Prozess am Landgericht Verden

Wohnungsbrand in Düshorn: Sanitäter kommen zu Wort

Schwerste Verbrennungen hatte ein 82 Jahre alter Mann im Juli 2018 bei einem Wohnungsbrand in Düshorn erlitten. Dennoch sei er noch ansprechbar gewesen und habe alle Fragen beantworten können, schilderte ein Sanitäter in einem Sicherungsverfahren am Landgericht Verden. Nur zur Brandursache habe er nichts gesagt. Weil er es nicht konnte oder um seine psychisch kranke Frau zu schützen? Sie soll im Zustand der Schuldunfähigkeit den Brand, der ihren Mann das Leben gekostet hat, gelegt haben, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft Verden.

Düshorn/Verden - Die Schwere der Verletzungen sei schon vom Wagen aus erkennbar gewesen. „Der Patient hat 90 Prozent der Körperoberfläche verbrannt gehabt“, so der Sanitäter. Umso mehr überraschte die Aussage des 44-Jährigen, dass der lebensgefährlich verletzte Mann „zeitlich und örtlich noch vollkommen orientiert“ gewesen sei. „Er war schmerzfrei, weil die Haut so tief verbrannt war, dass auch die Nervenenden verkohlt waren“, erklärte der Bad Fallingbostler.

„Man konnte ganz normal mit ihm sprechen. Ohne Einschränkungen“, so der Zeuge. Der Verletzte habe bei der Erklärung, dass er intubiert und in Narkose gelegt werde, noch darauf hingewiesen, dass er eine Versteifung im Nacken habe und es deshalb schwieriger werden könne. Der Verletzte habe ihm berichtet, dass er und seine Frau an diesem Tag ihr Eheversprechen wiederholen wollten oder dies auch gemacht hätten. Einer der Eheleute habe zudem Geburtstag gehabt. Mit einem Rettungshubschrauber wurde der 82-Jährige in die Medizinische Hochschule Hannover geflogen. Dort erlag er am darauffolgenden Tag seinen Verletzungen.

Ein weiterer Sanitäter berichtete dem Gericht aus einem Gespräch mit der Frau. „Sinngemäß sagte sie, dass alles rauskäme und die Polizei alles ermitteln werde“, so der Zeuge. Gegenüber dem Sanitäter soll sie gesagt haben, dass sie sich mittags mit einem Messer in den Bauch habe stechen wollen. Aber sie habe nicht den Mut dazu gehabt. Zur Brandentstehung habe sie diffuse Angaben gemacht. „Irgendwas sei im Bereich des Sofas gewesen.“

Obwohl der Getötete 60 Jahre in der Freiwilligen Feuerwehr war, gab es keine Brandmelder. Der Vermieter soll bei der Polizei ausgesagt haben, dass diese installiert gewesen seien. Doch der Getötete sei nicht begeistert davon gewesen, weil diese immer geblinkt hätten. „Sodass man den Schluss ziehen kann, dass er diese wieder entfernt hat“, so der Beamte. Durch Brandmelder in einer anderen Wohnung soll das Feuer bemerkt worden sein. Vermutlich durch das Öffnen einer Tür soll es zum Durchzünden und den tödlichen Verbrennungen gekommen sein.

Laut Antragsschrift der Staatsanwaltschaft Verden leidet die Frau unter „wahnhaften Störungen“. Erkennbar war aus ihrer Aussage zum Auftakt des Verfahrens, dass sie unter Verfolgungswahn leidet. Sie zeigte sich in der Aussage vor Gericht noch überzeugt, dass die Wohnung abgehört wurde.

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