Ehemaliges Naherholungsgebiet in schlechtem Zustand / Ideen sind gefragt

Wildwuchs im Uhlenbusch

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Eine kaputte Bank, ein lädiertes Hinweisschild, irgendwo ein kleiner Wegweiser, mehr gibt es heute nicht zum einstmals beliebten Hügelgräberpfad im Walsroder Uhlenbusch zu finden.

Walsrode - Vielleicht verirrt sich ein Hundebesitzer in den Uhlenbusch, eventuell ein Läufer, der die kleinen, aber heftigen Steigungen nehmen möchte, aber sonst ist nichts mehr dort, was an frühere Familien-Freizeiten in diesem Waldstück am Rand von Walsrode erinnert. Ein trostloses Fleckchen Erde, wo die Natur immer mehr Fläche erobert hat. Viele Wege sind fast vom Gras verdeckt. Kleine Bäume sind zu gewaltigen Stämmen geworden. Und dort, wo einmal der Unterstand des TV Jahn Walsrode mit dem Grillplatz war, dominieren Holundersträucher und Gras.

Nur ein Stein mit der Inschrift „1971“ erinnert daran, dass dort etwas gewesen sein muss: Thomas Dierking, erster Vorsitzender des TV Jahn Walsrode: „Damals wurde der Trimm-dich-Pfad ins Leben gerufen.“

Auch einer der ehemals beliebtesten Hügelgräber-Rundwege wird bald nicht mehr zu finden sein. Fast nichts ist davon zu sehen: eine zerborstene Bank, ein müdes Hinweisschild auf den Pfad, der im Wald nicht weitergeht, weil ein Stein den Weg versperrt. Die zahlreichen Hügelgräber sind überwachsen.

Dierking war dabei, vor allem in den 90er-Jahren, als der Sportverein den nicht einfachen Rundweg durch das Gelände „aufpolierte“ und mit Sportgeräten ausstattete. Es gab gemütliche Treffen im Unterstand. Irgendwann begann der Vandalismus, Sportgeräte wurden beschädigt, die Hütte in Mitleidenschaft gezogen. „Irgendwann konnten wir die Kosten nicht mehr tragen“, sagt Dierking. Die Stadt war damals nicht bereit, Zuschüsse zu geben. So hätten sie eines Tages alles abgebaut.

„Trimm-dich-Pfad passt nicht mehr in die Zeit“

Heute sagt der erste Vorsitzende des größten Walsroder Sportvereins: „Ein Trimm-dich-Pfad passt nicht mehr in die Zeit.“ Der TV Jahn habe seine sportlichen Aktivitäten sowieso in die Eckernworth verlegt.

Manfred Wenzel gehört dem Vorstand des neugegründeten Fördervereins Vogelpark-Region an. Der Walsroder, der beruflich in der Stadtverwaltung von Bad Fallingbostel tätig ist, berichtet von einem neuen Trimm-dich-Pfad rund um den Kurpark der Kreisstadt. Über das Handy sei es möglich, sportliche Aktivitäten anzugehen, „die einfach da sind“, sagt Wenzel. Ideen, die die Natur anbiete und bestens genutzt würden. Eine Lösung auch für den Uhlenbusch?

Allerdings stehen hier die Sicherheitsbedenken im Vordergrund. Das betrifft vor allem den fast schon verschwundenen Hügelgräberpfad. Der Uhlenbusch ist im Besitz der Landesforst, erzählt Dierking. „Wir machen uns seit geraumer Zeit Gedanken über den Weg. Ich habe mit der Landesforst in Rotenburg gesprochen.“ Es sei kein Baum in diesem Wald kartiert, und um eine Sitzbank müsse nach neuesten gesetzlichen Vorgaben ein Kreis von 30 Metern baumfrei sein, damit nicht zufällig ein Gehölz darauf fallen könne.

Hügelgräberpfad droht zu verschwinden

Die Stadt Walsrode könnte mit der Forst einen Vertrag machen, um den Weg freizuhalten, nur das würde zusätzliche Mittel erfordern, die das neue Leader-Projekt nicht hergibt. Ein touristisches Angebot in Walsrode droht zu verschwinden.

Die in Bad Fallingbostel beheimatete Archäologische Arbeitsgemeinschaft hat in den vergangenen Jahren immer wieder den Hügelgräberpfad freigeschnitten, mit Hilfskräften aus der Volkshochschule.

„Ich schaffe das alles gar nicht mehr“, sagt Dirk Hering, ehrenamtlicher Beauftragter für Bodendenkmalpflege im Südkreis. Forst und Kreis seien gefragt, dort gemeinsam mit der Landesforst und vielleicht auch mit der Stadt Walsrode Ideen zu entwickeln, damit das landschaftlich und touristisch wertvolle Kleinod nicht verkümmert.

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