aus Schneverdingen, Erster Kreisrat Oliver Schulze sowie die Landtagsabgeordneten Sebastian Zinke, SPD, und Gudrun Pieper, CDU.

Konzertabend als Seminarfacharbeit

Wie kommt ein Leistungskurs Politik auf die Idee, ein Benefizkonzert zu veranstalten? Die 16 Mitglieder der „WolfGang“ zogen in grauen Kapuzenpullis die Blicke der Besucher auf sich. „WolfGang“ als Anlehnung an den Namen des jungen Politiklehrers Nils Wolf, der das erfolgreiche Projekt initiiert hatte. Johanna Weiss, Nummer 16, und Justin Dijakow, Nummer vier der Gang, die Zahlen orientieren sich an den Nummern im Klassenbuch, beschrieben die Entstehung des Konzertabends, bei dem es sich um eine Seminarfacharbeit handelte. Die 12. Klasse folgte der Vorgabe, es solle sich um eine öffentliche Veranstaltung handeln, ob Ball oder Konzert stand frei. Über die Mutter einer Mitschülerin erfuhren die Jugendlichen vom Hospizhaus in Dorfmark.

Adari erzählte nach der überzeugend geturnten Akrobatik des Zirkus’ Lilleput von dem Projekt: „Eigentlich sollten die lieber weiterturnen, als dass ich jetzt einen trockenen Vortrag halte.“ Adari war sichtlich gerührt. Er habe sich sehr über die Anfrage der Gymnasiasten gefreut. Adari gab den Zuhörern einen kurzen Einblick in die Versorgung Schwerstkranker im Heidekreis.

Schüler an der Aufgabe gewachsen

Bereits zur Pause stand fest, dass die Schüler mit einer langen Liste von örtlichen Sponsoren und den Verkaufserlösen des Abends auf fast 2.000 Euro Spendeneinnahmen kommen würden. Nils Wolf erzählte, die Schüler seien an der Aufgabe gewachsen. Bei Absagen von Sponsoren oder Teilnehmern hätten sie Frustrationen erlebt, aber nicht aufgegeben.

Adari hatte im Vorfeld mit der „WolfGang“ das Hospizhaus auf der Baustelle in Dorfmark besucht und so den Bezug zum Projekt vermittelt. Den Schülern ist es gelungen, Menschen zu erreichen, die sonst nicht in ein Konzert gehen würden, aber auch Menschen, die sie sonst nie über das Thema Palliativmedizin hätten informieren können. - cc

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