Journalisten Zick und Weihs in Walsrode

„Wir sind auf einem schlechten Weg“

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Rolf Zick und Wolfgang Weihs sprachen auf Einladung des Seniorenbeirates über den Beruf des Journalisten.

Walsrode - Mit dem 96-jährigen Rolf Zick, vielleicht der älteste Printjournalist Deutschlands, und dem welterfahrenen ehemaligen Foto-Chef der Deutschen Presseagentur (dpa) in Hannover, Wolfgang Weihs, waren zwei echte Zeitzeugen auf Einladung des Seniorenbeirats der Stadt in das „anders“ in Walsrode gekommen. Sie präsentierten Bilder und Texte, erzählten, wie sie groß in ihren manchmal auch schweißtreibenden Berufen geworden sind, und jeder im Raum lauschte aufmerksam.

„Ich als Steinzeit-Journalist kann die Welt nicht mehr verbiegen. Heute nennt sich jeder Journalist – auch ohne Vorbildung – aber ich kann noch mitteilen, erzählen aus meiner Zeit“, sagte Zick. Und mit dem Heute stark ins Gericht gehen, wie es der ehemalige Chef des Presseclubs und Redakteur mancher Printmedien mit erstaunlicher Frische immer noch macht.

Sein Kollege, rund 20 Jahre jünger, zeigte, dass Bilder auch vertuschen und lügen können. „Da nehme ich einmal meinen kleinen Pinsel und schon ist ein Bild entscheidend verändert.“

Ein Loblied auf die Tageszeitung

Es machte Spaß, den beiden gestandenen Journalisten zuzuschauen und zuzuhören. Weihs sang ein Loblied auf die Tageszeitung: „Hier wird noch guter Journalismus betrieben.“ Zick stellte sein journalistisches Leben vor, seine Erfahrungen, vor allem mit Menschen, die ihm das Berichten so leicht gemacht hätten. Aber der alte Journalist hob auch warnend die Hände und sagte, dass es nicht gut sei, Sensations-Journalismus zu betreiben, Menschen an den Pranger zu stellen, und „bad news“ in den Vordergrund der Berichterstattung zu schieben. „Wir sind auf einem schlechten Weg.“

Seine ehrlichen Worte fanden großen Anklang bei den Zuhörern, die sogar aus Hannover und Salzgitter gekommen waren.

Dass ein Wolfgang Weihs eigentlich nie aufhören kann zu fotografieren, ein Mann, der von Bubi Scholz über Margret Thatcher bis Helmut Kohl alle bekannten Persönlichkeiten vor die Kamera bekommen hat, war an diesem Nachmittag jedem klar. Aber seine herrlichen Landschaftsaufnahmen zogen die Menschen auch nach fast zwei Stunden Vortrag noch in ihren Bann.

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